BOOKING HOLDINGS: Bereinigtes EPS plus 17 % – Nahost trübt den Ausblick
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Booking Holdings übertrifft im dritten Quartal die Erwartungen, verdankt das Plus von 17 % beim bereinigten Gewinn je Aktie aber zu einem guten Teil den Aktienrückkäufen. Schwerer wiegt, dass der Reisekonzern wegen des Nahost-Konflikts im Schlussquartal kaum noch Wachstum erwartet.
| ✦ Auf einen Blick |
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• Der bereinigte Umsatz steigt um 9 % auf 9,8 Mrd. USD und liegt über der durchschnittlichen Analystenschätzung von 9,55 Mrd. USD. • Das bereinigte EPS wächst von 3,98 auf 4,66 USD und übertrifft den Konsens von 4,49 USD. • Wegen eines FTC-Verfahrens zieht Booking 900 Mio. USD vom Umsatz ab, der ausgewiesene Umsatz sinkt um 1 % auf 8,9 Mrd. USD. • Für das vierte Quartal erwartet der Konzern beim bereinigten Umsatz nur 0 % bis 2 % Wachstum und ein etwa stagnierendes bereinigtes EBITDA. • Die Jahresprognose bleibt unverändert, darunter ein Plus des bereinigten EPS im niedrigen bis mittleren Zehnprozentbereich. |
Der ausgewiesene Umsatz sinkt im dritten Quartal um 1 % auf 8,9 Mrd. USD. Ursache sind 900 Mio. USD, die Booking im Zusammenhang mit einem Verfahren der US-Handelsbehörde FTC direkt vom Umsatz abzieht. Ohne diesen Posten wächst der bereinigte Umsatz gegenüber dem Vorjahr um 9 % auf 9,8 Mrd. USD, währungsbereinigt um rund 10 %. Damit liegt er über der durchschnittlichen Analystenschätzung von 9,55 Mrd. USD. Das Fundament liefert das Buchungsgeschäft: Das Bruttobuchungsvolumen legt um 10 % auf 54,5 Mrd. USD zu, die Zahl der gebuchten Übernachtungen um 7 % auf 345 Mio.
Beim Gewinn fällt der Vorsprung ähnlich aus. Das bereinigte EPS (Non-GAAP) steigt von 3,98 auf 4,66 USD und übertrifft den Konsens von 4,49 USD. Nach GAAP verbessert sich das verwässerte EPS von 3,38 auf 3,61 USD, obwohl der Nettogewinn wegen der FTC-Belastung von insgesamt 1 Mrd. USD leicht zurückgeht. Maßgeblich für die Bewertung ist die bereinigte Größe, auf die sich auch der Konsens bezieht. Das bereinigte EBITDA wächst um 9 % auf 4,6 Mrd. USD, die Marge bleibt unverändert bei 47,0 %. Die Aktie notiert nachbörslich in einer ersten Reaktion rund 1,4 % tiefer.
Operativ läuft das Geschäft damit rund. Die festen Kosten steigen langsamer als der Umsatz, die Personalkosten sinken sogar leicht, während der Marketingaufwand im Verhältnis zu den Buchungen nur minimal zulegt. Die Margenqualität stimmt also, eine Ausweitung bleibt allerdings aus.
Der Rückkauf verdoppelt das Gewinnwachstum
Hinter dem Plus beim bereinigten EPS steckt nur etwa zur Hälfte das operative Geschäft. Der bereinigte Nettogewinn wächst um 8 % auf 3,5 Mrd. USD; für den übrigen Zuwachs sorgt die schrumpfende Zahl der verwässerten Aktien, die binnen eines Jahres von 814 auf 753 Mio. fällt. Allein im dritten Quartal kauft Booking für 2,1 Mrd. USD eigene Aktien zurück. Das ist fast doppelt so viel wie der Free Cashflow, der im Quartal um 22 % auf 1,1 Mrd. USD zurückgeht und über neun Monate nur 2 % über dem Vorjahr liegt.
Die Rückkäufe bleiben ein verlässlicher Hebel der Anlagethese, zumal noch eine Ermächtigung über 12,4 Mrd. USD offen ist. Sie lassen das Gewinnwachstum aber kräftiger aussehen, als es das Geschäft aus eigener Kraft hergibt. Zudem werden sie zuletzt nicht mehr vollständig aus dem laufenden Cashflow bezahlt.
Umsatz und Ergebnis je Aktie im Quartalsverlauf inkl. Analystenschätzungen. (Quelle: Unternehmensangaben)
Ausblick
Die bestätigte Jahresprognose klingt beruhigender, als sie ist. Booking hält wie im August an einem hohen einstelligen Wachstum bei bereinigtem Umsatz und bereinigtem EBITDA fest, beim bereinigten EPS an einem Plus im niedrigen bis mittleren Zehnprozentbereich. Die starken ersten neun Monate lassen dabei Raum für ein schwaches Schlussquartal. Genau darauf stellt das Management die Anleger ein: Für das vierte Quartal erwartet Booking beim bereinigten Umsatz nur noch 0 % bis 2 % Wachstum, währungsbereinigt 2 % bis 4 %; das bereinigte EBITDA soll etwa stagnieren. Nach 9 % im dritten Quartal ist das eine deutliche Verlangsamung, die auch die Übernachtungen erfasst.
Die Begründung fällt ungewöhnlich ausführlich aus. Schon gegen Ende des dritten Quartals hat sich die weltweite Nachfrage nach Angaben des Managements etwas abgeschwächt, vor allem bei internationalen Reisen, während Inlandsreisen robust bleiben. Im Oktober kommen Störungen im Reiseverkehr von und nach Nahost hinzu, dazu höhere Flugpreise als indirekte Folge des Konflikts und örtliche Unruhen in einigen europäischen Städten. Die Prognose unterstellt ausdrücklich, dass diese Belastungen bis Jahresende anhalten. Sie ist damit vorsichtig kalkuliert, zeigt aber auch: Das Wachstum bei grenzüberschreitenden Reisen läuft nicht mehr automatisch, sobald die Geopolitik dazwischenfunkt.
Tagesschlusskurse der Booking Holdings Inc.-Aktie über ein Jahr. (Quelle: stock3)
Kennzahlen im Überblick
| Kennzahl | 2025 | 2026e | 2027e |
|---|---|---|---|
| Umsatz | 26,92 Mrd. USD | 29,26 Mrd. USD | 31,98 Mrd. USD |
| EPS | 9,14 USD | 10,46 USD | 12,35 USD |
*e = erwartet (Analystenkonsens, bei US-Unternehmen auf Non-GAAP-Basis); Ist-Jahr 2025 bereinigt (Summe der Quartale)
Fazit: Die Aussicht auf nur noch 0 % bis 2 % bereinigtes Umsatzwachstum im Herbst nach 9 % im Sommer überschattet die übertroffenen Quartalserwartungen. Dem zweistellig wachsenden Buchungsvolumen und der stabilen Marge stehen ein zur Hälfte von Rückkäufen getragenes Gewinnplus und ein Schlussquartal nahe der Stagnation gegenüber. Auf Basis der Analystenschätzungen sinkt das KGV von 14,2 für 2026 auf 12,0 für 2027, wobei Analysten ein Gewinnplus von 18 % unterstellen. Diese Rechnung setzt voraus, dass sich die Reiselust nach dem Jahreswechsel wieder fängt. Bis dahin wiegt der schwache Ausblick für die Aktie schwerer als das um 17 % gestiegene bereinigte EPS.
Dieser Beitrag ist unter Einsatz Künstlicher Intelligenz entstanden.
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