Was ist Chartanalyse? Die Grundlagen einfach erklärt
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Widmen wir uns also nun einem extrem mächtigen Werkzeug für dein tägliches Trading und Investieren: der Chartanalyse (oft auch als Technische Analyse bezeichnet). In diesem und den darauffolgenden Artikeln wollen wir euch die Grundlagen der Technischen Analyse einfach erklären und eine Vielzahl an Indikatoren näherbringen.
Vielleicht hast du schon einmal ein Chartbild mit Dutzenden bunten Linien, Balken und blinkenden Indikatoren gesehen und warst total verwirrt. Lass dir gesagt sein, dass zu viele Indikatoren tatsächlich mehr Verwirrung stiften als sie bringen. Wir zeigen euch daher nur die wichtigsten Werkzeuge und ihr wählt selbst aus, was für euch am besten funktioniert.
Was ist Chartanalyse überhaupt?
Ganz einfach ausgedrückt: Die Chartanalyse ist die Kunst, aus der Vergangenheit eines Aktienkurses Rückschlüsse auf dessen Zukunft zu ziehen.
Während sich fundamentale Analysten wochenlang durch Bilanzen, Gewinnberichte, Schuldenberge und Geschäftsberichte eines Unternehmens wühlen (die sogenannte Fundamentalanalyse), interessiert sich ein Chartanalyst primär für zwei Dinge: den Preis und das Handelsvolumen.
Der Grundgedanke dahinter ist so simpel wie logisch und ruht auf zwei unumstößlichen Säulen:
- Der Kurs spiegelt alles wider: Jede Nachricht, jede Quartalszahl, jede Erwartung, aber auch die nackte Angst der Anleger und die Gier der Käufer – all das ist in Sekundenschnelle im aktuellen Aktienkurs enthalten. Du musst die Bilanz nicht auswendig kennen, denn das Ergebnis der Bilanz steht bereits im Chart.
- Menschliche Psychologie ändert sich nie: An der Börse handeln Menschen (oder Computer, die von Menschen programmiert wurden). Da sich unsere Ur-Emotionen wie Angst (vor Verlusten) und Hoffnung bzw. Gier (auf Gewinne) seit Jahrhunderten nicht verändert haben, reagieren Marktteilnehmer in ähnlichen Situationen immer wieder gleich. Und genau diese wiederkehrenden Verhaltensmuster hinterlassen Spuren – und die sehen wir im Chart.
Warum solltest du Chartanalyse – auch als langfristiger Investor – lernen?
Ein Blick auf den Chart und die wichtigsten Indikatoren sollte zu jeder Entscheidung an der Börse dazugehören. Egal, ob du als Vollzeit-Trader komplett auf technische Analyse setzt, deine Einstiege für langfristige Investitionen daran orientierst oder ausschließlich Newstrading betreibst.
Selbst wenn du dich als klassischen, passiven Investor oder Dividendenjäger siehst, bringt dir das Lesen von Charts massive Vorteile:
- Besseres Timing (Der perfekte Einstieg): Du hast eine fundamental großartige Aktie gefunden? Wunderbar. Die Chartanalyse sagt dir zwar nicht, ob das Unternehmen gut ist, aber sie zeigt dir, wann der beste Zeitpunkt zum Einstieg gekommen ist, um nicht direkt in eine Korrektur hineinzukaufen.
- Risikomanagement (Schutz vor Verlusten): Der Chart hilft dir insbesondere dabei, deine Trades oder Investitionen so aufzustellen, dass du nicht in unkontrollierte Verluste läufst. Anhand des Charts kannst du vor dem Einstieg genau definieren, an welchem Punkt deine Idee hinfällig ist und du die Reißleine ziehst.
- Objektivität statt Bauchgefühl: Emotionen sind der größte Feind des Traders. Wenn eine Aktie fällt, neigen Anfänger zu Panik oder prinzipienloser Hoffnung. Ein sauberer Blick auf den Chart liefert dir klare, visuelle Fakten statt emotionalem Chaos.
Das Phänomen der „Self-fulfilling Prophecy“
Charttechnik wird in den Medien oft kritisiert und spöttisch als „Kaffeesatzleserei“ oder self-fulfilling prophecy (selbsterfüllende Prophezeiung) bezeichnet.
Kurios daran ist: Das stimmt sogar teilweise! Es ist völlig richtig, dass sich ein Kurs an bestimmten charttechnischen Bereichen (wie runden Marken oder historischen Höchstständen) oft nur deshalb bewegt, weil Millionen von Marktteilnehmern und Trading-Algorithmen weltweit genau diese Niveaus auf dem Schirm haben und dort ihre Aufträge platzieren.
Aber genau das ist dein großer Vorteil! Wenn du weißt, wo die großen Player im Markt ihre Aufträge liegen haben, kannst du dich einfach an deren Fersen heften. Das sollte uns also keineswegs davon abhalten, die Charttechnik für unsere Handelsentscheidungen zu nutzen – im Gegenteil, es macht sie erst so mächtig.
Dein Ablauf in diesem Kapitel: Das Baukastensystem
Das Thema Chartanalyse wirkt am Anfang wie eine riesige, unbezwingbare Wand. Deshalb gehen wir in der Goldesel Akademie Schritt für Schritt vor – wie bei einem Baukastensystem. Du musst nicht alles auf einmal lernen.
Hier ist der Fahrplan, was dich in den nächsten Schritten erwartet:
- Schritt 1: Unterstützungen & Widerstände – Warum prallen Kurse an bestimmten Linien immer wieder ab wie ein Gummiball?
- Schritt 2: Den Trend erkennen – Wie siehst du im Handumdrehen, ob eine Aktie gerade im stabilen Aufwärtstrend ist oder sich im freien Fall befindet?
- Schritt 3: Die Werkzeuge (Indikatoren & Candlesticks) – Wie liest man die typischen „Kerzen“ und was bedeuten Profi-Kürzel wie RSI oder MACD?
Zusammenfassung: Das solltest du mitnehmen
✅ Universelles Werkzeug: Chartanalyse ist nicht nur für kurzfristige Trader wichtig. Sie dient auch mittel- bis langfristigen Investoren dazu, die richtigen Ein- und Ausstiegspunkte im Chart zu finden.
✅ Fokus auf das Wesentliche: Bei der Chartanalyse gilt das Prinzip „Weniger ist mehr“. Zu viele Zeichnungen und Indikatoren erschweren das Lesen. Finde die für dich richtigen Werkzeuge.
✅ Eingebautes Schutzschild: Für ein effektives Risikomanagement und den Schutz deines Kapitals ist die Chartanalyse überaus wichtig.
✅ Machbar für jeden: Die technische Analyse ist kein Hexenwerk und kann mit etwas Übung und den richtigen Basics von jedem von uns erlernt werden.
