Boeing Aktie: Endlich grünes Licht für die 737 MAX 10 – was jetzt zählt
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Das Wichtigste in Kürze
- 01Freigabe für die Boeing 737 MAX 10: Die FAA hat die größte MAX-Variante am 20. Oktober zugelassen und ihre Produktion autorisiert.
- 02Wartende Kunden: Boeing meldet 1.555 Bestellungen von mehr als 30 Kunden. Erste Auslieferungen sollen in den kommenden Monaten folgen.
- 03Wichtig für die Finanzen: Mit der Übergabe der Flugzeuge werden Schlusszahlungen fällig. Darauf kommt es nach der Zulassung wirtschaftlich an.
Für die Boeing 737 MAX 10 endet eine jahrelange Wartezeit auf die US-Zulassung. Die Luftfahrtbehörde FAA hat grünes Licht gegeben, der amerikanische Flugzeugbauer kann die ersten Übergaben vorbereiten. Airlines warten auf die Maschinen, um ihre Flotten zu erneuern oder zusätzliche Verbindungen anzubieten. Boeing wiederum braucht verlässliche Auslieferungen, damit aus dem vollen Auftragsbuch auch Einnahmen werden.
Boeing 737 MAX 10: Mehr als 30 % der offenen MAX-Bestellungen
Die größte MAX-Version ist längst ein wichtiger Bestandteil von Boeings Verkaufsplanung: Mehr als 30 % der noch offenen Bestellungen innerhalb der Modellfamilie entfallen auf die 737-10.
Mit bis zu 230 Sitzplätzen richtet sich die Maschine an Fluggesellschaften, die viele Passagiere auf einem Flug befördern wollen. Bei einer typischen Ausstattung mit zwei Klassen nennt der Hersteller 185 bis 210 Plätze. Mehr Sitze können die Kosten je Passagier senken – vorausgesetzt, die Airline bekommt sie auch verkauft.
Über die Erwartungen vor der Entscheidung hatten wir bereits in unserem Ausblick auf die Freigabe der 737 MAX 10 berichtet.
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Warum eine Bestellung noch kein Umsatz ist
Boeing verbucht den Umsatz eines Verkehrsflugzeugs grundsätzlich erst, wenn die Maschine fertiggestellt und vom Kunden abgenommen ist. Bereits erhaltene Anzahlungen bringen zwar Geld in die Kasse, sind aber noch kein entsprechender Flugzeugumsatz. Deshalb schauen Anleger neben dem Auftragsbestand besonders auf die tatsächlichen Auslieferungen.
Die FAA verlangt Änderungen an der Sicherheitstechnik
Vor der Freigabe musste Boeing unter anderem das Flugsteuerungssystem und die Erfassung des Anstellwinkels überarbeiten. Dieser beschreibt den Winkel zwischen Tragfläche und anströmender Luft. Die Sensordaten helfen dabei, kritische Flugzustände zu erkennen.
Nahezu 1.000 Testflüge gehörten nach Unternehmensangaben zum Zertifizierungsprogramm. Die FAA hat nun sowohl die Konstruktion zugelassen als auch die Herstellung autorisiert.
Behördenchef Bryan Bedford betonte zugleich, Boeing werde auch beim Produktionsbeginn an hohen Sicherheitsstandards gemessen. Die Aufsicht begleitet den Hersteller somit weiter, wenn die neue Variante zu den Kunden kommt.
Jetzt kommt es auf die Auslieferungen an
Die ersten Übergaben sollen in den kommenden Monaten beginnen. Einen konkreten Zeitplan für die gesamte bestellte Flotte hat Boeing mit der Zulassungsmeldung nicht veröffentlicht.
Finanziell sind diese Übergaben wichtig. Fluggesellschaften bezahlen ihre Maschinen üblicherweise in mehreren Schritten: Auf die Bestellung folgen weitere Zahlungen während der Bauzeit, der Restbetrag wird unmittelbar vor oder bei der Auslieferung fällig. Verzögerungen verschieben entsprechend auch diesen Geldzufluss.
Für eine nachhaltige Verbesserung muss der Hersteller die Flugzeuge zudem zu vertretbaren Kosten fertigstellen. Nacharbeiten und Unterbrechungen können Geld verschlingen, selbst wenn die Nachfrage stimmt. Die Zulassung beseitigt eine wichtige Hürde; wie viel Boeing mit der 737-10 verdient, hängt anschließend auch von einer stabilen Fertigung ab.
