Xiaomi-Aktie: Kurssprung nach SkyNomad-Zahlen
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Xiaomi Aktie springt um 10 Prozent: Neue SkyNomad-Reihe überzeugt die Anleger
Die Xiaomi Aktie hat am Freitag einen der stärksten Handelstage des Jahres hingelegt. Im deutschen Handel gewann das Papier rund 10 Prozent und notierte am Abend bei etwa 2,95 Euro, nach 2,68 Euro am Vortag. Auslöser waren die ersten Absatzzahlen der neuen Fahrzeugreihe SkyNomad, die in China unter dem Namen Pengcheng läuft.
Über 70.000 feste Bestellungen im ersten Monat
Xiaomi Auto meldete für die SkyNomad-Modelle N70 und N90 mehr als 70.000 verbindliche Bestellungen. Die Zahl bezieht sich auf die ersten 30 Verkaufstage vom 7. September bis zum 7. Oktober. Eine Aufteilung nach einzelnen Modellvarianten nannte das Unternehmen nicht.
Entscheidend für die Börse: Es handelt sich um feste Kaufverträge und nicht um unverbindliche Reservierungen. Genau auf diesen Nachweis hatten Anleger gewartet, nachdem Xiaomi die Zahlen für die Zeit nach dem 7. Oktober angekündigt hatte.
September mit mehr als 40.000 Auslieferungen
Auch bei den Auslieferungen zieht das Tempo an. Im September übergab Xiaomi erstmals in diesem Jahr mehr als 40.000 Fahrzeuge an Kunden. Davon entfielen laut Gründer Lei Jun bereits über 10.000 Einheiten auf die neue Baureihe.
Zum Vergleich: Von April bis August lag der Monatswert jeweils bei gut 30.000 Fahrzeugen. In den ersten neun Monaten kommt Xiaomi damit auf mehr als 286.000 Auslieferungen.
Rückenwind kam zusätzlich von einer Branchenauswertung zur Wertstabilität. Das SUV YU7 erreichte dort nach einem Jahr einen Restwert von 82,5 Prozent und lag damit vor den verglichenen Elektroautos.
Freundliches Umfeld in Hongkong
Der Kurssprung fand nicht im luftleeren Raum statt. Der Hang Seng legte am Freitag um rund 1,1 Prozent zu, Technologiewerte waren besonders gefragt. Neben Xiaomi stiegen auch BYD, Li Auto, Geely und XPeng.
Xiaomi gehörte dabei zu den stärksten Titeln im Leitindex. Die eigene Absatzmeldung lieferte den konkreten Anlass, das Marktumfeld den zusätzlichen Schub.
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Das Jahresziel bleibt eine hohe Hürde
Bei aller Freude lohnt ein nüchterner Blick auf die Zahlen. Xiaomi will 2026 insgesamt 550.000 Fahrzeuge ausliefern. Nach neun Monaten fehlen dafür noch rund 264.000 Einheiten, also etwa 88.000 pro Monat im Schlussquartal. Das wäre mehr als das Doppelte des September-Werts.
Die Bestellungen sind also da, jetzt muss die Produktion nachziehen. Xiaomi versucht, die Nachfrage mit befristeten Vorteilen bei Finanzierung und Ausstattung im Oktober hochzuhalten. Ob das auf die Marge drückt, werden erst die nächsten Quartalszahlen zeigen.
Hinzu kommt das schwächelnde Kerngeschäft. Im ersten Quartal sank der Konzernumsatz um 10,9 Prozent, der Nettogewinn brach um 57 Prozent ein. HSBC rechnet für 2026 mit rund zehn Prozent weniger Smartphone-Umsatz und erwartet eine Erholung der Profitabilität erst im kommenden Jahr.
Einordnung: Erholung ja, Trendwende noch offen
Der Freitag war ein Befreiungsschlag, mehr aber noch nicht. Auf Jahressicht hat die Xiaomi Aktie rund die Hälfte ihres Wertes verloren. Das 52-Wochen-Hoch bei 5,89 Euro ist weit entfernt, das Tief bei 2,35 Euro dagegen nah – hier hat sich eine eher schwache Unterstützungszone gebildet.
Immerhin wurde die abwärtsgerichtete Trendlinie im Wochenchart im Juli gebrochen. Seither dümpelt die Aktie aber eher vor sich hin. Ein wirklicher Aufwärtsdrang ist nicht zu erkennen. Sollte die Aktie die 200-Wochen-Linie (aktuell bei rund 3,13 EUR) überwinden, könnte der Turnaround mit den neuen Fahrzeugmodellen Form annehmen.
Der nächste wichtige Termin sind die Auslieferungszahlen für Oktober Anfang November. Bestätigt Xiaomi dann ein Niveau deutlich über 40.000 Fahrzeugen, gewinnt die Autostory an Substanz. Bleibt der Wert darunter, dürfte ein Teil der Kursgewinne schnell wieder zur Diskussion stehen.
Offenlegung wegen möglicher Interessenkonflikte
Der Autor ist in den besprochenen Wertpapieren bzw. Basiswerten zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieser Analyse nicht investiert.
