Kommentar

Wieso schlägt schlechte Verbraucherstimmung nicht auf die Börse und die Wirtschaft durch?

Ob in Deutschland, Europa oder den USA, Verbraucher sind schlecht gelaunt. Normalerweise ist das ein Warnsignal für die Wirtschaft und die Börse. Wieso ist es dieses Mal anders?

Es gibt ein Wahrnehmungsparadoxon. Die Lage ist in vielerlei Hinsicht gut oder zumindest nicht schlecht. Die Wahrnehmung ist eine ganz andere. Obwohl in den meisten Ländern Rekordbeschäftigung herrscht, ist die Stimmung getrübt. In Deutschland zeigt der Trend seit kurzem wieder nach unten. Selbst die Aufhellung bis Sommer 2023 führte nicht dazu, dass die Stimmung über das Tief inmitten der ersten Pandemiemonate stieg. Wenn die Stimmung jetzt schlechter ist als im April 2020, spricht das Bände.

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Über den Experten

Clemens Schmale
Clemens Schmale
Finanzmarktanalyst

Clemens Schmale hat seinen persönlichen Handelsstil seit den 1990er Jahren an der Börse entwickelt.

Dieser gründet auf zwei Säulen: ein anderer Analyseansatz und andere Basiswerte. Mit anders ist vor allem die Kombination aus Global Makro, fundamentaler Analyse und Chartanalyse sowie Zukunftstrends gemeint. Während Fundamentaldaten und Makrotrends bestimmen, was konkret gehandelt wird, verlässt sich Schmale beim Timing auf die Chartanalyse. Er handelt alle Anlageklassen, wobei er sich größtenteils auf Werte konzentriert, die nicht „Mainstream“ sind. Diese Märkte sind weniger effizient als andere und ermöglichen so hohes Renditepotenzial. Sie sind damit allerdings auch spekulativer als hochliquide Märkte. Die Haltedauer einzelner Positionen variiert nach Anlageklasse, beträgt jedoch meist mehrere Tage, oft auch Wochen oder Monate.

Rohstoffe, Währungen und Volatilität handelt er aktiv, in Aktien und Anleihen investiert er eher langfristig. Die Basiswerte werden direkt – auch über Futures – oder über CFDs gehandelt, in Ausnahmefällen über Optionen und Zertifikate.

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