Kommentar
09:10 Uhr, 05.03.2026

Aktienmärkte atmen auf

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Entspannungssignale aus Nahost

Nach zunächst nur moderaten Verlusten seit Ausbruch des Krieges im Nahen Osten zogen die Kurse an der Wall Street spürbar an. Entlastend wirkte, dass die Ölpreise nach dem kräftigen Sprung die Hochs vom Vortag um 85 Dollar je Barrel nicht erneut erreicht haben. Die USA stellten inzwischen Schritte zur Stabilisierung der Öllieferungen im Persischen Golf in Aussicht: Geplant sind Militäreskorten, zudem sollen Transportversicherungen abgesichert werden. Für zusätzlichen Optimismus sorgten Berichte, wonach der Iran auf Geheimdienstebene Gesprächsbereitschaft über ein Kriegsende signalisiert haben soll. Der Dow-Jones-Index stieg um 0,5 % auf 48.739 Punkte. Der S&P 500 legte um 0,8 % auf 6.870 Punkte zu. Auch in Europa setzte eine erste Erholung ein: Der DAX schloss 1,7 % höher bei 24.205,36 Punkten, der EuroStoxx 50 gewann 1,72 % auf 5.870,92 Punkte.

Entscheidende Frage: Ist die Straße von Hormus bald wieder offen?

Der europäische Gasmarkt steht erneut unter Druck. An der niederländischen Terminbörse TTF sprang der Preis für kurzfristige Lieferungen auf 65,79 Euro je Megawattstunde. Das entspricht einem Plus von knapp 106 % gegenüber dem Schlusskurs vom Freitag und markiert den höchsten Stand seit Januar 2023. Auslöser ist die vorübergehende Stilllegung der Flüssigerdgasproduktion im katarischen Exportkomplex Ras Laffan Industrial City nach einem iranischen Drohnenangriff. Die Anlage steht für etwa ein Fünftel der weltweiten LNG-Produktion. Auch wenn viele Lieferungen nach Asien gehen, verschärft der Ausfall den globalen Wettbewerb um Ersatzmengen - und stützt damit die Preise in Europa. Erschwerend kommen ungewöhnlich niedrige Speicherstände hinzu. Europa ist im Sommer auf hohe Importmengen angewiesen, zusätzliche US-Lieferungen können die Lücke kurzfristig kaum schließen. Entscheidend bleibt die Dauer der Unterbrechung. Zwar könnte sich ein Teil der jüngsten Übertreibung wieder abbauen, zum Handelsschluss notierte der Kontrakt bei 48,79 Euro; doch das mittelfristige Chartbild signalisiert den Beginn einer neuen Aufwärtsphase. Energie bleibt damit ein zentraler Risikofaktor.

Veränderung bei MDAX und SDAX

ISS STOXX hat die neue Zusammensetzung der DAX-Indizes bekannt gegeben. In den MDAX steigen Deutz, Salzgitter und Jenoptik auf; TeamViewer, Fielmann und Carl Zeiss Meditec wechseln in den SDAX. Zusätzlich kommt INIT Innovation neu in den SDAX, während Deutz, Salzgitter, Jenoptik und PSI Software dort künftig fehlen. Wirksam wird dies zum 23.03.2026, die nächste Überprüfung erfolgt am 03.06.2026. Deutsche Wohnen fliegt wegen zu geringem Free Float (unter 10 %) am 09.03.2026 aus dem MDAX. Schaeffler rückt nach. Im SDAX ersetzt Einhell Schaeffler.

Weiter steht der Nahe Osten im Fokus

Heute richten sich die Blicke erneut auf die jüngsten Entwicklungen am Arabischen Golf. Vor diesem Hintergrund treten die Konjunkturdaten an den Märkten in den Hintergrund. Auf der Agenda steht im Euroraum um 11:00 Uhr lediglich die Veröffentlichung der Einzelhandelsumsätze für Januar. Am frühen Nachmittag folgen aus den USA der Importpreisindex für Januar sowie die vorläufigen Schätzungen zur Produktivität (ohne Landwirtschaft) und zu den Lohnstückkosten für das Schlussquartal 2025.

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