US-Inflationsanstieg verschreckt Anleger
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US-Teuerung höher als erwartet
Die gestrigen Zahlen zur US-Inflation fielen höher aus als erwartet. Die Verbraucherpreise stiegen im September gegenüber dem Vormonat um 0,6 %; die Jahresrate lag bei 3,7 %. Im August hatten die entsprechenden Werte bei 0,4 % und 3,4 % gelegen. Bei der Kerninflation blieb der monatliche Preisanstieg mit 0,3 % zwar unverändert. Auf Jahresbasis stieg diese jedoch ebenfalls von 2,4 % im August auf 2,6 % im September. Die US-Währungshüter um Fed-Chef Kevin Warsh werden daher wohl darüber nachdenken müssen, ob im Rahmen der Inflationsbekämpfung ein weiterer Leitzinsanhebungsschritt nötig ist. Aktionäre zückten ihre Verkaufsblöcke: Der S&P 500 gab um 1,11 % nach, der Nasdaq 100 sank sogar um 2,02%.
Ambivalente Zahlen der US-Banken
Mit dem Beginn der Berichtssaison für das dritte Quartal 2026 erhalten die Aktienmärkte nun zusätzliche Impulse von der Unternehmensseite. In den Fokus rückt der Zahlenreigen dabei traditionell mit den Berichten der großen Wall-Street-Banken. Vorgestern gewährten Citigroup, Goldman Sachs, JPMorgan Chase und Wells Fargo einen Blick in ihre Bücher. Gestern folgten Bank of America und Morgan Stanley. Zuletzt konnte mit Blick auf die Quartalszahlen der großen US-Kreditinstitute meist mit Fug und Recht behauptet werden, dass der Start in die Berichtssaison als geglückt gelten durfte. Die Q3-Zahlen der US-Großbanken fielen nun allerdings bestenfalls ambivalent aus. Zwar legten vier der sechs Institute besser als im Konsens erwartete Gewinne je Aktie vor. Die Zahlen der Bank of America sowie von JPMorgan Chase verfehlten jedoch die Prognosen: Während bei ersterem Institut eine milliardenschwere Strafzahlung aufgrund von Mängeln bei der Geldwäschebekämpfung spürbar auf den Gewinn drückte, berichtete JPMorgan Chase zwar von sehr guten Erträgen im Aktiengeschäft, jedoch auch enttäuschende Zahlen im Handel mit Anleihen, Rohstoffen und Währungen. Bei allen Sechsen lag der Gewinn dabei unter dem jeweiligen Rekordniveau im zweiten Quartal. Trotzdem konnten fünf der sechs Institute einen höheren Quartalsgewinn als im entsprechenden Vorjahresquartal erzielen. Im Median sank die Gewinndynamik dabei allerdings von knapp 52 % YoY in Q2 auf nur noch gut 11 % YoY in Q3.
KI-Unternehmen lassen aufhorchen
Dass die Gewinne der US-Banken schwächer als im zweiten Quartal, jedoch zumeist höher als im entsprechenden Vorjahresquartal ausfallen, entspricht dabei den Konsenserwartungen für den S&P 500 als Ganzes. Hier-für wird ein im Vergleich zu Q2/2026 um 10 % niedrigeres, jedoch gegenüber Q3/2025 rund 26 % höheres Gewinnniveau erwartet. Im Fokus dürften hierbei insbesondere erneut die Zahlen der IT-Unternehmen stehen. Wegen des anhaltenden KI-Booms machten jene zuletzt alleine 40 % des Gewinns des US-Leitindex aus, und standen sogar für rund zwei Drittel des Gewinnanstiegs der vergangenen zwei Jahre. Bis die US-Tech-Giganten ihre Zahlen vorlegen dauert es aber noch. Zahlen anderer KI-Profiteure lassen jedoch auf weiteres Wachstum schließen. Kürzlich berichtete die taiwanesische Foxconn aufgrund des wachsenden Bedarfs an KI-Servern bereits von einem kräftigen Umsatzwachstum. Und auch der ebenfalls aus Taiwan stammende weltweit größte Auftragsfertiger für moderne Mikrochips, TSMC, sprach von stark steigenden Umsätzen sowie einer anhaltend hohen Nachfrage nach KI-Chips. Die weltweite Nummer 1 bei Speicherchips, Samsung, stellte zudem den vierten Rekord-Quartalsgewinn in Folge in Aussicht. Und auch das wertvollste börsennotierte Unternehmen Europas, die niederländische ASML, welche besonders hochwertige Maschinen zur Herstellung von Mikrochips produziert, brillierte mit besser als erwarten Zahlen und einem optimistischen Ausblick.
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