Analyse
13:30 Uhr, 02.01.2026

BAIDU spaltet KI-Tochter ab - Aktie stark gefragt

Der chinesische Internetkonzern Baidu treibt die Abspaltung seines Chipgeschäfts voran. Kern der Transaktion ist Kunlunxin (Beijing) Technology, eine auf KI-Hochleistungsprozessoren spezialisierte Tochter, die künftig eigenständig an der Börse bewertet werden soll.

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  • Baidu Inc. R.Shs A(Sp.ADRs)1/10/DL-,00005 - WKN: A0F5DE - ISIN: US0567521085 - Kurs: 130,660 $ (Nasdaq)

Baidu hat zum Jahresbeginn einen Antrag für eine separate Notierung der H-Aktien von Kunlunxin am Main Board der Hong Kong Stock Exchange eingereicht.

Verborgene Werte sollen freigesetzt werden

Kunlunxin entwickelt und vermarktet KI-Chips für rechenintensive Anwendungen wie maschinelles Lernen, Deep Learning und generative KI. Die Prozessoren kommen vor allem in Rechenzentren zum Einsatz und sind darauf ausgelegt, Training und Inferenz großer Sprach- und Bildmodelle effizient zu beschleunigen. Baidu nutzt die Chips selbst in großem Umfang für seine Cloud- und KI-Dienste, positioniert Kunlunxin aber zugleich als unabhängigen Anbieter für externe Kunden aus Industrie, Forschung und Internetwirtschaft. Ziel ist es, eine heimische Alternative zu westlichen Hochleistungs-GPUs zu etablieren und Chinas technologische Abhängigkeit im strategisch sensiblen Halbleiterbereich zu reduzieren.

Branchenkreisen zufolge wurden Kunlunxin-Prozessoren unter anderem in zentrale Beschaffungsprogramme großer chinesischer Telekom- und Cloudanbieter aufgenommen, was dem Unternehmen erstmals Zugang zu volumenstarken Aufträgen verschafft. Parallel treibt Kunlunxin die technologische Weiterentwicklung voran. Neue Chipgenerationen sollen ab 2026 sowohl das Training als auch die Inferenz großer KI-Modelle in Rechenzentren abdecken und die Leistungsfähigkeit gegenüber bisherigen Eigenentwicklungen deutlich steigern. Vor dem Hintergrund eingeschränkter Liefermöglichkeiten westlicher Hochleistungs-GPUs wächst damit die strategische Bedeutung von Kunlunxin im heimischen Markt spürbar.

Mit der geplanten Abspaltung will Baidu den Wert des Chipgeschäfts sichtbarer machen und gezielt Investoren ansprechen, die auf das Wachstum im KI-Halbleitermarkt setzen. Kunlunxin soll als eigenständig gelistetes Unternehmen leichter Zugang zu Kapital erhalten und Managementverantwortung stärker an operative Leistung gekoppelt werden. Nach Abschluss der Transaktion soll das Unternehmen dennoch im Konsolidierungskreis von Baidu verbleiben.

Noch sind Zeitplan und Umfang des Börsengangs offen. Die Transaktion steht unter dem Vorbehalt regulatorischer Genehmigungen in Hongkong und auf dem chinesischen Festland. Für Baidu ist der Schritt dennoch strategisch konsequent: Der Konzern versucht, den Wert seiner KI-Aktivitäten klarer herauszuarbeiten, während Kunlunxin als Chipentwickler im geopolitisch aufgeladenen Wettbewerb um Rechenleistung mehr unternehmerische Freiheit gewinnt. Die Fantasie ist groß.

Fazit: Die Baidu-Aktie profitiert klar von der geplanten Abspaltung. Börsengänge von Chipunternehmen waren in China zuletzt stark gefragt und haben enorme Kursgewinne verzeichnet. Baidu springt auf diesen Trend auf und will so Werte für die Aktionäre besser sichtbar machen.

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