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16:00 Uhr, 26.10.2026

US-Midterms 2026: Politik im Fokus, Märkte im Blick

Die US-Midterms 2026 könnten die politischen Kräfteverhältnisse in Washington neu ordnen. Während die Wahlen kurzfristig für erhöhte Unsicherheit sorgen können, bleiben für die Finanzmärkte vor allem Unternehmensgewinne, Wirtschaftswachstum und die Geldpolitik entscheidend.

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Vontobel Kolumne

Die US-Midterms 2026 könnten die politischen Kräfteverhältnisse in Washington neu ordnen. Während die Wahlen kurzfristig für erhöhte Unsicherheit sorgen können, bleiben für die Finanzmärkte vor allem Unternehmensgewinne, Wirtschaftswachstum und die Geldpolitik entscheidend. Für Anleger lohnt sich daher ein Blick auf Unternehmen, deren Geschäftsentwicklung in besonderem Masse von politischen Entscheidungen abhängt. Drei Beispiele sind Lockheed Martin im Verteidigungssektor, NextEra Energy im Energiesektor und Merck & Co. im Gesundheitswesen. Jede dieser Gesellschaften steht vor unterschiedlichen Chancen und Risiken, die durch den Wahlausgang beeinflusst werden könnten.

Die US-Zwischenwahlen im November 2026 gehören zu den wichtigsten politischen Ereignissen dieses Jahres. Zwar steht das Präsidentenamt nicht zur Wahl, doch die Abstimmungen über das Repräsentantenhaus und Teile des Senats könnten die politischen Mehrheitsverhältnisse in Washington neu ordnen und damit auch Einfluss auf die Kapitalmärkte nehmen.

Für Unternehmen und Finanzmärkte ist dabei vor allem entscheidend, wie gross der politische Handlungsspielraum der Regierung in den kommenden Jahren sein wird. Entsprechend rücken neben dem Wahlausgang auch Themen wie Staatsausgaben, Regulierung, Handelspolitik sowie die weitere Entwicklung der US-Wirtschaft in den Fokus.

Ein offenes Rennen um die Mehrheiten

Aktuelle Umfragen deuten auf ein enges Rennen hin. Während die Republikaner derzeit sowohl im Repräsentantenhaus als auch im Senat über Mehrheiten verfügen, könnten die Demokraten insbesondere im Repräsentantenhaus Sitze hinzugewinnen. Auch die Mehrheitsverhältnisse im Senat gelten zunehmend als umkämpft.

Viele politische Beobachter halten deshalb ein Szenario mit geteilten Machtverhältnissen für wahrscheinlich. Eine solche Konstellation würde den politischen Handlungsspielraum in Washington einschränken und die Umsetzung weitreichender Steuer- oder Ausgabenprogramme erschweren. Gleichzeitig blieben Bereiche wie die Handels- und Außenpolitik weiterhin stark vom Präsidenten geprägt (Lombard Odier, 09.2026; Morningstar, 2026; ZDFheute, 2026).

Warum die Märkte vor den Midterms genauer hinschauen

Historisch betrachtet nehmen die Schwankungen an den Aktienmärkten im Vorfeld von US-Zwischenwahlen häufig zu. Der Grund dafür liegt weniger in den politischen Programmen selbst als in der Unsicherheit über den künftigen politischen Kurs. Unternehmen und Marktteilnehmer versuchen abzuschätzen, welche Auswirkungen veränderte Mehrheitsverhältnisse auf Regulierung, Fiskalpolitik und einzelne Branchen haben könnten (Morningstar, 2026).

Mit der Wahl verschwindet ein Teil dieser Unsicherheit normalerweise wieder. Viele Marktstrategen verweisen darauf, dass die Märkte oftmals weniger auf den konkreten Wahlausgang reagieren als auf die wiedergewonnene politische Klarheit nach dem Urnengang.

Die eigentlichen Markttreiber bleiben unverändert

Trotz der hohen medialen Aufmerksamkeit rund um die Midterms sehen viele Analysten die Bedeutung der Wahlen für die langfristige Entwicklung der Finanzmärkte als begrenzt an. Entscheidend bleiben vielmehr die bekannten wirtschaftlichen Einflussfaktoren: Inflation, Geldpolitik, Wirtschaftswachstum und Unternehmensgewinne.

Auch aus historischer Sicht zeigt sich, dass politische Ereignisse zwar kurzfristige Schwankungen auslösen können, die Entwicklung der Aktienmärkte langfristig jedoch wesentlich stärker von der Gewinnentwicklung der Unternehmen und dem makroökonomischen Umfeld abhängt.

Eine mögliche politische Blockade in Washington könnte zudem dazu führen, dass größere Gesetzesvorhaben schwieriger umzusetzen sind. Marktbeobachter betrachten dies häufig als stabilisierenden Faktor, da abrupte Änderungen bei Steuern, Regulierung oder Staatsausgaben unwahrscheinlicher werden (Lombard Odier, 09.2026; Morningstar, 2026; ZDFheute, 2026).

KI-Infrastruktur rückt in den Mittelpunkt

Ein besonderes Merkmal der diesjährigen Zwischenwahlen ist die wachsende Bedeutung der künstlichen Intelligenz (KI). Der Ausbau von Rechenzentren und der dafür benötigten Infrastruktur zählt zu den zentralen wirtschaftspolitischen Themen im Wahlkampf.

Einerseits gelten Investitionen in KI als wichtiger Wachstumstreiber für die US-Wirtschaft. Andererseits sorgen steigender Energiebedarf, höhere Stromkosten und Fragen rund um die Regulierung zunehmend für politische Diskussionen. Experten gehen jedoch davon aus, dass die Bedeutung von KI für Wettbewerbsfähigkeit und nationale Sicherheit parteiübergreifend anerkannt wird (Lombard Odier, 09.2026; Morningstar, 2026; ZDFheute, 2026).

Unabhängig vom Wahlausgang dürfte daher die weitere Entwicklung der KI-Infrastruktur ein zentrales Thema für Wirtschaft und Kapitalmärkte bleiben.

Lockheed Martin: Verteidigung und Sicherheit

Lockheed Martin zählt zu den bedeutenden US-Verteidigungskonzernen und entwickelt unter anderem Kampfflugzeuge, Raketenabwehrsysteme und militärische Technologien. Im Geschäftsjahr 2025 erzielte das Unternehmen einen Umsatz von rund 75 Milliarden US-Dollar. Ein hoher Auftragsbestand und langfristige Regierungsaufträge bilden eine wichtige Grundlage des Geschäftsmodells. Zudem kann die internationale Nachfrage nach modernen Waffensystemen zusätzliche Wachstumsmöglichkeiten eröffnen (Lockheed Martin, Geschäftsbericht 2025).

Eine republikanische Mehrheit könnte die bisherige Verteidigungsagenda der Regierung unterstützen und zusätzliche Beschaffungsprogramme erleichtern. Gleichzeitig stützen geopolitische Spannungen und der Bedarf an moderner Raketenabwehr die Nachfrage unabhängig vom Wahlausgang. Sollten die Demokraten an Einfluss gewinnen, könnten Budgeterhöhungen und einzelne Großprojekte stärker hinterfragt werden. Budgetkonflikte, Verzögerungen und steigende Produktionskosten bleiben daher wesentliche Herausforderungen (Lockheed Martin, Geschäftsbericht 2025; Reuters, 19.10.2026).

Aktienanleihe mit Barriere auf Lockheed Martin Corp.

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BE1KDV Lockheed Martin Corp 8,00% 80,00% 17.12.2027 09.11.2026

Stand: 26.10.2026 12:37 Uhr; Währung: EUR

NextEra Energy: Strombedarf und Energiewende

NextEra Energy verbindet ein reguliertes Stromversorgungsgeschäft mit Investitionen in erneuerbare Energien, Batteriespeicher und Energieinfrastruktur. Der steigende Strombedarf durch Rechenzentren, künstliche Intelligenz und die Elektrifizierung schafft langfristige Wachstumsmöglichkeiten. Gleichzeitig erfordern neue Anlagen erhebliche Investitionen, weshalb Finanzierungskosten, Projektverzögerungen und regulatorische Rahmenbedingungen für die Geschäftsentwicklung besonders wichtig sind (NextEra Energy, Geschäftsbericht 2025).

Eine stärkere demokratische Vertretung im Kongress könnte die politische Unterstützung für erneuerbare Energien erhöhen und günstigere Rahmenbedingungen für bestimmte Wind- und Solarprojekte schaffen. Unter republikanischem Einfluss könnten dagegen Förderprogramme stärker eingeschränkt werden. Allerdings bleibt der Ausbau der Stromversorgung auch unabhängig von der Energiepolitik ein wichtiger Wachstumstreiber. NextEra Energy profitiert somit potenziell vom steigenden Strombedarf, muss sich aber gleichzeitig mit hohen Investitionskosten und möglichen Änderungen bei Förderbedingungen auseinandersetzen (NextEra Energy, Geschäftsbericht 2025; Morgan Stanley, 23.09.2026).

Aktienanleihe mit Barriere auf Nextera Energy Inc.

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BE1KDX Nextera Energy Inc. 6,00% 80,00% 17.12.2027 09.11.2026

Stand: 26.10.2026 12:37 Uhr; Währung: EUR

Merck & Co.: Pharma und Gesundheitsversorgung

Merck & Co. ist ein international tätiger Pharmakonzern mit Schwerpunkten in der Krebsmedizin, bei Impfstoffen und in der Tiergesundheit. Ein bedeutender Umsatzträger ist das Krebsmedikament Keytruda. Langfristig bieten medizinischer Fortschritt und neue Wirkstoffe Wachstumspotenzial. Entscheidend ist jedoch, dass Merck seine Forschungs- und Entwicklungspipeline erfolgreich ausbaut, um die Abhängigkeit von etablierten Medikamenten zu reduzieren (Merck & Co., Geschäftsbericht 2025).

Politisch steht Merck insbesondere wegen der Medikamentenpreise und der staatlichen Gesundheitsversorgung im Fokus. Eine stärkere demokratische Vertretung könnte den Druck erhöhen, die Kosten für Patienten und öffentliche Gesundheitssysteme zu begrenzen. Gleichzeitig könnten Änderungen bei Gesundheitsausgaben und Erstattungsregeln die Branche unterschiedlich beeinflussen. Eine zentrale unternehmerische Herausforderung ist zudem der erwartete Wettbewerbsdruck auf Keytruda nach dem Patentablauf gegen Ende des Jahrzehnts. Neue Medikamente und erfolgreiche klinische Studien werden daher entscheidend sein, um langfristig wettbewerbsfähig zu bleiben (Merck & Co., Geschäftsbericht 2025; Reuters, 23.02.2026).

Aktienanleihe mit Barriere auf Merck & Co. Inc.

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BE1KDW Merck & Co. Inc. 10,00% 80,00% 17.12.2027 09.11.2026

Stand: 26.10.2026 12:37 Uhr; Währung: EUR

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