Bitcoin-Liquidationen: 170.000 Trader verlieren 855 Millionen US-Dollar in 24 Stunden
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- Der Krypto-Markt hat in den vergangenen 24 Stunden eine heftige Bereinigungsphase erlebt. Laut Daten von CoinGlass wurden weltweit 168.040 Trader liquidiert, das Gesamtvolumen der Zwangsliquidationen belief sich auf 861.96 Millionen US-Dollar. Besonders stark traf es Long-Positionen, nachdem Bitcoin und Ethereum innerhalb kurzer Zeit deutlich nachgaben.
- Bitcoin stand mit rund 358 Millionen US-Dollar an Liquidationen an der Spitze, gefolgt von Ethereum mit etwa 295 Millionen US-Dollar. Die größte einzelne Zwangsliquidation ereignete sich auf Bitget: Eine BTCUSDT-UMCBL-Position im Wert von 13,52 Millionen US-Dollar wurde automatisch geschlossen. Solche Liquidationen entstehen, wenn stark gehebelte Positionen ihre Sicherheitsmargen unterschreiten – oft mit selbstverstärkenden Effekten für den Gesamtmarkt.
- Neben den reinen Liquidationszahlen häufen sich technische Warnzeichen. Auswertungen von Alphractal zeigen, dass die Mehrheit der Altcoins aktuell mit einem täglichen Relative Strength Index (RSI) unter fünfzig handelt. Ein RSI unter dieser Schwelle gilt als Hinweis auf anhaltenden Verkaufsdruck. Gleichzeitig ist das Verhältnis von Liquidationen zu Open Interest erhöht – ein typisches Merkmal für ein Umfeld, in dem Positionen unter Zwang abgebaut werden.
- Zusätzlichen Druck liefert das makroökonomische Umfeld. Auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos warnte Christine Lagarde, Präsidentin der Europäische Zentralbank, vor den Folgen neuer US-Zollandrohungen. Die daraus resultierende Unsicherheit sei schädlicher als die Zölle selbst, da Unternehmen und Investoren Entscheidungen aufschieben. Solche Signale erhöhen die Risikoaversion an den globalen Finanzmärkten – mit spürbaren Folgen für spekulative Assets wie Kryptowährungen.
- Zusätzlich richtet sich der Blick der Märkte auf den weiteren Tagesverlauf. Im Fokus steht der Auftritt von Donald Trump beim World Economic Forum, der für etwa 15 Uhr MEZ erwartet wird. Marktteilnehmer achten insbesondere auf mögliche Aussagen zu Handelskonflikten mit der Europäischen Union. Zwar gibt es Hoffnungen auf deeskalierende Töne, doch frühere Erwartungen auf Entspannung wurden mehrfach enttäuscht. Eine negative Überraschung könnte den bestehenden Verkaufsdruck auf Risikoanlagen weiter verstärken.
- Die aktuelle Liquidationswelle unterstreicht die Verwundbarkeit des Krypto-Marktes bei hoher Hebelnutzung. Kurzfristig bleibt die Volatilität erhöht, da technische Schwäche, Derivate-Abbau und makroökonomische Unsicherheit zusammenkommen. Mittel- bis langfristig wirken solche Deleveraging-Phasen jedoch oft reinigend, da übermäßige Risiken aus dem Markt gespült werden. Für Bitcoin und Ethereum bedeutet das zunächst erhöhten Druck – zugleich aber die Chance auf stabilere Marktstrukturen, sobald sich das Umfeld beruhigt.
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