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Kommentar
09:17 Uhr, 13.07.2026

Wochenausblick: Ölpreis erneut Taktgeber

Nachrichten aus dem Nahen Osten bestimmen die Märkte wieder. Allerdings kommen diese Woche auch viele Unternehmenszahlen dazu, denn die Berichtssaison nimmt Fahrt auf.

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    Aktueller Kursstand:   (XETRA)

13. Juli 2026. FRANKFURT (Deutsche Börse). Der Iran-Krieg ist zurück auf der Agenda und hält die Märkte in Atem. Die Waffenruhe im Nahen Osten scheint aufgekündigt, die Ölpreise steigen wieder. Martin Roth von der Commerzbank weist allerdings darauf hin, dass die Ölpreise deutlich unter den „Sorgenniveaus“ vom Frühjahr geblieben sind. „Das spricht dafür, dass die meisten Marktteilnehmer die jüngsten Ereignisse eher als temporäre Störung einstufen und grundsätzlich mit einer Fortsetzung der Gespräche zwischen Iran und den USA rechnen.“ Der DAX (<DE0008469008>) steht am Montagmorgen bei 25.005 Punkten nach 25.095 am Freitag zu Handelsschluss. Vergangene Woche war noch ein neues Allzeithoch von 25.894 Zählern erreicht worden.

Roth bleibt KI weiter wichtiges Thema, und nun die Unternehmensberichterstattung für das zweite Quartal. „Überraschend ist in diesem Zusammenhang, dass viele Analysten ihre Schätzungen – anders als sonst – vor den Quartalszahlen nach oben genommen haben“, bemerkt er. Damit liege die Hürde für positive Überraschungen höher.

„Erfreuliche Gewinnentwicklung dürfte Kursentwicklung unterstützen“

Die DekaBank schaut ebenfalls auf die diese Woche an Fahrt aufnehmende Berichtssaison. Am morgigen Dienstag legen fünf US-Banken ihre Bücher offen, am Mittwoch und Donnerstag ASML und TSMC. „Der Konsens erwartet ein hohes Gewinnwachstum von 21,7 Prozent für den S&P 500 und 15,7 Prozent für den Stoxx 600“, meldet Chefvolkswirt Ulrich Kater. Beim DAX seien die Aussichten mit plus 3,2 Prozent verhaltener. „Spannend werden vor allem die Ausblicke sein, insbesondere die KI-Investitionspläne der Tech-Schwergewichte.“ Kater geht davon aus, dass die US-Unternehmen die Schätzungen deutlich übertreffen werden. „Die erfreuliche Gewinnentwicklung dürfte die Kursentwicklung mittelfristig weiter unterstützen.“

DWS stuft Halbleiter auf Neutral zurück

Auch laut DWS-Chefanlagestratege Vincenzo Vedda sind die Aussichten für die Aktienmärkte weiter gut – vor allem wegen der nach wie vor sehr guten Gewinnaussichten. „Allerdings sehen wir eine gewisse Nervosität im Markt“, bemerkt Vedda. Ein Zeichen dafür: die rückläufigen Bewertungen. Die Gewinnschätzungen seien zuletzt stärker gestiegen als die Kurse. Vedda sieht bezüglich der Branchen einige Verschiebungen. „Wir haben den Halbleitersektor auf Neutral zurückgestuft“, erklärt er. Zwar sei die Branche Hauptprofiteur des KI-Booms. Doch nach dem enormen Plus des Halbleiterindex SOX von rund 90 Prozent im zweiten Quartal ist die DWS kurzfristig etwas vorsichtiger. „Sollte die Ausgabenfreude der Auftraggeber nachlassen, weil sich mit den hohen Investitionen nicht die versprochenen Gewinne einstellten, könnte dies die Branche belasten.“

Wichtige Konjunktur- und Wirtschaftsdaten

Montag, 13. Juli

Börsengang SMAG Mobile Antenna Masts AG

Dienstag, 14. Juli

14.30 Uhr. USA: Verbraucherpreise Juni. In den USA hat sich Benzin mit dem Ölpreisrückgang deutlich verbilligt, erklärt die Commerzbank. Deshalb dürfte die US-Inflationsrate im Juni gesunken sein, auch wenn die Fußball-WM den Inflationsdruck temporär erhöht habe. Die Jahresrate werde wohl von 4,2 auf 3,8 Prozent fallen, die Kernrate ohne Lebensmittel und Energie von 2,9 auf 2,8 Prozent.

Mittwoch, 15. Juli

4.00 Uhr. China: BIP zweites Quartal. Das chinesische Wirtschaftswachstum wurde nach Einschätzung der DekaBank im zweiten Quartal vor allem durch die Schwäche bei Investitionen und Einzelhandelsumsätzen belastet. Das Bruttoinlandsprodukt sei im Jahresvergleich wohl um 4,5 Prozent gewachsen und damit 0,5 Prozentpunkte schwächer ausgefallen als im ersten Quartal.

4.00 Uhr. China: Einzelhandelsumsätze/Industrieproduktion Juni.

Donnerstag, 16. Juli

14.30 Uhr. USA: Einzelhandelsumsätze Juni. Die DekaBank prognostiziert einen Anstieg von 0,3 Prozent nach 0,9 Prozent im Vormonat.

Freitag, 17. Juli

15.15 Uhr. USA: Industrieproduktion Juni. Umfragen zufolge wird mit einem kleinen Plus von 0,2 Prozent gegenüber dem Vormonat gerechnet.

Von Anna-Maria Borse, 13. Juli 2026, © Deutsche Börse AG

Über die Autorin

Anna-Maria Borse ist Finanz- und Wirtschaftsredakteurin mit den Schwerpunkten Finanzmarkt/Börse und volkswirtschaftliche Themen.

Feedback und Fragen an live@deutsche-boerse.com