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Kommentar
09:20 Uhr, 28.07.2026

Brent: Strategien für stagnierende und steigende Ölpreise

Brent: Strategien für stagnierende und steigende Ölpreise

Der Preis für die Rohölsorte Brent Crude Oil hat in Folge einer mittlerweile dreitägigen US-Angriffspause im Iran den kräftigen Anstieg der vergangenen Woche auf zeitweise über 100 US-Dollar pro Barrel unterbrochen und liegt aktuell bei 90 US-Dollar. Auslöser des Anstiegs war die erneute Eskalation im Nahen Osten: Die vom Iran unterstützte Huthi-Miliz griff nach eigenen Angaben zwei saudische Öltanker im Roten Meer mit Raketen und Drohnen an. Die britische Seefahrtsbehörde bestätigte einen Treffer auf einem Tanker, der daraufhin manövrierunfähig wurde. Gleichzeitig setzen die USA ihre Luftangriffe auf iranische Ziele fort, während diplomatische Fortschritte ausbleiben. Damit wächst die Sorge vor weiteren Störungen wichtiger Schifffahrtsrouten. Nachdem die Straße von Hormus bereits erheblich eingeschränkt ist, gewinnt das Rote Meer als Ausweichroute an Bedeutung. Jede neue Bedrohung erhöht die Risikoprämie auf dem Ölmarkt sowie Versicherungsprämien und Frachtraten. Im Fokus steht derzeit weniger auf die aktuelle Nachfrage als vielmehr auf mögliche Angebotsausfälle, die den Energiemarkt kurzfristig weiter dominieren könnten.

Szenario: Brent seitwärts, leicht steigend oder leicht fallend (Discount-Strategien)

Das wechselkursgesicherte Quanto-Discount-Zertifikat der SG mit der ISIN DE000FE56AD2 bringt beim Preis von 73,50 Euro eine maximale Rendite von 8,50 Euro oder 42,8 Prozent p.a., wenn der Brent-Dezember-Future an der ICE am Bewertungstag 27.10.26 über dem Cap von 82 US-Dollar schließt (10,4 Prozent Puffer).

Der ebenfalls wechselkursgesicherte Discounter der SG (DE000FE4B471) mit dem Cap bei 75 US-Dollar hat einen Puffer von 14,3 Prozent. Beim Preis von 67,40 Euro sind 7,60 Euro oder 21,7 Prozent p.a. drin, wenn der März-Future am 26.1.27 zumindest auf Höhe des Caps notiert.

Szenario: Brent-Ölpreis steigt stark an (besicherte ETCs der BNP Paribas)

Der "aktuelle", also der nächstfällige Futures-Kontrakt reagiert oft am stärksten auf die Nachrichtenlage. Wer also auf (stark) steigende Ölpreise setzen will, greift zu einem ETC, der schlicht dessen Preis abbildet (DE000PS701L2; Gebühr 0,9 Prozent p.a.). Kurz vor Fälligkeit eines Futures "rollt" das Produkt automatisch - verkauft also den aktuellen (teuren) Kontrakt und kauft dafür den nächstfälligen (günstigeren) Kontrakt. Solange die Terminkurve mit steigenden Laufzeiten fällt, wie derzeit am Markt sichtbar (Backwardation), erleiden Anleger auch bei konstanten Ölpreisen keine Verluste.

ZertifikateReport-Fazit: Solange die Spannungen im Nahen Osten anhalten, stützt die geopolitische Risikoprämie den Ölpreis. Eine Entspannung im Konflikt stellt das größte Rückschlagrisiko für den Ölpreis dar, würde aber die Aktien- und Rentenmärkte befeuern. Daher ist eine Positionierung in Brent Crude Oil in gewissem Umfang zur Diversifikation eines Aktiendepots geeignet.

Autor: Thorsten Welgen

Dieser Beitrag stellt keinerlei Empfehlung zum Kauf oder Verkauf von Brent Crude Oil oder von Anlageprodukten auf Brent Crude Oil dar. Für die Richtigkeit der Daten wird keine Haftung übernommen.

Quelle: zertifikatereport.de

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