Analyse

AU Optronics mit grandiosem Comeback

Das Nachfolgeunternehmen von Acer Display Technologies feiert gerade ein massives Comeback - und das relativ unbemerkt.

Erwähnte Instrumente

  • AUO Corp
    ISIN: US0022554044Kopiert
    Kursstand: 4,34 $ (NYSE) - Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung
    VerkaufenKaufen
  • AUO Corp - WKN: A3DTJ2 - ISIN: US0022554044 - Kurs: 4,34 $ (NYSE)

Der Langzeitchart erzählt einen Großteil der Story, die seit Jahren vom Niedergang erzählt. Seit 2007 ging es abwärts. Den bisherigen Rekordumsatz und Gewinn erzielte das Unternehmen im Jahr 2007 mit 16 Mrd. USD Umsatz und 1,9 Mrd. USD Gewinn. Davon ist in den Jahren danach nicht viel geblieben. Aus dem dicken Plus wurde ein dickes Minus. 2011 und 2012 wurden jeweils knapp 2 Mrd. Verlust geschrieben. Das erklärt auch, weshalb der Kursrückgang so überaus beachtlich war. Die Aktie verlor vom Hoch zum Tief 90% an Wert. Zu Zeiten des großen Gewinns war das Unternehmen 22 Mrd. USD schwer. Aktuell sind es nur mehr gut 4 Mrd. Da liegen Welten dazwischen.

AU Optronics Corp
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Wenn ein Unternehmen über einen längeren Zeitraum hohe Verluste schreibt, dann müssen sich Anleger ernsthaft Sorgen machen. Um ein Unternehmen weiter am Laufen zu halten braucht es Liquidität. Die kann ein Unternehmen bekommen, indem es sich weiter verschuldet oder Vermögenswerte veräußert und so den Verlust finanziert. Bau AU Optronics war es eine Mischung von beidem. Die Schulden vervierfachten sich zwischen 2004 und 2011. Gleichzeitig gingen die Vermögenswerte zurück. Insgesamt ist die Entwicklung bei den Net Assets eindrucksvoll zu sehen. Diese betrugen einmal 10 Mrd. und reduzierten sich in den Verlustjahren auf 5,4 Mrd. 2013 konnte AU den Turnaround schaffen. Schulden wurden radikal abgebaut, die Assetposition verbessert sich. Die Nettovermögenswerte stiegen auf 6 Mrd. Ende 2013 und 6,2 Mrd. mit Ende des zweiten Quartals 2014.

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Jetzt ist AU an der Börse lediglich 4,2 Mrd. USD wert. Theoretisch könnte man das Unternehmen zu 4,2 Mrd. kaufen und zu 6,2 Mrd. abwickeln. Gewinn: 2 Mrd. oder knapp 50%.
Der Hauptgrund für eine so niedrige Bewertung der Assets ist die Erwartungshaltung der Anleger. Wenn Assets deutlich unter wert gehandelt werden, dann wird davon ausgegangen, dass in Zukunft kein Wert (Gewinn) kreiert wird, sondern Wert zerstört wird, also Verluste geschrieben werden. Dieses Gap zwischen Wert der Assets und dem gehandelten Wert könnte durch einen Jahresverlust von 2 Mrd. geschlossen werden.
Da dieses Gap noch existiert, traut der Markt dem Unternehmen (noch) nicht zu wieder Wert zu kreieren. Dabei hat das Unternehmen 2013 immerhin wieder einen Gewinn von 300 Mio. geschrieben und den Umsatz um 1,3 Mrd. gesteigert. Bisher sieht 2014 sehr gut aus. Im ersten Halbjahr konnte der Gewinn im Vergleich zur Vorjahresperiode vervierfacht werden. Anleger zieren sich dennoch. Meiner Meinung nach ist das ein Fehler.

Die Chancen stehen gut, dass der Turnaround geschafft ist. Das Unternehmen baut wieder Assets auf. Der Gewinn steigt deutlich an. Dabei ist das zweite Halbjahr das lukrativere. Als Hersteller von Bildschirmen für Fernseher und Smartphones ist das Weihnachtsgeschäft nicht zu unterschätzen. Zugegeben, in diesem Jahr dürfte die WM den Verkauf im ersten Halbjahr mit angeschoben haben.
So oder so, AU hat 2014 schon fast so viel Gewinn geschrieben wie im ganzen Jahr 2013. Das sieht für mich nach mehr als nur Zufall aus. Mit dem zweiten Quartal 2014 konnte AU die Markterwartungen zum fünften Mal in Folge deutlich schlagen. Das ist nicht mehr statistisches Rauschen, das ist ein Trend.
Die Aktie ist bei Rücksetzern eine Überlegung wert.

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Über den Experten

Clemens Schmale
Clemens Schmale
Finanzmarktanalyst

Clemens Schmale hat seinen persönlichen Handelsstil seit den 1990er Jahren an der Börse entwickelt.

Dieser gründet auf zwei Säulen: ein anderer Analyseansatz und andere Basiswerte. Mit anders ist vor allem die Kombination aus Global Makro, fundamentaler Analyse und Chartanalyse sowie Zukunftstrends gemeint. Während Fundamentaldaten und Makrotrends bestimmen, was konkret gehandelt wird, verlässt sich Schmale beim Timing auf die Chartanalyse. Er handelt alle Anlageklassen, wobei er sich größtenteils auf Werte konzentriert, die nicht „Mainstream“ sind. Diese Märkte sind weniger effizient als andere und ermöglichen so hohes Renditepotenzial. Sie sind damit allerdings auch spekulativer als hochliquide Märkte. Die Haltedauer einzelner Positionen variiert nach Anlageklasse, beträgt jedoch meist mehrere Tage, oft auch Wochen oder Monate.

Rohstoffe, Währungen und Volatilität handelt er aktiv, in Aktien und Anleihen investiert er eher langfristig. Die Basiswerte werden direkt – auch über Futures – oder über CFDs gehandelt, in Ausnahmefällen über Optionen und Zertifikate.

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