Volkswagen Aktie: China-Absatz fällt um 38,5 Prozent
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Das Wichtigste in Kürze
- 01China im Quartal: Volkswagens Auslieferungen in China sanken im dritten Quartal 2026 um 38,5 Prozent auf rund 405.800 Fahrzeuge.
- 02Weltweiter Rückgang: Weltweit lieferte Volkswagen im dritten Quartal 1,89 Millionen Fahrzeuge aus, 14,3 Prozent weniger als im Vorjahresquartal.
- 03Weitere Hersteller: Auch Porsche und Mercedes-Benz meldeten rückläufige Auslieferungen in China.
Der VW Absatz in China ist im dritten Quartal deutlich zurückgegangen: Der Konzern lieferte dort 38,5 Prozent weniger Fahrzeuge aus als ein Jahr zuvor. Weltweit sank die Zahl der Auslieferungen im selben Zeitraum um 14,3 Prozent. Die am 12. Oktober veröffentlichten Neunmonatszahlen zeigen, dass der Rückgang nicht auf ein einzelnes Quartal beschränkt ist. VW steht damit nicht allein: Alle großen deutschen Autobauer melden für China zweistellige Rückgänge.
Der Rückgang fällt in China besonders stark aus
Volkswagen lieferte von Juli bis September weltweit 1,89 Millionen Fahrzeuge aus. Im Vorjahresquartal waren es rund 2,21 Millionen, ein Minus von etwa 315.000 Fahrzeugen.
In China sank die Zahl der Auslieferungen auf rund 405.800. Ein Jahr zuvor waren es etwa 660.000 Fahrzeuge, die Differenz beträgt also rund 254.000 Autos. Damit entfallen ungefähr vier Fünftel des weltweiten Netto-Rückgangs auf China. Zugleich hat sich die Bedeutung des Marktes für den Konzern verschoben: Vor einem Jahr ging noch fast jedes dritte Konzernfahrzeug nach China, im dritten Quartal 2026 nur noch gut jedes fünfte.
Innerhalb des Konzerns trifft der Rückgang die Marken unterschiedlich stark. Die Kernmarke Volkswagen Pkw lieferte im dritten Quartal 19,3 Prozent weniger aus, Audi 19,7 Prozent und Porsche 15 Prozent. Škoda hielt seine Auslieferungen dagegen stabil.
Die Neunmonatszahlen bestätigen den Trend
Von Januar bis September lieferte Volkswagen weltweit rund 6,01 Millionen Fahrzeuge aus, 9 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum (damals rund 6,60 Millionen). In China sanken die Auslieferungen im selben Zeitraum um 30,2 Prozent auf 1,38 Millionen.
Das Quartal zeigt die jüngste Entwicklung, die Neunmonatszahl bildet einen längeren Abschnitt ab. Beide Werte weisen in dieselbe Richtung, und das Quartal fällt deutlich schwächer aus als der Durchschnitt der ersten neun Monate. Der Rückgang hat sich im Jahresverlauf also beschleunigt.
Mercedes, BMW und Porsche: China belastet die ganze Branche
Der Einbruch in China ist kein VW-spezifisches Problem. Alle großen deutschen Autobauer haben im Herbst ihre Absatzzahlen vorgelegt, und überall zeigt sich dasselbe Muster: Europa und die USA halten sich stabil oder wachsen, China bricht ein.
Mercedes-Benz verkaufte im dritten Quartal weltweit 407.200 Pkw, 8 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. In China waren es nur noch 86.800 Fahrzeuge, ein Minus von 31 Prozent. Nach neun Monaten liegt der China-Absatz bei 297.000 Pkw und damit 29 Prozent unter dem Vorjahr. Außerhalb Chinas legte Mercedes leicht zu, in Europa um 5 Prozent. Einen Lichtblick bieten die Elektroautos: Mit 68.400 vollelektrischen Pkw erzielte Mercedes den höchsten Quartalsabsatz in diesem Segment in der Firmengeschichte. Den vollständigen Zwischenbericht will der Konzern am 28. Oktober vorlegen.
BMW kommt vergleichsweise glimpflich davon. Die BMW Group lieferte im dritten Quartal weltweit 551.072 Fahrzeuge aus, 6,3 Prozent weniger als im Vorjahr. In China sanken die Auslieferungen um 24,8 Prozent auf 114.355 Fahrzeuge. Europa (+2,7 Prozent) und die USA (+2,5 Prozent) konnten den Rückgang nicht ausgleichen. Nach neun Monaten steht weltweit ein Minus von 4,9 Prozent auf rund 1,71 Millionen Fahrzeuge, in China ein Minus von 21,8 Prozent.
Porsche gehört zum Volkswagen-Konzern, seine Zahlen sind in den VW-Konzernwerten also bereits enthalten. Der Sportwagenhersteller lieferte in den ersten neun Monaten weltweit 178.532 Fahrzeuge aus, 16 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. In China fiel der Rückgang mit 33 Prozent auf 21.493 Fahrzeuge noch deutlicher aus. Porsche betont, in China bewusst Wert vor Volumen zu stellen.
| Hersteller | China Q3 2026 | Veränderung China | Weltweit Q3 2026 | Veränderung weltweit |
|---|---|---|---|---|
| Volkswagen Konzern | 405.800 | -38,5 % | 1,89 Mio. | -14,3 % |
| BMW Group | 114.355 | -24,8 % | 551.072 | -6,3 % |
| Mercedes-Benz Cars | 86.800 | -31 % | 407.200 | -8 % |
| Porsche (9 Monate) | 21.493 | -33 % | 178.532 | -16 % |
Im Vergleich trifft der China-Rückgang Volkswagen prozentual am stärksten. Weil VW in China zudem deutlich mehr Fahrzeuge verkauft als die Premiumhersteller, wiegt der Einbruch dort auch absolut am schwersten.
Was die Auslieferungen für Anleger bedeuten
Auslieferungen messen, wie viele Fahrzeuge ein Hersteller in einem Zeitraum an Kunden oder Handel übergibt. Sie sind eine operative Kennzahl, aber kein Umsatz- oder Gewinnwert. Wie stark das China-Geschäft das Ergebnis belastet, hängt auch von Preisen, Kosten und Produktmix ab. Darüber geben erst die Quartalsberichte Aufschluss, die Ende Oktober anstehen.
Für Anleger lassen sich aus den Zahlen dennoch zwei Punkte ablesen. Erstens ist die China-Schwäche branchenweit und hat sich im dritten Quartal bei allen Herstellern fortgesetzt; eine Trendwende ist bislang nicht erkennbar. Zweitens hängt die Entwicklung der Aktien stark davon ab, ob Europa, die USA und das wachsende Elektrogeschäft den Rückgang in China auffangen können. Bei BMW und Mercedes gelingt das zumindest teilweise, bei Volkswagen bislang nicht.
Offenlegung wegen möglicher Interessenkonflikte
Der Autor ist in den besprochenen Wertpapieren bzw. Basiswerten zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieser Analyse nicht investiert.
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Meine Meinung dazu:
Die deutschen Autobauer kommen aus der Krise nicht heraus. Und wie so oft ist der beste Indikator für die wirtschaftliche Entwicklung vor der eigenen Haustür. Ich persönlich habe zumindest in meinem Umfeld folgendes festgestellt: Fast jeder, der sich aktuell ein neues Auto zulegt, setzt auf die chinesischen Hersteller wie BYD, Xpeng oder andere. Die Absatzschwäche in China wird sich meiner Meinung nach in den kommenden Jahren ebenso auf dem Heimatmarkt bemerkbar machen. – Lars Weigand – Team Goldesel
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Der Autor ist in den besprochenen Wertpapieren bzw. Basiswerten zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieser Analyse nicht investiert.
