Bei KI sind die Auftragsbücher voll, bei Quantum wird Phantasie eingepreist
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- IonQ - WKN: A3C4QT - ISIN: US46222L1089 - Kurs: 31,270 $ (NYSE)
- D-Wave Quantum - WKN: A3DSV9 - ISIN: US26740W1099 - Kurs: 10,235 € (XETRA)
- Rigetti Computing Inc - ISIN: US76655K1034 - Kurs: 11,520 $ (Nasdaq)
- Quantum Computing - WKN: A2NB6G - ISIN: US74766W1080 - Kurs: 6,560 $ (Nasdaq)
- Arqit Quantum Inc. - WKN: A40P0P - ISIN: KYG0567U1278 - Kurs: 16,410 $ (Nasdaq)
- Xanadu Quantum T. - WKN: A426Z7 - ISIN: CA98390R1029 - Kurs: 2,640 $ (Nasdaq)
- IQM Finland Oy - WKN: A42GGM - ISIN: US4629211073 - Kurs: 9,010 $ (Nasdaq)
- Infleqtion Inc. - WKN: A422S8 - ISIN: US45676K1034 - Kurs: 8,750 $ (NYSE)
Am Beispiel des aktuellen Stadiums der Technologietrends KI vs Quantumcomputing lässt sich ein ganz wichtiger herausarbeiten, der für das Anlegen und Investieren in der aktuellen Marktphase essentiell ist. Beim Thema KI ist die Nachfrage längst real. Microsoft, Amazon, Alphabet, Meta und Oracle investieren hunderte Milliarden Dollar in Rechenzentren, GPUs, Speicher, Netzwerke und Stromversorgung. JP Morgan erwartet allein dieses Jahr rund 900 Mrd. USD KI-Capex und bis 2030 kumuliert etwa 5,5 Bio. USD weltweit. Gleichzeitig wachsen die Cloud-Umsätze kräftig und große Teile der zukünftigen Kapazität sind bereits vertraglich gebunden. Diese Nachfrage läuft durch die komplette Lieferkette. Nvidia verkauft die GPUs. Micron, SK Hynix und Samsung liefern HBM und DRAM. Broadcom und Arista profitieren bei Networking. Coherent, Lumentum und Ciena sitzen in der optischen Infrastruktur. Vertiv verdient an Stromversorgung und Kühlung. Das Entscheidende, da stehen reale Bestellungen dahinter.
Bei vielen Unternehmen ist die Nachfrage bereits für kommende Quartale und teilweise Jahre sichtbar. Speicher ist knapp, Cloud-Kapazitäten sind gebucht und Datacenter werden tatsächlich gebaut. KI-Infrastruktur ist kein theoretischer Zukunftsmarkt, die konkrete Nachfrage ist massiv.
Quantum Computing befindet sich an einem ganz anderen Punkt. Das von JP Morgan gezeigte Universum reicht von IonQ und Quantinuum über D-Wave und Rigetti bis zu Infleqtion, IQM, Pasqal, Xanadu und Quantum Computing Inc. Die Unternehmen verfolgen dabei völlig unterschiedliche technologische Ansätze. Hier ein paar Auszüge direkt aus dem Research, es liest sich kurzzeitig etwas trocken, abstrakt:
IonQ und Quantinuum setzen auf Trapped-Ion-Systeme. D-Wave setzt primär auf Quantum Annealing und entwickelt parallel Gate-Model-Technologie. Rigetti und IQM arbeiten mit supraleitenden Qubits. Pasqal und Infleqtion setzen auf neutrale Atome. Xanadu und Quantum Computing Inc. verfolgen photonische Ansätze. Das Problem aus Investorensicht ist, noch weiß niemand sicher, welche Architektur langfristig wirtschaftlich gewinnt.
IonQ ist derzeit einer der größten Pure Plays. Das Unternehmen erzielte im zweiten Quartal rund 80 Mio. USD Umsatz, +287% gegenüber dem Vorjahr. Nach der Übernahme von SkyWater wurde die Jahresprognose inzwischen auf 450 bis 460 Mio. USD angehoben. Gleichzeitig verfügt IonQ über mehrere Milliarden Dollar Liquidität. Das Wachstum ist also real, aber ein erheblicher Teil der neuen Umsatzgröße stammt inzwischen aus dem erweiterten Konzern inklusive SkyWater.
Quantinuum zeigt technologisch enorme Fortschritte, wirtschaftlich ist das Geschäft aber noch sehr klein. Im zweiten Quartal lag der Umsatz bei lediglich 8 Mio. USD, trotz +279% gegenüber dem Vorjahr. Gleichzeitig verfügte das Unternehmen über rund 2,1 Mrd. USD Cash. Die Bewertung reflektiert damit weniger das heutige Geschäft als die Erwartung, dass Quantinuums Technologie künftig kommerziell enorme Bedeutung bekommt.
Technologisch liefert Quantinuum durchaus Argumente dafür. Im Oktober meldete das Unternehmen eine logische Fidelity von 99,9995% (Oh mein Gott, ja. Die Technikfreaks können das sinnvoll einordnen. Sei's drum) , also lediglich 5 Fehler pro einer Million Operationen, und sieht sich damit auf dem Weg zu fehlertolerantem Quantum Computing. Das ist technologisch beeindruckend. Aber technologische Leistungsfähigkeit ist noch nicht dasselbe wie ein skalierter Milliardenmarkt.
Bei Quantum Computing basiert ein großer Teil der Bewertung dagegen auf recht grobschlächtigen zukünftigen Annahmen:
Wann wird Quantum Computing klassischen Rechnern bei wirtschaftlich relevanten Aufgaben überlegen?
Wie viele fehlertolerante Qubits werden dafür benötigt?
Welche Architektur gewinnt?
Wie teuer wird ein nutzbarer Quantenrechner?
Wer wird dafür tatsächlich Milliarden bezahlen?
Natürlich gibt es heute bereits Kunden, Forschungsaufträge, Cloud-Angebote, staatliche Programme und kommerzielle Pilotprojekte. Das ist nicht nichts. Aber es ist noch keine Nachfragebasis, die mit dem heutigen KI-Infrastrukturmarkt vergleichbar wäre. Der Markt bewertet diese Unternehmen nicht auf Basis heutiger Gewinne. Er bewertet sie auf Basis einer möglichen Zukunft, in der Quantum Computing Pharmaforschung, Materialwissenschaft, Kryptografie, Logistik, Finanzmodelle und industrielle Optimierung fundamental verändert.
KI-Aktien werden heute zunehmend auf Basis realer Nachfrage bewertet. Quantum-Aktien werden noch überwiegend auf Basis zukünftiger Wahrscheinlichkeit bewertet. Sie sind derzeit noch sehr sehr spekulativ.








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