Verizon-Aktie vor Zahlen: SpaceX setzt Telekoms zu
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Goldesel Kompakt
Das Wichtigste in Kürze
- 01Zahlen am Montag: Verizon veröffentlicht am 26.10.2026 die Q3-Unterlagen um 07:00 Uhr ET und beginnt die Telefonkonferenz um 08:30 Uhr ET.
- 02Erwartungen für Q3: Hudson Labs nennt erwartete 34,856 Mrd. USD Umsatz, 13,774 Mrd. USD EBITDA und 1,28 USD Ergebnis je Aktie.
- 03SpaceX sucht Standorte: Laut Bloomberg verhandelt SpaceX über Zugang zu mindestens 80.000 US-Mobilfunkstandorten, unter anderem mit Crown Castle.
Neue SpaceX-Pläne rücken Verizon vor Zahlen am Montag in den Fokus: Laut Bloomberg verhandelt das Unternehmen über den Zugang zu mindestens 80.000 Mobilfunkstandorten in den USA. Der Bericht vom 22. Oktober bringt eine mögliche neue Konkurrenz genau vor Verizons Veröffentlichung zum dritten Quartal 2026 auf die Tagesordnung. Am 26.10.2026 treffen damit zwei unterschiedliche Themen aufeinander: die Entwicklung des laufenden Geschäfts und der Aufbau eines weiteren Mobilfunknetzes.
Für dich als Anleger lohnt es sich, diese beiden Ebenen auseinanderzuhalten. Verizons Quartalsbericht zeigt Umsatz, Ergebnis und Kundenentwicklung eines bestehenden Geschäfts. Die SpaceX-Nachrichten betreffen dagegen Frequenzen, Infrastruktur und einen möglichen späteren Dienst. Für Netzbetreiber und Standortanbieter hat derselbe Ausbauplan zudem unterschiedliche wirtschaftliche Folgen.
Was Verizon am Montag liefern soll
Verizon veröffentlicht die Ergebnisse am Montag, 26.10.2026. Die Unterlagen sollen um 07:00 Uhr ET bereitstehen; die Telefonkonferenz beginnt um 08:30 Uhr ET. Das Unternehmen hat den Ablauf in seiner Terminankündigung zum dritten Quartal festgelegt. Zwischen Veröffentlichung und Konferenz liegen damit 90 Minuten, in denen du die Finanzzahlen bereits mit den Erwartungen vergleichen kannst, bevor das Management sie erläutert.
Hudson Labs nennt für das dritte Quartal einen erwarteten Umsatz von etwa 34,856 Mrd. USD, ein EBITDA von etwa 13,774 Mrd. USD und ein Ergebnis je Aktie von 1,28 USD. Die Vergleichswerte für das dritte Quartal 2025 liegen in der Vorschau bei 34,268 Mrd. USD Umsatz und 12,733 Mrd. USD EBITDA. Daraus ergeben sich die dort genannten erwarteten Zuwächse von 1,7 Prozent beim Umsatz und 8,2 Prozent beim EBITDA. Die Ergebnisgröße soll somit deutlich schneller wachsen als die Erlöse.
Auch der Vergleich mit dem unmittelbar vorherigen Quartal hilft bei der Einordnung. Laut Hudson Labs erzielte Verizon im zweiten Quartal 2026 einen Umsatz von 35,106 Mrd. USD und ein EBITDA von 13,665 Mrd. USD. Die Q3-Erwartung liegt damit beim Umsatz um 0,250 Mrd. USD niedriger, beim EBITDA dagegen um 0,109 Mrd. USD höher. Das ist ein anderer Vergleich als das Wachstum gegenüber dem Vorjahr: Er zeigt, dass höhere erwartete Erträge nicht automatisch mit höheren Quartalsumsätzen einhergehen.
Beim bereinigten Ergebnis je Aktie nennt Hudson Labs für das zweite Quartal 1,30 USD. Für das Gesamtjahr soll Verizon ein Wachstum des bereinigten Ergebnisses je Aktie von 6 bis 7 Prozent anstreben. Beim Lesen des Berichts sind daher die ausgewiesenen Ergebnisse und die bereinigten Kennzahlen getrennt zu betrachten. Ebenso ist die Jahresprognose eine andere Messlatte als die Erwartung für ein einzelnes Quartal.
Kunden, Serviceerlöse und Dividende zeigen das laufende Geschäft
Bei der Kundengewinnung nennt Hudson Labs ein Jahresziel in der oberen Hälfte einer Spanne von 750.000 bis 1 Mio. zusätzlichen Postpaid-Mobilfunkkunden. Im ersten Halbjahr lag der Nettozuwachs demnach bei 239.000, davon entfielen 184.000 auf das zweite Quartal. Diese Zahlen geben dem Bericht am Montag eine konkrete operative Messlatte: Wie viel des angestrebten Jahreszuwachses hat Verizon nach neun Monaten erreicht?
Zur Kundenentwicklung gehört auch, wie viele bestehende Kunden gehen. Hudson Labs nennt für das zweite Quartal eine Abwanderungsquote bei privaten Postpaid-Mobilfunkkunden von 84 Basispunkten, entsprechend 0,84 Prozent. Das waren 6 Basispunkte weniger als im Vorjahr. Im Breitbandgeschäft kamen laut derselben Vorschau im zweiten Quartal netto 348.000 Anschlüsse hinzu; insgesamt bestanden 17,1 Mio. Breitbandanschlüsse. Der Quartalsbericht betrifft deshalb mehr als den Mobilfunk allein.
Für Mobilfunk- und Breitband-Serviceerlöse nennt Hudson Labs ein angestrebtes Jahreswachstum von 2,5 bis 3 Prozent. Diese Erlöse sind gesondert vom gesamten Konzernumsatz zu lesen. Der Unterschied ist für die SpaceX-Debatte besonders nützlich: Wenn es um mögliche Konkurrenz bei Verbindungen und Tarifen geht, sind die Serviceerlöse die thematisch passendere Kennzahl als eine einzelne Gesamtumsatzzahl.
Für die nächste Dividendenzahlung steht bereits ein konkreter Betrag fest. Verizon erklärte eine Quartalsdividende von 0,7075 USD je Aktie, zahlbar am 02.11.2026 an Aktionäre mit Stichtag 09.10.2026. Der Zahlungstermin liegt nach dem Quartalsbericht, der maßgebliche Aktionärsstichtag dagegen davor. Hudson Labs nennt außerdem ein Aktienrückkaufziel von bis zu 4,5 Mrd. USD für 2026 und bereits umgesetzte Rückkäufe von 3,5 Mrd. USD bis zum Ende des zweiten Quartals.
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Was EBITDA und Ergebnis je Aktie unterscheiden
Das EBITDA ist das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen. Das Ergebnis je Aktie setzt dagegen den den Aktionären zugerechneten Gewinn ins Verhältnis zur Aktienzahl. Beide Kennzahlen beantworten unterschiedliche Fragen; ein höheres EBITDA lässt sich deshalb nicht unmittelbar in ein entsprechend höheres Ergebnis je Aktie übersetzen.
Warum die 80.000 Standorte mehr als eine Satellitenmeldung sind
SpaceX vereinbarte am 08.10.2026 den Erwerb eines landesweiten 800-MHz-Spektrums von Grain Management. Der Abschluss steht unter dem Vorbehalt der Genehmigung durch die US-Kommunikationsbehörde FCC und weiterer Bedingungen. Die Transaktionsbeschreibung sieht sowohl Satelliten-Direktverbindungen zu Endgeräten als auch eine terrestrische Nutzung vor. Damit umfasst der vereinbarte Verwendungszweck ausdrücklich Verbindungen über Satelliten und eine Nutzung am Boden.
Der Bloomberg-Bericht über die Standortgespräche ergänzt diese Frequenzvereinbarung um eine weitere Ebene. SpaceX verhandelt demnach über Zugang zu mindestens 80.000 Mobilfunkstandorten; Crown Castle soll zu den Gesprächspartnern gehören. Die Größenordnung beschreibt den Gegenstand der Gespräche, nicht die Zahl bereits für einen SpaceX-Dienst betriebener Standorte. Frequenzzugang und Standortzugang sind zwei verschiedene Bausteine eines Netzes.
Die wirtschaftlichen Interessen unterscheiden sich entsprechend. Für Verizon betrifft ein zusätzlicher Mobilfunkdienst das Geschäft mit Kunden und Serviceerlösen. Für einen Standortanbieter wie Crown Castle kann ein weiterer Nutzer dagegen zusätzliche Nachfrage nach seiner Infrastruktur bedeuten. Deshalb lässt sich eine Nachricht über einen Netzausbau nicht für sämtliche Telekommunikationsunternehmen gleich lesen. Der Anbieter eines Dienstes und der Anbieter der dafür benötigten Standorte stehen an unterschiedlichen Stellen der Wertschöpfung.
FCC-Chef Brendan Carr bewertete zusätzlichen Wettbewerb im Frequenzmarkt in einem CNBC-Interview aus Sicht der Verbraucher positiv. Seine Aussage lenkt den Blick auf eine weitere Gruppe neben den Unternehmen: Kunden, um deren Mobilfunkgeschäft sich die Anbieter bemühen.
„really good news for the American consumers“
Brendan Carr, FCC-Vorsitzender, über Wettbewerb im Frequenzmarkt im CNBC-Interview
Zwischen Börsenreaktion und einem landesweiten Dienst liegen Jahre
Die SpaceX-Pläne hatten bereits vor dem jüngsten Standortbericht Folgen für Verizon. CNBC berichtete, dass die Aktie am 09.10.2026 nach der Spektrumankündigung den schwächsten Handelstag seit Juli 2002 verzeichnete. Die Reaktion bezog sich damit auf eine Veränderung der künftigen Wettbewerbslandschaft, nicht auf bereits veröffentlichte Q3-Ergebnisse. Diese werden erst am kommenden Montag vorgelegt.
Beim Zeitplan setzt Citi einen deutlich längeren Horizont an. Laut Barron’s sieht die Bank einen landesweiten Starlink-Mobile-Dienst frühestens 2029. Zugleich hält sie den Bericht über Gespräche zu 80.000 Standorten für einen möglichen Hinweis auf einen schnelleren Aufbau. Das ist der zentrale zeitliche Gegensatz der Geschichte: Die Börse verarbeitet die Ausbaupläne bereits, während Citi den landesweiten Dienst erst mehrere Jahre später einordnet.
Auch JPMorgan verwies in der von CNBC wiedergegebenen Analyse auf den Zeit-, Infrastruktur- und Kapitalbedarf für ein wettbewerbsfähiges terrestrisches Netz. Die Bank sah deshalb begrenzte kurzfristige Risiken für die bestehenden US-Mobilfunkanbieter. Für die Bewertung des Quartalsberichts bedeutet das eine klare Trennung: Verizons aktuelle Kunden- und Ertragszahlen beschreiben das heutige Geschäft; Frequenzvereinbarung und Standortgespräche beschreiben den Aufbau aufseiten eines möglichen zusätzlichen Wettbewerbers.
Offenlegung wegen möglicher Interessenkonflikte
Keiner der Autoren ist zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieser Analyse in den erwähnten Wertpapieren investiert.
