Kommentar
06:18 Uhr, 04.11.2026

Trump erleidet schwere Niederlage in Zwischenwahlen

Die Demokraten haben bei den Zwischenwahlen in beiden Kongresskammern eine deutliche Mehrheit errungen. US-Präsident Donald Trump und auch Elon Musk, der sich in den Wahlkampf in Texas eingemischt hatte, erlitten schwere politische Niederlagen.

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Die Republikaner von US-Präsident Donald Trump haben bei den Zwischenwahlen eine schwere Wahlniederlage erlitten. Nach Prognosen der großen US-Medien konnten die oppositionellen Demokraten sowohl im Senat als auch im Repräsentantenhaus eine Mehrheit erringen. Die genaue Größe der künftigen Mehrheiten in beiden Kammern steht angesichts der laufenden Auszählungen noch nicht fest.


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Demokraten gewinnen in republikanischen Hochburgen

Die Demokraten nahmen den Republikanern Senatssitze u.a. in Iowa, Kansas, Ohio, Texas, South Carolina und North Carolina ab. Diese Staaten galten bisher als republikanische Hochburgen. Ihre Sitze in Georgia und New Hampshire konnten die Demokraten verteidigen.

In Kansas besiegte Adam Hamilton den republikanischen Amtsinhaber Roger Marshall. Damit gewinnt dort erstmals seit 1932 wieder ein Demokrat eine Senatswahl. In North Carolina setzte sich der frühere Gouverneur Roy Cooper im Rennen um den Sitz des ausscheidenden republikanischen Senators Thom Tillis durch.

Auch bei den Gouverneurswahlen erzielten die Demokraten Erfolge. In Ohio gewann Amy Acton nach Angaben von AP gegen den Republikaner Vivek Ramaswamy. In Georgia setzte sich Keisha Lance Bottoms durch und wird damit die erste schwarze Frau, die in den USA zur Gouverneurin gewählt wurde.

In Florida behaupteten sich dagegen die Republikaner: Ashley Moody verteidigte ihren Senatssitz und Byron Donalds gewann die Gouverneurswahl.

Musks Millionenspenden verhindern Niederlagen nicht

In Texas gewann der Demokrat James Talarico die Senatswahl gegen den republikanischen Generalstaatsanwalt Ken Paxton. Bei der Gouverneurswahl besiegte die Demokratin Gina Hinojosa den bisherigen Amtsinhaber Greg Abbott.

Beide unterlegenen Republikaner hatten millionenschwere Unterstützung von Elon Musk erhalten. Nach Recherchen von ABC News auf Grundlage veröffentlichter Finanzberichte spendete Musk im September 158 Mio. USD an den Senate Leadership Fund, der die Gelder an eine Organisation zur Unterstützung Paxtons weiterleitete. Musk finanzierte zudem Wahlwerbung für die republikanischen Kandidaten auf seiner Social-Media-Plattform X.

"Wir haben gerade bewiesen, dass das ganze Geld der Welt keine Chance gegen die Menschen von Texas hat. Wir haben gezeigt, dass eine Politik der Spaltung es nicht mit einer Politik der Liebe aufnehmen kann", sagte Talarico nach seinem Wahlsieg. "Und wir haben gerade eine Nachricht an jeden milliardenschweren und billionenschweren Großspender, an jeden korrupten Verteidiger dieses defekten politischen Systems gesandt: In diesem Staat, in diesem Land, geht die Macht vom Volk aus."

US-Amerikaner stimmen gegen Korruption und Inflation

Wahlentscheidende Themen waren die stark gestiegenen Preise und die Wahrnehmung von Korruption im Umfeld von Trump. Die Amerikaner hätten genug von "Menschen in hohen Ämtern, die so sehr darauf bedacht sind, sich selbst, ihre Familienmitglieder, ihre Freunde oder ihre Geldgeber zu bereichern", sagte Hakeem Jeffries, der Fraktionschef der Demokraten im Repräsentantenhaus. Die Amerikaner hätten mit ihrer Stimmabgabe gegen Extremismus und gegen Korruption gestimmt.

Analysen des Senders CNN nannten die hohe Inflation, Trumps Zollpolitik und den Iran-Krieg als Gründe für die Niederlage der Republikaner. In einer Wählerbefragung des Senders lehnten mehr als 60 % der Befragten Trumps Amtsführung ab. Zwei Drittel sagten, Trumps Politik habe die wirtschaftliche Lage verschlechtert.

Trump erklärte gegenüber der New York Times, er werde das Ergebnis akzeptieren. Zugleich betonte er, selbst nicht zur Wahl gestanden zu haben. Mit ihm als Kandidaten hätten die Republikaner seiner Darstellung zufolge einen Erdrutschsieg erzielt.

Auch der Ausbau von KI-Rechenzentren spielte im Wahlkampf eine Rolle. Demokratische Kandidaten griffen Sorgen über steigende Stromkosten und hohen Wasserverbrauch auf und kritisierten Steuervergünstigungen für die Betreiber. Angesichts des Siegs der Demokraten könnte der Ausbau von KI-Rechenzentren in vielen Bundesstaaten schwieriger werden.

Fazit: Der Verlust beider Kongresskammern ist ein schwerer Rückschlag für US-Präsident Donald Trump und dürfte seinen politischen Handlungsspielraum in den beiden letzten Jahren seiner Amtszeit deutlich einschränken. Die Erfolge der Demokraten in bisherigen republikanischen Hochburgen zeigen die hohe Unzufriedenheit vieler Amerikaner mit Trumps Amtsführung, aber auch mit hohen Spritpreisen und der hohen Inflation.

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