Zinsnachteil schwächt Schweizer Franken
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Schweizer Franken schwächelt
Der Schweizer Franken notiert derzeit zum Euro so schwach wie zuletzt vor knapp einem Jahr. Bereits am vergangenen Freitag stieg der Wechselkurs über 0,94 Franken je Euro. Zum Wochenbeginn wurde diese Marke erneut überschritten. Derzeit scheint die in der ersten Jahreshälfte dominierende Eigenschaft des Schweizer Frankens als sicherer Hafen in den Hintergrund zu treten. Die Anleger konzentrieren sich nun auf den zunehmenden Zinsnachteil der eidgenössischen Währung gegenüber dem Euro. Die Schweizerische Nationalbank hält ihren Leitzins bereits seit Juni 2025 bei 0 %, eine Anhebung ist nicht in Sicht. Der Franken ist dadurch auch als Finanzierungswährung für Carry Trades im Fokus, was den Abwertungsdruck erhöht. Bei dieser Handelsstrategie leihen sich Investoren Kapital in Niedrigzinswährungen und legen dieses in höher verzinslichen Währungen an. Auch wenn die Zinsdifferenz durchaus für eine weitere Abschwächung des Frankens spricht, ist das Abwertungspotenzial unserer Ansicht nach begrenzt. Bei erneut ansteigender Risikoaversion dürfte die Nachfrage nach dem Franken wieder steigen. Zudem ist der Franken gegenüber dem Euro gemäß unseres Kaufkraftparitätenmodells derzeit unterbewertet. Die Parität des Franken zum Euro sollte somit erst einmal außer Reichweite bleiben. Bis zur Jahresmitte 2027 rechnen wir per Saldo mit einer Seitwärtsbewegung des Wechselkurses.
Enttäuschende Daten aus China
Chinas Wirtschaft ist schwach in die zweite Jahreshälfte gestartet. Industrieproduktion, Einzelhandelsumsätze und Investitionen entwickelten sich im Juli schlechter als erwartet, belastet durch extreme Wetterereignisse, die Immobilienkrise und eine anhaltend schwache Binnennachfrage. Zwar stützen robuste Exporte weiterhin die Industrie, doch die hohe Abhängigkeit vom Außenhandel macht die Wirtschaft anfällig für Handelskonflikte und externe Schocks. Der Druck auf die Regierung, die Konjunktur stärker zu unterstützen, nimmt zu.
Iran-Konflikt bleibt im Fokus
Auf dem Makrokalender stehen heute die ZEW-Konjunkturerwartungen für Deutschland. Wir prognostizieren eine leichte Verbesserung von 26,3 auf 30,0 Punkte. Jenseits des Atlantiks werden eine Reihe von Daten veröffentlicht, unter anderem zum US-Immobilienmarkt und zur Industrieproduktion. Das zentrale politische Risiko für die Finanzmärkte bleibt der festgefahrene Iran-Konflikt und der Streit um die Straße von Hormus. Die 60-Tage-Frist für eine weitergehende Einigung zwischen den USA und Iran lief aus, ohne dass ein belastbarer Durchbruch erzielt wurde. Der Iran kündigte an, eine offensivere Haltung einzunehmen, und die USA schlossen eine Verlängerung des Waffenstillstandsabkommens aus, was die Sorgen um die Energieversorgung verstärkte. Die Notierungen für Öl der Nordseesorte Brent kletterten nach dem gestrigen kräftigen Anstieg heute Morgen noch weiter nach oben auf über 91 US-Dollar je Fass.
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