China/Japan: Konflikt um Senkaku-Inseln spitzt sich zu
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Tokio/China (BoerseGo.de) – Der Konflikt zwischen China und Japan um die Senkaku-Inseln spitzt sich weiter zu. Rund 1.000 chinesische Fischerboote werden bis zum späten Montagnachmittag in den Gewässern rund um die Inseln erwartet, wie die chinesische Central People\'s Broadcasting Station am heutigen Montag mitteilte.
Bereits am Wochenende gingen in China die von der Regierung geduldeten anti-japanischen Demonstrationen unvermindert weiter. Es kam zu Protesten in 85 chinesischen Städten. Diplomatische Vertretungen wurden angegriffen und japanische Supermärkte zerstört. Japanische Ketten wie Ito-Yokado und Seven & I hielten ihre Geschäfte in China geschlossen, um sie vor den Protesten zu schützen. Demonstranten skandierten in vielen Städten „Japan raus aus China!". Wegen des Streits um die Inseln sagte der Chef von China Airlines in der Vorwoche bereits ein Treffen mit dem Gouverneur von Fukushima ab.
Der japanische Premier Yoshihiko Noda will die territorialen Probleme mit China auf der nächsten UN-Vollversammlung zur Sprache bringen, um dort für Unterstützung zu werben. Am Freitag hatte China hatte bei der UNO Unterlagen eingereicht, in denen es seinen Anspruch auf das Seegebiet um Inseln markiert hat. Die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua sprach in einem Bericht von der Souveränität Chinas unter internationalem Recht.
Japanische Zeitungen kommentieren die Demonstrationen in China wegen des Streits um die Inseln kritisch. Ihrer Meinung nach kann die von der chinesischen Regierung provozierte Lage außer Kontrolle geraten. Ein hochrangiger Beamter des japanischen Außenministeriums hatte Ende August bereits bestätigt, dass ihm die USA im Falle einer bewaffneten Auseinandersetzung um die Senkaku-Inseln ihre Unterstützung zugesagt haben. Die Inselgruppe fällt danach unter das Schutzabkommen zwischen den USA und Japan.
Die unbewohnte Inselgruppe liegt im Ostchinesischen Meer rund 200 Kilometer nordöstlich von der Küste Taiwans und 300 Kilometer westlich von Okinawa entfernt. Während China behauptet die Inseln bereits im Jahr 1372 durch Seeleute entdeckt zu haben, behauptet Japan die Inseln im Jahr 1884 aufgespürt zu haben. Im Jahr 1895 wurden sie dem japanischen Kaiserreich einverleibt. Nach dem zweiten Weltkrieg wurden die Inseln unter US-Militärverwaltung gestellt und seit dem 15. Mai 1972 wieder von Japan verwaltet. Sowohl Taiwan als auch China beanspruchen seit 1970/71 diese Inselgruppe.
Auch mit Südkorea hat Japan Gebietsstreitigkeiten. Hier ist der Anspruch Südkoreas auf Dokdo (japanisch: Takeshima) Japan ein Dorn im Auge. Noda hat die Verwaltung der Inseln durch Südkorea als „illegal“ bezeichnet und will auch diesen Streit auf der nächsten UN-Vollversammlung ansprechen.
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