USA verhängen Zoll von bis zu 100 % auf Medikamente
- Lesezeichen für Artikel anlegen
- Artikel Url in die Zwischenablage kopieren
- Artikel per Mail weiterleiten
- Artikel auf X teilen
- Artikel auf WhatsApp teilen
- Ausdrucken oder als PDF speichern
Das Weiße Haus hat in einem Dekret angekündigt, auf importierte Markenmedikamente Zölle von bis zu 100 % zu erheben. Betroffen sind laut US-Regierung patentgeschützte Arzneimittel, aber keine Generika.
Der Höchstsatz soll nur für Hersteller gelten, die weder Investitionen in die US-Produktion zusagen noch die Preise auf das niedrigste Niveau senken, das in anderen entwickelten Ländern gilt. Unternehmen mit Produktionszusagen in den USA sollen nur mit 20 % belangt werden. Unternehmen, die ihre Preise in den USA zusätzlich auf das niedrigste Niveau senken, das in anderen entwickelten Märkten gilt und eine entsprechende Most-Favored-Nation-Vereinbarung mit der US-Regierung schließen, sollen überhaupt keine Zölle zahlen.
Auch Handelsabkommen verringern Zollsätze
Für Unternehmen aus Ländern, mit denen Handelsabkommen vereinbart wurden, gelten niedrigere Zollsätze aus diesen Abkommen. Für die EU sowie für Japan und die Schweiz ist ein Zollsatz von 15 % vorgesehen, für Großbritannien von 10 %. Unternehmen aus diesen Ländern können ihre Belastung nach Angaben der US-Regierung ebenfalls auf 0 % senken, wenn sie Produktionsinvestitionen in den USA zusagen.
Der theoretische maximale Zollsatz von 100 % dürfte auch nach Einschätzung der US-Regierung von kaum einem Unternehmen gezahlt werden. So hat bisher nur ein großes Pharmaunternehmen, das von der US-Regierung zu Preissenkungen aufgefordert wurde, keine Vereinbarung mit der US-Regierung zu Preissenkungen oder Produktionsverlagerungen geschlossen. Dabei handelt es sich Medienberichten zufolge um Regeneron Pharmaceuticals. Das Unternehmen will allerdings in Kürze eine entsprechende Vereinbarung schließen.
Fazit: Für die Pharmabranche steigt der Druck, die Produktion in die USA zu verlagern und sich auf niedrigere Preise im US-Markt einzulassen. Für europäische Hersteller fällt die unmittelbare Belastung mit 15 % zwar deutlich geringer aus als der theoretische Höchstsatz von 100 %, dennoch dürften die Maßnahmen die Margen, Lieferketten und Investitionsentscheidungen der Branche spürbar beeinflussen.

Keine Kommentare
Die Kommentarfunktion auf stock3 ist Nutzerinnen und Nutzern mit einem unserer Abonnements vorbehalten.