Bitcoin vs. XRP: Ex-Ripple-CTO feuert gegen "Faketoshi"
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Wo endet Dezentralität, wo beginnt Kontrolle? In diesem mehr oder weniger erfrischenden Grundsatzstreit gerieten David Schwartz, langjähriger Ripple-Chef-Entwickler, und Craig Wright, der von sich behauptet, Satoshi Nakamoto zu sein, auf X aneinander. Der eine, Schwartz, der als einer der Ripple-Verantwortlichen immer wieder als Zielscheibe für Zentralisierungsvorwürfe dient. Der andere, Craig Wright, der als vermeintlicher Bitcoin-Erfinder vorgibt, ein komplett unabhängiges Geldsystem geschaffen zu haben. Besser könnten die Rollen kaum verteilt sein.
Vertrauen ist gut – Kontrolle besser?
Im Zusammenhang mit Blockchain und Krypto fallen Schlagwörter wie Zensurresistenz, Dezentralität oder “permissionless” inflationär. Doch bei genauerem Hinsehen fällt auf: In jedem Netzwerk greifen die Stellschrauben etwas anders, Blockchain ist eben nicht gleich Blockchain.
Bitcoin ist hierbei noch immer der Goldstandard, behauptet – ironischerweise – sein angeblicher Schöpfer: Craig Wright. Zumindest auf seine Art: “Man sollte kurz innehalten und sich fragen: Welche Denkweise setzt Trägheit mit Zwang gleich?” Übersetzt heißt das wohl: Wer nicht einsieht, dass außer Bitcoin alles bis zu einem gewissen Grad gesteuert wird, ist nicht ganz frisch in der Birne.
One must pause and ask: what kind of mind equates inertia with imposition?
To leave a system unchanged requires nothing. No coordination, no authority, no decree, no compliance. It is the absence of action—the natural persistence of what already exists.
To change a system is… https://t.co/vd1d2bLoP0
— S Tominaga (Aka Dr Craig Wright) (@CsTominaga) April 12, 2026
Diesen Affront ließ Ex-Ripple-CTO David Schwartz nicht auf sich sitzen. “Sorry, das ist einfach Unsinn”, erwiderte der Entwickler und konterte: “Wenn es einen Mechanismus gibt, der sicherstellt, dass morgen dieselben Regeln gelten wie heute, dann kann genau dieser Mechanismus auch dafür genutzt werden, morgen andere Regeln durchzusetzen”. Mit anderen Worten: Auch Bitcoin ist nicht ganz frei von Kontrolle.
Wer hat recht?
In dem Streitgespräch prallen unterschiedliche Sichtweisen aufeinander, die sich letztlich darin unterscheiden, wie eng oder weit man den Begriff Dezentralität definiert. Laut Schwartz gibt es echte Dezentralität praktisch nicht, weil jedes System am Ende auch von Menschen beeinflusst werden kann. Craig Wright zufolge hingegen sind Systeme mit festen Regeln gerade deshalb dezentral, weil niemand sie verändern kann.
Dahinter steckt nicht nur eine philosophische Debatte – es geht auch um die Frage, ob und wer Kontrolle über Netzwerke hat, die schließlich Milliarden verwalten. Und ob das, was vermarktet wird, auch mit der Realität übereinstimmt.
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So lautet das vielleicht langweilige Fazit: Beide haben irgendwie recht. Auch ein vermeintlich autarkes System wie Bitcoin wird permanent weiterentwickelt. Konflikte wie beim Ordinals-Streit zeigen, dass unterschiedliche Interessengruppen versuchen, Einfluss zu nehmen.
Auf der anderen Seite wäre es schlicht vermessen zu sagen, das XRP-Ledger sei genauso dezentral wie Bitcoin. “Systeme wie XRP stehen für ein Modell, in dem Kontrolle nicht theoretisch, sondern explizit ist – mit klar definierten Akteuren und Einflussmöglichkeiten”: Da kann man Craig Wright ausnahmsweise mal recht geben.
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