Bitcoin und Ethereum ohne Wallet-Risiko: CME startet neue Spot-Futures
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Nicht fehlendes Interesse, sondern strukturelle Hürden verunsicherten bislang viele potenzieller Anleger am Krypto-Markt. Unklare regulatorische Vorgaben, steuerliche Unsicherheiten und vor allem das Risiko rund um Wallets und Verwahrung sorgten dafür, dass ein Großteil potenzieller Investoren trotz hoher Kursgewinne nicht investierte.
Nun vollzieht sich ein wichtiger Entwicklungsschritt. Die Chicago Mercantile Exchange (CME) bietet spezielle Futures auf Bitcoin und Ethereum an, die sich eng am jeweiligen Kassapreis orientieren. Diese Instrumente ermöglichen es, an der Preisentwicklung der führenden Kryptowährungen teilzuhaben, ohne selbst digitale Coins halten oder verwahren zu müssen. Damit nähert sich der Krypto-Handel strukturell weiter den etablierten Kapitalmärkten an.
Das bestehende Wertpapierkonto für Bitcoin nutzen
Die Kontrakte bilden die Kursbewegungen von Bitcoin und Ethereum ab, während Handel, Abwicklung und Besicherung vollständig über regulierte Finanzintermediäre erfolgen. Anleger nutzen dafür ihr bestehendes Wertpapierkonto bei Brokern oder Depotbanken. Technische Hürden wie Private Keys, Wallet-Software oder Blockchain-Transaktionen spielen keine Rolle mehr, was den Marktzugang deutlich vereinfacht.
Die Ereignisse der vergangenen Jahre haben gezeigt, wie verwundbar unregulierte Strukturen sein können. Insolvenzen und Betrugsfälle bei Krypto-Börsen und Dienstleistern machten deutlich, dass nicht nur Kursschwankungen, sondern auch Verwahr- und Gegenparteirisiken zu erheblichen Verlusten führen können. Regulierte Börseninfrastruktur adressiert genau diese Schwachstellen.
Das Portfolio abgerundet – Krypto-Futures für Trader
Die CME verfügt bereits seit Jahren über ein breites Angebot an Futures auf digitale Vermögenswerte. Neben Bitcoin und Ethereum existieren Kontrakte auf weitere Kryptowährungen, die sowohl für kurzfristiges Trading als auch für strategische Positionierungen genutzt werden können. Futures erlauben es zudem, Long- und Short-Positionen einzugehen und damit auch von fallenden Kursen zu profitieren.
Ein weiterer Vorteil liegt in der standardisierten Struktur dieser Produkte. Laufzeiten, Kontraktgrößen und Margin-Anforderungen sind klar definiert. Zwar erfordern Futures grundsätzlich ein aktives Management – etwa durch das Rollen auslaufender Kontrakte –, dafür profitieren Marktteilnehmer von hoher Liquidität, transparenter Preisbildung und der Möglichkeit, Positionen flexibel anzupassen.
Custody-Risiko praktisch eliminiert
Das sogenannte Custody-Risiko zählt seit jeher zu den größten Kritikpunkten am direkten Krypto-Investment. Wer Coins selbst hält, trägt die volle Verantwortung für Sicherheit und Zugriff. Technische Fehler, verlorene Zugangsdaten oder externe Angriffe konnten in der Vergangenheit zu irreversiblen Verlusten führen.
Bei börsengehandelten Futures entfällt dieses Risiko weitgehend. Die Verwahrung erfolgt nicht auf Blockchain-Ebene, sondern über das regulierte Finanzsystem. Clearing und tägliche Abrechnung laufen über zentrale Gegenparteien wie das CME Clearing, das mit etablierten Sicherungsmechanismen arbeitet. Das reduziert sowohl das Verwahr- als auch das Gegenparteirisiko erheblich.
Regulierung schafft Klarheit
Ein zentrales Hemmnis für viele Anleger war die rechtliche Unsicherheit rund um Kryptowährungen. Unterschiedliche nationale Regelungen und uneinheitliche steuerliche Einordnungen erschwerten eine saubere Integration in bestehende Anlagestrategien.
Futures, die an regulierten Terminbörsen gehandelt werden, unterliegen hingegen klaren aufsichtsrechtlichen Rahmenbedingungen. Handelsüberwachung, Transparenzpflichten und standardisierte Abwicklungsprozesse sorgen für ein Maß an Rechtssicherheit, das insbesondere für professionelle Marktteilnehmer entscheidend ist. Auch Risikomanagement-Vorgaben wie tägliche Bewertung und Margining tragen zur Stabilität bei.
Eine Brücke zwischen zwei Welten
Die neuen Strukturen verbinden die Innovationskraft des Krypto-Markts mit den bewährten Mechanismen klassischer Finanzmärkte. Zwar bleibt die Volatilität von Kryptowährungen bestehen, doch der institutionelle Rahmen reduziert operationelle Risiken deutlich.
Für Vermögensverwalter, Hedgefonds und auch sicherheitsorientierte Privatanleger entsteht damit eine praktikable Möglichkeit, Krypto-Exposure in Portfolios einzubinden. Futures können nicht nur zur Spekulation, sondern auch zur Absicherung bestehender Positionen oder zur taktischen Allokation genutzt werden – ohne technische Komplexität und ohne direkten Kontakt mit der Blockchain.
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