Kommentar
18:00 Uhr, 17.01.2026

10 Prozent Bitcoin im MSCI-World-Portfolio: Wie stark ist der Renditeeffekt?

Der MSCI World gilt vielen Anlegern als "das" Investment schlechthin. So wirkt sich ein Bitcoin-Anteil von 10 Prozent auf Risiko und Rendite aus.

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Mit dem Vorschlag, Bitcoin-Treasury-Unternehmen wie MicroStrategy aus dem Indexuniversum auszuschließen, stieß MSCI auf heftigen Widerstand – und ruderte schließlich zurück. Dass sich Michael Saylor in diesem Streit behauptete und neben der MSTR-Aktie auch zahlreiche weitere Treasury-Wertpapiere weiterhin von ETF-Zuflüssen profitieren, verdeutlicht den Wandel der Machtverhältnisse im Jahr 2026. Heute investieren Millionen ETF-Sparer über Indizes wie den MSCI World oder den MSCI USA bereits indirekt einen Teil ihres Kapitals in Bitcoin. Doch was bewirkt eigentlich eine direkte BTC-Beimischung für das Risiko- und Renditeprofil eines Portfolios? BTC-ECHO hat nachgerechnet: Das bedeuten 10 Prozent in Bitcoin für ein MSCI-World-Investment.

Renditevergleich: MSCI World mit und ohne Bitcoin

Ein klassisches MSCI-World-Portfolio ohne Bitcoin hätte in den vergangenen fünf Jahren rund 86,2 Prozent Rendite erzielt. Aus 100.000 Euro wären somit etwa 186.200 Euro geworden. Zweifellos ein beachtliches Ergebnis, das die starke Entwicklung eines breit gestreuten Aktienportfolios seit dem Krisenjahr 2020 widerspiegelt. Der global diversifizierte Index bündelt Unternehmen aus 23 entwickelten Volkswirtschaften und ist vor allem von US-Aktien geprägt, die auf eine Gewichtung von fast 70 Prozent kommen. Rechnet man den MSCI World zurück bis in das Jahr 1978, beträgt seine jährliche Durchschnittsrendite rund 10 Prozent. Der zurückliegende Fünfjahreszeitraum bescherte dem globalen Aktienmarkt somit ungewöhnlich hohe Kurszuwächse.

MSCI-World-Fünfjahresrendite (gerechnet mit dem iShares-ETF, WKN A0RPWH) I Quelle: justETF

Mit einer Beimischung von lediglich 10 Prozent in Bitcoin verändert sich das Bild nochmals. Hätte ein Anleger vor fünf Jahren 90.000 Euro in den iShares MSCI World ETF und 10.000 Euro in die Kryptowährung investiert, stünde sein Portfolio heute bereits bei einem Wert von rund 194.000 Euro. Gegenüber der reinen Aktienstrategie entspricht das einem Mehrertrag von gut 7.800 Euro. Ein Effekt, der zeigt, wie positiv sich schon eine kleine Bitcoin-Allokation auf die Gesamtperformance auswirken kann.

Der Grund dafür liegt auf der Hand: Trotz des enttäuschenden Krypto-Jahres 2025 hat Bitcoin in den vergangenen Jahren erstaunlich hohe Renditen erzielt. Über den Zeitraum von fünf Jahren kommt die Kryptowährung auf eine kumulierte Wertsteigerung von 164 Prozent (in Euro). Diese Dynamik wirkt im Portfolio wie ein Renditeverstärker und kann selbst bei geringer Gewichtung einen zusätzlichen Performance-Schub liefern. Wegen des niedrigeren Bitcoin-Kurses zum Jahresanfang 2023 wäre der Renditeboost bei einer dreijährigen Vergleichsperiode sogar nochmals deutlich größer.

Die Fünfjahresrendite von Bitcoin (in Euro) liegt bei 164,5 Prozent I Quelle: TradingView

Volatilität und Diversifikation: Die Kehrseite der BTC-Beimischung?

Die 10-prozentige Bitcoin-Allokation erhöht allerdings nicht nur die Renditechancen, sondern verändert auch das Risikoprofil eines Portfolios. Während ein reines MSCI-World-Investment in den zurückliegenden fünf Jahren eine Volatilität von etwa 14,3 Prozent aufweist, steigt diese infolge der Bitcoin-Beimischung auf etwa 15,1 Prozent – nicht so stark, wie die meisten wohl vermutet hätten. Zwar gibt es noch immer starke Preisschwankungen der Kryptowährung, doch ihr Einfluss bleibt aufgrund der geringen Gewichtung begrenzt und wird zudem durch die insgesamt niedrige Korrelation zum Aktienmarkt abgefedert.

Das leicht höhere Risiko zeigt sich auch beim maximalen Drawdown. Während globale Aktienmärkte in der Vergangenheit meist moderate Rücksetzer verzeichneten, fallen die Verluste bei Bitcoin in Korrekturphasen häufig stärker aus. In Phasen erhöhter Marktunsicherheit kann dies zu kurzfristig größeren Verlusten im Gesamtportfolio führen. Der maximale Wertverlust des 90/10-Portfolios von knapp 23 Prozent bleibt dennoch erheblich moderater als die fast 74 Prozent bei Bitcoin im Zyklustief November 2022.

Bitcoin alleine bleibt Renditekönig, verlangt jedoch starke Nerven von den Maximalisten I Quelle: KI-generiert, Daten von investing.com

Dem leicht erhöhten Risiko steht ein interessanter Diversifikationseffekt gegenüber. Auf Basis täglicher Renditen bewegte sich die Korrelation zwischen Bitcoin und dem MSCI World in dem untersuchten Zeitraum überwiegend im niedrigen Bereich und schwankte meist zwischen nahe null und rund +0,35. Im Durchschnitt lag sie bei etwa 0,18, was darauf hindeutet, dass sich beide Anlageklassen häufig unabhängig voneinander entwickelten.

Allerdings ist diese Korrelation nicht stabil. In einzelnen Marktphasen liefen Bitcoin und Aktien zeitweise parallel, während es in anderen Perioden zu einer deutlichen Entkopplung kam – etwa 2022 und 2023 sowie 2025, als Aktien zulegten, Bitcoin jedoch schwächer abschnitt. Für Anleger bedeutet das: Bitcoin kann zur Diversifikation beitragen, erhöht aber zugleich die Volatilität und erfordert eine entsprechend höhere Risikotoleranz.

MSCI World, Bitcoin und das 90/10-Portfolio in Hinblick auf Rendite, Risiko und Diversifikation

Die Rendite von Bitcoin fiel in den vergangenen fünf Jahren deutlich höher aus als die des globalen Aktienmarkts. Auf Eurobasis legte Bitcoin im Zeitraum von Januar 2021 bis Januar 2026 um etwa 164 Prozent zu, was einer annualisierten Rendite von etwa 21,6 Prozent pro Jahr entspricht. Der MSCI World erzielte derweil einen Zuwachs von 86 Prozent und eine durchschnittliche jährliche Rendite von knapp 13,2 Prozent. Das von uns analysierte 90/10-Portfolio aus MSCI World und Bitcoin hätte eine Gesamtrendite von rund 94 Prozent erreicht und das reine Aktieninvestment übertroffen, ohne aber die BTC-Volatilität zu übernehmen. Die annualisierte Portfolio-Rendite läge dementsprechend bei 14,1 Prozent.

Für langfristig orientierte Anleger kann diese Mischung eine spannende Alternative darstellen, um an der Wertentwicklung von Bitcoin zu partizipieren, ohne die extremen Schwankungen eines reinen Investments in die Kryptowährung tragen zu müssen. Bei einem Rebalancing-Verzicht hätte sich der Bitcoin-Anteil aufgrund der stärkeren Kursentwicklung zudem automatisch von ursprünglich 10 Prozent auf inzwischen rund 14 Prozent erhöht, was die Bedeutung von Bitcoin im Portfolio langfristig verstärkt.

Langsam wächst die Bitcoin-Position, ganz ohne aktives Zutun I Quelle: KI-generiert, Daten von investing.com

Fazit: Das von uns untersuchte 90/10-Portfolio verbindet die Stabilität globaler Aktien mit dem langfristigen Wachstumspotenzial von Bitcoin, ohne Anleger den teils enormen Schwankungen eines reinen BTC-Investments auszusetzen. Darüber hinaus zeigt der Blick auf unterschiedliche Marktphasen, dass der Renditeeffekt stark vom Betrachtungszeitraum abhängt und Bitcoin die Performance in anderen Zyklen sogar noch deutlicher hätte verbessern können. Für langfristig orientierte Anleger mit Aktienfokus kann eine Bitcoin-Beimischung auf Basis dieser Analyse eine sinnvolle Ergänzung zur Renditesteigerung sein.

Quellen

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