CADENCE: Prognose erneut erhöht – das Wachstum hat seinen Preis
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Cadence Design Systems hebt im Boom KI-gestützter Chipdesigns erneut die Jahresprognose an. Das Wachstum ist allerdings teurer geworden: Die Zukäufe der vergangenen Monate drücken spürbar auf die operative Marge.
| ✦ Auf einen Blick |
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• Der Umsatz steigt im dritten Quartal um 22 % auf 1,633 Mrd. USD und liegt über der durchschnittlichen Analystenschätzung von 1,61 Mrd. USD. • Das bereinigte verwässerte EPS steigt von 1,93 auf 2,11 USD, der Konsens lag bei 2,05 USD, das GAAP-EPS bleibt bei 1,05 USD. • Die bereinigte operative Marge sinkt von 47,6 % auf 44,1 %, nachdem Cadence in neun Monaten 2,14 Mrd. USD für Übernahmen ausgegeben hat. • Cadence hebt die Umsatzprognose für 2026 von 6,26 bis 6,34 Mrd. USD auf 6,387 bis 6,417 Mrd. USD an, beim bereinigten EPS auf 8,37 bis 8,43 USD. • Der Auftragsbestand erreicht einen Rekordwert von 8,2 Mrd. USD. |
Cadence steigert den Umsatz im dritten Quartal gegenüber dem Vorjahr um 22 % auf 1,633 Mrd. USD und übertrifft damit die durchschnittliche Analystenschätzung von 1,61 Mrd. USD. Die wiederkehrenden Erlöse wachsen um 18 % und damit etwas langsamer als der Gesamtumsatz. Zusätzlichen Schub liefert das Hardwaregeschäft mit einem weiteren Rekordquartal.
Beim Gewinn kommt es auf die Basis an. Das bereinigte verwässerte EPS (Non-GAAP), an dem sich die Analysten orientieren, steigt von 1,93 auf 2,11 USD und liegt damit über dem Konsens von 2,05 USD. Nach GAAP verdient Cadence dagegen wie im Vorjahr 1,05 USD je Aktie; der Nettogewinn bewegt sich mit 289,7 Mio. USD kaum vom Fleck.
Dass der GAAP-Gewinn trotz 22 % mehr Umsatz stagniert, liegt an der Kostenseite. Die operative Marge nach GAAP fällt von 31,8 % auf 26,2 %. Ein wesentlicher Teil des Rückgangs geht auf Abschreibungen auf zugekaufte immaterielle Werte zurück, die inzwischen 4,9 % des Umsatzes beanspruchen, nach 1,9 % im Vorjahresquartal. Hinzu kommen Restrukturierungskosten.
Die Bilanz zeigt den Hintergrund: In den ersten neun Monaten hat Cadence 2,14 Mrd. USD für Übernahmen ausgegeben; der Goodwill hat sich seit Jahresbeginn fast verdoppelt. Schwerer wiegt, dass auch die bereinigte operative Marge, die diese Abschreibungen ausklammert, von 47,6 % auf 44,1 % sinkt. Das spricht dafür, dass die zugekauften Geschäfte noch nicht an die Profitabilität des Kerns heranreichen und ein Teil des Wachstums schlicht hinzugekauft ist.
Kennzahlen des Quartals im Überblick: Ergebnis, Umsatz und Umsatzverteilung von CADENCE DESIGN SYSTEMS INC. (Quelle: Unternehmensangaben)
Das Wachstum steht auf breiter Basis
Alle drei Produktbereiche wachsen zweistellig. Das Kerngeschäft mit Chipdesign-Software (Core EDA), das gut zwei Drittel des Umsatzes stellt, legt um 20 % zu, das Geschäft mit Halbleiter-IP um 24 %. System Design and Analysis wächst um 30 %. Finanzchef John Wall führt den Schub auf die wachsende Zahl KI-getriebener Chipdesigns zurück. Cadence will diese Welle auch mit eigenen KI-Werkzeugen reiten: Neben den neu eingeführten Maestro-Modellen meldet das Unternehmen mehr als 100 aktive Kundenprojekte für seine KI-Agenten.
Die Breite des Wachstums zählt mehr als jede Einzelzahl, weil Cadence damit an der gesamten Entwicklungskette verdient statt an einem einzelnen Produkt. CEO Anirudh Devgan zeigt sich entsprechend selbstbewusst: Er spricht von einem herausragenden Quartal und sieht Cadence für die Chancen agentischer KI außergewöhnlich gut aufgestellt. Bei Umsatz und Prognose geben ihm die Zahlen recht, bei der Marge noch nicht.
Der Auftragsbestand sichert das nächste Jahr ab
Der Auftragsbestand erreicht mit 8,2 Mrd. USD einen Rekord, davon sollen 4,2 Mrd. USD in den kommenden zwölf Monaten als Umsatz verbucht werden. Parallel kauft Cadence für 400 Mio. USD eigene Aktien zurück; das Board genehmigt weitere 2,5 Mrd. USD für Rückkäufe. Zukäufe und Rückkäufe hinterlassen Spuren in der Liquidität: Seit Jahresbeginn ist der Kassenbestand von 3,0 auf 1,45 Mrd. USD geschrumpft.
Umsatz und Ergebnis je Aktie im Quartalsverlauf inkl. Analystenschätzungen. (Quelle: Unternehmensangaben)
Ausblick
Die angehobene Prognose hat Substanz, weil sie klar über dem Analystenkonsens liegt. Cadence erwartet für 2026 nun einen Umsatz von 6,387 bis 6,417 Mrd. USD nach zuvor 6,26 bis 6,34 Mrd. USD. Der Mittelpunkt der neuen Spanne entspricht einem Wachstum von 21 % und liegt über den bislang von Analysten erwarteten 6,32 Mrd. USD. Die Spanne für das bereinigte EPS steigt von 8,05 bis 8,15 USD auf 8,37 bis 8,43 USD und lässt den Konsens von 8,15 USD hinter sich.
Für das Schlussquartal impliziert die Prognose einen Umsatz von rund 1,73 Mrd. USD und damit ein Plus von 19,8 %. Nach 22 % im dritten Quartal lässt das Wachstumstempo also leicht nach, obwohl der erwartete Umsatz 4,6 % über dem Konsens von 1,65 Mrd. USD für dasselbe Quartal liegt. Die bereinigte operative Marge soll im vierten Quartal 44 bis 45 % erreichen. Damit würde sie sich auf dem aktuellen Niveau stabilisieren; eine Rückkehr zu den Werten des Vorjahres zeichnet sich aber nicht ab.
Kennzahlen im Überblick
| Kennzahl | 2025 | 2026e | 2027e |
|---|---|---|---|
| Umsatz | 5,30 Mrd. USD | 6,32 Mrd. USD | 7,18 Mrd. USD |
| EPS | 7,14 USD | 8,15 USD | 9,55 USD |
*e = erwartet (Analystenkonsens, bei US-Unternehmen auf Non-GAAP-Basis); Ist-Jahr 2025 bereinigt (Summe der Quartale)
Fazit: Cadence liegt mit Umsatz, bereinigtem Gewinn und Jahresprognose klar über den Erwartungen, doch die bereinigte operative Marge sinkt um 3,5 Prozentpunkte. Der Rekordauftragsbestand von 8,2 Mrd. USD macht die angehobene Prognose belastbar, während die teuren Zukäufe den Gewinn je Aktie vorerst deutlich langsamer wachsen lassen als den Umsatz. Bei einem erwarteten Gewinnwachstum von 17 % liegt das KGV auf Basis der Analystenschätzungen bei 40 für 2026 und 34 für 2027. Die positive Tendenz der Cadence-Aktie hat damit eine klare Voraussetzung: Das Unternehmen muss die zugekauften Geschäfte im kommenden Jahr näher an die Marge des Kerngeschäfts heranführen.
Dieser Beitrag ist unter Einsatz Künstlicher Intelligenz entstanden.

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