ÜBERBLICK am Mittag/Konjunktur, Zentralbanken, Politik
- Lesezeichen für Artikel anlegen
- Artikel Url in die Zwischenablage kopieren
- Artikel per Mail weiterleiten
- Artikel auf X teilen
- Artikel auf WhatsApp teilen
- Ausdrucken oder als PDF speichern
Die wichtigsten Ereignisse und Meldungen zu Konjunktur, Zentralbanken, Politik aus dem Programm von Dow Jones Newswires
Eurozone-Produktion fällt im Dezember um 1,4 Prozent
Die Industrie im Euroraum hat ihre Produktion im Dezember stark gedrosselt. Wie die Statistikbehörde Eurostat mitteilte, fiel die Produktion (ohne Bauwirtschaft) gegenüber dem Vormonat saisonbereinigt um 1,4 Prozent. Von Dow Jones Newswires befragte Volkswirte hatten einen Rückgang um 1,5 Prozent erwartet. Im Vergleich zum Vorjahr lag die Industrieproduktion um 1,2 Prozent höher. Volkswirte hatten mit einem Zuwachs um 1,3 Prozent gerechnet.
Verstärkte EZB-Bemühungen für einen attraktiven Euro
Dass die EZB am Wochenende mitgeteilt hat, zukünftig allen Nicht-Euro-Zentralbanken Zugang zu ihren Euro-Liquiditätslinien zu verschaffen (sofern keine regulatorischen Ausschlussgründe vorliegen), muss nach Ansicht von Commerzbank-Devisenexpertin Thu Lan Nguyen im Kontext der zuletzt verstärkten Bemühungen der EU-Verantwortlichen gesehen werden, den Euro als internationale Währung zu stärken. Das Signal sei, dass jeder Euro bekomme, wenn die Währung gebraucht würden. Die Krux sei aber, dass es bislang nur wenig Bedarf gebe.
Schritt der EZB zur Stärkung der globalen Rolle des Euro positiv für die Währung
Der Schritt der Europäischen Zentralbank, die globale Rolle des Euro zu stärken, ist positiv für die Gemeinschaftswährung, schreibt Francesco Pesole von ING in einer Research Note. Die EZB hatte am Samstag Pläne angekündigt, ihre Euro-Repo-Linien auf fast alle ausländischen Zentralbanken auszuweiten. Dies macht es in Zeiten finanzieller Anspannung einfacher, sich eine Finanzierung in Euro zu sichern. EZB-Präsidentin Christine Lagarde habe auf der letzten Sitzung gesagt, dass eine Globalisierung des Euro nicht zwangsläufig eine stärkere Währung bedeute. In einem Umfeld, in dem das Vertrauen in den Dollar schwindet, könne eine Globalisierung des Euro den Euro gegenüber dem Dollar mittelfristig stärken, meint Pesole.
Warsh-Fed dürfte Zinsen 2026 drei Mal senken
Die US-Notenbank wird ihre Zinsen unter Führung des designierten Chairman Kevin Warsh nach Aussage von Rabobank-Volkswirt Philip Marey in diesem Jahr drei Mal senken. Marey begründet seine Einschätzung vor allem mit zwei Argumenten. Erstens: Der ehemalige "Falke" Warsh habe Trump offenbar von seinem Willen zu Zinssenkungen überzeugt. Auch wenn Warsh nach seiner Bestätigung durch den Kongress Donald Trumps Einfluss entzogen sei, zeige das Vorgehen des US-Präsidenten gegen Amtsinhaber Jerome Powell und Fed-Gouverneurin Lisa Cook, dass Warsh im Falle eines Widerstands gegen Trump einen hohen persönlichen Preis bezahlen müsste. Zweites Argument: Warsh glaube, dass der neutrale Zins wegen der KI-Revolution niedriger als allgemein angenommen sei.
Das Ende der Atempause - US-Unternehmen heben Preise wieder an
Nachdem sie die Preise über mehrere Monate stabil gehalten hatten, haben große und kleine Betriebe zu Jahresbeginn eine neue Runde von Erhöhungen eingeleitet. In einigen Fällen liegen diese im hohen einstelligen Prozentbereich. Bereits im vergangenen Jahr hatten Unternehmen die Preise heraufgesetzt, nachdem Zölle die Kosten in die Höhe getrieben hatten. Ab dem Herbst sahen viele Firmen jedoch zunächst von weiteren Steigerungen ab und boten teilweise Rabatte an, um Kunden im Weihnachtsgeschäft zu gewinnen. Diese Atempause bei der Preisgestaltung ist nun vorbei. Viele Unternehmen heben die Preise üblicherweise zu Beginn des neuen Jahres an.
Britische Wirtschaftsdaten könnten Zeitpunkt für nächste BoE-Zinssenkung signalisieren
Die in dieser Woche anstehenden Daten zum britischen Arbeitsmarkt, zur Inflation und zu den Einzelhandelsumsätzen könnten den wahrscheinlichen Zeitpunkt für die nächste Zinssenkung der Bank of England signalisieren, schreibt Patrick Munnelly von der Tickmill Group in einer Research Note. Jede weitere Schwäche der Arbeitsmarktdaten und eine Verlangsamung der Inflation könnten die Markterwartungen einer Zinssenkung im März bestärken, schreibt er. Die Märkte preisen eine Wahrscheinlichkeit von 65 Prozent für eine Zinssenkung der BoE im März ein, wie aus Daten von LSEG hervorgeht.
Schwaches Wachstum spricht nicht gegen BoJ-Zinserhöhung
Das Wirtschaftswachstum in Japan ist im vierten Quartal schwächer als erwartet gewesen, das Bruttoinlandsprodukt (BIP) stieg um nur 0,1 Prozent statt der erwarteten 0,4 Prozent. Nach Aussage der Societe-Generale-Volkswirte Reo Sakida und Jin Kenzaki lag das vor allem an der Schwäche der Investitionen, die nur um 0,2 (Prognose: 0,6) Prozent stiegen. "Aber eine strukturell starke Nachfrage sollte hier von nun an für Verbesserungen sorgen", schreiben sie in einem Kommentar. Die Nettoexporte leisteten keinen Wachstumsbeitrag (erwartet worden war 0,1 Prozentpunkt). Den Anstieg des Privatkonsums um 0,1 (Prognose: 0,1) Prozent bewerten sie als positive Überraschung, da der Anstieg im Vorquartal auf 0,4 (vorläufig: 0,2) Prozent nach oben revidiert worden sei. Insgesamt stehen die BIP-Zahlen einer Zinserhöhung durch die Bank of Japan (BoJ) aus ihrer Sicht nicht entgegen.
Indische Zentralbank dürfte Zinsen nicht vor 2027 senken
Die indische Zentralbank dürfte nach Einschätzung von Research-Analysten von Nomura bis mindestens Ende 2027 stillhalten. Eine stärkere Inflation im Rahmen der neuen Reihe für Verbraucherpreise und ein positiverer Wachstumsausblick bedeuteten, dass die Reserve Bank of India die Zinsen wahrscheinlich nicht bald senken werde, schreiben sie in einer Research Note. Der Inflationspfad sei weitgehend unverändert, und es werde nicht erwartet, dass die neue Reihe für Verbraucherpreise die Ansicht der RBI ändere, wonach die zugrunde liegende Inflation moderat und an ihrem mittelfristigen Ziel von 4 Prozent gut verankert bleibe, fügen die Analysten hinzu.
DJG/DJN/apo
Copyright (c) 2026 Dow Jones & Company, Inc.
