Texas-Instruments-Aktie überzeugt: Prognose über den Erwartungen
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Das Wichtigste in Kürze
- 01Gewinn wächst schneller: Texas Instruments steigerte den Q3-Umsatz um 28 % auf 6,055 Mrd. USD und den Nettogewinn um 78 % auf 2,425 Mrd. USD.
- 02Prognose über Konsens: Die Q4-Umsatzprognose von 5,80 bis 6,30 Mrd. USD liegt vollständig über der von Reuters genannten Analystenschätzung von 5,73 Mrd. USD.
- 03Höhere Quartalsdividende: TI erhöhte die Quartalsdividende im September um 7 % auf 1,52 USD je Aktie und damit zum 23. Mal in jährlicher Folge.
Texas Instruments hat am Mittwoch, 21. Oktober, Quartalszahlen vorgelegt, bei denen der Gewinn deutlich schneller wächst als der Umsatz. Im dritten Quartal 2026 erzielte der Halbleiterhersteller 6,06 Mrd. USD Umsatz, 2,43 Mrd. USD Nettogewinn und einen verwässerten Gewinn je Aktie von 2,62 USD. Auch die Umsatzprognose für das Schlussquartal liegt über den Analystenerwartungen. Ihre Mitte entspricht allerdings fast genau dem gerade erreichten Umsatzniveau.
Der Gewinn übertrifft die Erwartungen stärker als der Umsatz
Der Umsatz stieg gegenüber dem Vorjahresquartal um 28 % und gegenüber dem Vorquartal um 11 %. Texas Instruments nannte breites Wachstum in Industrie, Automotive und Rechenzentren. Die am 21. Oktober veröffentlichten Quartalsergebnisse von Texas Instruments zeigen damit eine Zunahme auf beiden Vergleichsbasen: gegenüber dem vergangenen Jahr und gegenüber dem unmittelbar vorherigen Quartal.
Laut TheFly lag die durchschnittliche Umsatzerwartung bei 5,93 Mrd. USD. Die Nachrichtenplattform berichtete den tatsächlichen Umsatz gerundet mit 6,06 Mrd. USD. Rechnet man mit dem exakten Unternehmenswert von 6,06 Mrd. USD, ergibt sich ein Vorsprung von 125 Mio. USD beziehungsweise rund 2,1 % gegenüber dem Konsens. Das Unternehmen hat die Umsatzmesslatte damit übertroffen, allerdings in wesentlich kleinerem Umfang als beim Gewinn je Aktie.
Hier standen den gemeldeten 2,62 USD laut TheFly erwartete 2,40 USD gegenüber. Die Differenz beträgt 0,22 USD oder rund 9,2 %. Wenn du die Zahlen mit den Erwartungen vergleichst, liegt die größere Überraschung somit auf der Ergebnisseite. Der Umsatz fiel höher aus als erwartet, doch der Gewinn je Aktie übertraf seine Vergleichsgröße prozentual mehr als viermal so stark.
Auch im Jahresvergleich zeigt sich dieser Unterschied. Während der Umsatz um 28 % zunahm, stieg der operative Gewinn um 73 % auf 2,874 Mrd. USD. Der Nettogewinn wuchs sogar um 78 %. Die Ergebnisentwicklung lässt sich deshalb nicht allein mit höheren Verkäufen beschreiben: Von jedem Umsatzdollar blieb auf operativer Ebene ein größerer Anteil als Gewinn übrig.
Analogchips tragen den Großteil des Geschäfts
Texas Instruments hat die Segmente Analog und Embedded Processing. Im dritten Quartal erzielte Analog einen Umsatz von 4,91 Mrd. USD, Embedded Processing kam auf 858 Mio. USD. Bezogen auf den Konzernumsatz entspricht das rechnerisch rund 81,1 % beziehungsweise 14,2 %. Das Analoggeschäft prägt die Umsatzstruktur damit deutlich stärker als Embedded Processing.
Diese Segmentaufteilung ist von den genannten Absatzmärkten zu unterscheiden. Industrie, Automotive und Rechenzentren beschreiben die Bereiche, in denen TI breites Wachstum verzeichnete. Analog und Embedded Processing sind dagegen die ausgewiesenen Geschäftssegmente. Die Zahlen von 4,91 Mrd. USD und 858 Mio. USD sind daher keine Umsatzangaben für Industriechips oder Rechenzentren.
Der Bruttogewinn erreichte 3,89 Mrd. USD beziehungsweise rund 64 % des Umsatzes. Die operative Marge lässt sich aus 2,87 Mrd. USD operativem Gewinn und 6,06 Mrd. USD Umsatz berechnen: Sie lag bei rund 47,5 %. Nach den weiteren Positionen der Gewinnrechnung verblieb ein Nettogewinn von 2,43 Mrd. USD, was einer Nettomarge von rund 40,0 % entspricht.
Wie stark sich die operative Ertragskraft verändert hat, zeigt ein Vergleich der Wachstumsraten. Teilt man die aktuellen Werte durch die jeweiligen Wachstumsfaktoren von 1,73 beim operativen Gewinn und 1,28 beim Umsatz, ergibt sich für das Vorjahresquartal rechnerisch eine operative Marge von rund 35,1 %. Der Abstand zu den aktuellen 47,5 % beträgt etwa 12,4 Prozentpunkte. Wegen der gerundeten Wachstumsangaben ist das eine Näherungsrechnung.
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Bruttomarge und operative Marge unterscheiden
Die Bruttomarge setzt den Bruttogewinn ins Verhältnis zum Umsatz. Für die operative Marge wird stattdessen der operative Gewinn verwendet. Bei Texas Instruments stehen im dritten Quartal rund 64 % Bruttomarge einer rechnerischen operativen Marge von rund 47,5 % gegenüber. Die beiden Werte beschreiben unterschiedliche Stufen der Gewinnrechnung.
Der Cashflow zeigt mehr als die Gewinnrechnung
Neben dem Gewinn meldete Texas Instruments einen operativen Cashflow von 3,42 Mrd. USD im dritten Quartal. In den zwölf Monaten bis Ende September 2026 betrug er 9,89 Mrd. USD. Der Quartalswert lag damit um 994 Mio. USD über dem Nettogewinn von 2,43 Mrd. USD. Gewinn und operativer Mittelzufluss sind unterschiedliche Kennzahlen und sollten beim Lesen der Ergebnisse getrennt betrachtet werden.
Für denselben Zwölfmonatszeitraum gab TI einen Free Cashflow von 8,42 Mrd. USD an. Das entsprach 40,6 % des Umsatzes. Auf jeweils 100 USD Umsatz entfielen damit rechnerisch 40,60 USD des vom Unternehmen ausgewiesenen Free Cashflows. Diese Relation ergänzt die Quartalsmargen um eine längere Betrachtungsperiode und zeigt, wie groß der Mittelüberschuss im Verhältnis zum Geschäftsumfang war.
Die Investitionsausgaben lagen im dritten Quartal bei 463 Mio. USD und in den zwölf Monaten bis Ende September bei 2,58 Mrd. USD. Für das Quartal ergibt sich daraus eine Investitionsquote von rund 7,6 % des Umsatzes. Die Investitionsausgaben entsprachen außerdem rund 13,5 % des operativen Quartalscashflows. Beide Rechnungen machen die Größenordnung der Ausgaben gegenüber Umsatz und Mittelzufluss sichtbar.
Für deinen Vergleich ist die Zeitspanne wichtig: Die 3,41 Mrd. USD operativer Cashflow und die 463 Mio. USD Investitionen betreffen ein Quartal. Die 8,42 Mrd. USD Free Cashflow beziehen sich dagegen auf zwölf Monate. Wer diese Werte unmittelbar nebeneinanderstellt, vermischt unterschiedliche Perioden. Der Zwölfmonatswert beschreibt einen längeren Zeitraum als die gerade veröffentlichten Quartalsergebnisse.
Die Q4-Prognose schlägt den Konsens, nicht das Q3-Niveau
Für das vierte Quartal 2026 stellt Texas Instruments einen Umsatz von 5,80 bis 6,30 Mrd. USD in Aussicht. Laut Reuters lag die durchschnittliche Analystenschätzung bei 5,73 Mrd. USD. Damit liegt bereits die Untergrenze der Unternehmensprognose um 70 Mio. USD über dem Konsens. Die Mitte der Spanne beträgt 6,05 Mrd. USD und übertrifft diese Erwartung rechnerisch um 320 Mio. USD beziehungsweise rund 5,6 %.
Reuters verbindet die über den Erwartungen liegende Prognose mit einer Erholung der Nachfrage nach Industriechips und wachsendem Rückenwind durch KI-Rechenzentrum-Chips. Das passt zu den von TI genannten Wachstumsbereichen Industrie, Automotive und Rechenzentren. Der Zusammenhang umfasst somit auch industrielle Nachfrage; die Quartalsentwicklung wird nicht ausschließlich über das Rechenzentrumgeschäft beschrieben.
Gegenüber dem dritten Quartal ergibt sich jedoch ein anderes Bild. Die Prognosemitte von 6,05 Mrd. USD liegt nur 5 Mio. USD unter dem gemeldeten Q3-Umsatz von 6,06 Mrd. USD und entspricht damit praktisch demselben Niveau. Die Untergrenze liegt rechnerisch rund 4,2 % darunter, die Obergrenze rund 4,0 % darüber. Über den Analystenerwartungen zu liegen bedeutet hier also nicht, erneut 11 % Wachstum gegenüber dem Vorquartal anzukündigen.
Beim Gewinn je Aktie reicht die Q4-Prognose von 2,45 bis 2,79 USD. Ihre Mitte liegt bei 2,62 USD und entspricht exakt dem Ergebnis des dritten Quartals. Umsatz und Gewinn je Aktie weisen an den Mittelpunkten somit auf ein etwa gleichbleibendes Quartalsniveau hin. Für die Einordnung der Meldung sind beide Vergleiche relevant: der Vorsprung gegenüber dem Konsens und die Nähe zum jüngsten Ergebnis.
Was die höhere Dividende für Aktionäre bedeutet
Texas Instruments hatte bereits im September 2026 die Quartalsdividende um 7 % auf 1,52 USD je Aktie erhöht. Es war die 23. jährliche Erhöhung in Folge. Die Mitteilung zur Dividendenerhöhung ging den jetzt veröffentlichten Quartalszahlen voraus. Die Ausschüttungsanhebung ist damit ein eigener, bereits zuvor bekannt gegebener Schritt.
Vier Quartalszahlungen von jeweils 1,52 USD ergeben rechnerisch 6,08 USD je Aktie im Jahr. Das ist die annualisierte Größenordnung auf Basis des aktuellen Quartalsbetrags. Eine Dividendenrendite lässt sich daraus allein nicht ablesen, denn dafür wäre zusätzlich ein Aktienkurs nötig. Die Ausschüttung je Aktie und die Rendite auf einen bestimmten Kaufpreis sind zwei verschiedene Größen.
Setzt du die neue Quartalsdividende von 1,52 USD ins Verhältnis zum Q3-Gewinn je Aktie von 2,62 USD, erhältst du rund 58 %. Das ist ein rechnerischer Vergleich der aktuellen Dividende mit dem Ergebnis eines einzelnen Quartals, keine Ausschüttungsquote für ein vollständiges Geschäftsjahr. Er zeigt aber, dass der gemeldete Quartalsgewinn je Aktie über dem neuen Dividendenbetrag liegt.
Für Aktionäre stehen damit zwei konkrete Entwicklungen nebeneinander: Die Quartalsdividende wurde zum 23. Mal in jährlicher Folge erhöht, und TI meldete für die zwölf Monate bis Ende September 8,42 Mrd. USD Free Cashflow. Die Q4-Prognosemitte kündigt zugleich keinen weiteren Umsatzsprung gegenüber Q3 an. Der Anlegerbezug liegt deshalb in höherer Ertragskraft und Mittelgenerierung bei einer Prognose, die das erreichte Quartalsniveau ungefähr fortschreibt.
Offenlegung wegen möglicher Interessenkonflikte
Keiner der Autoren ist zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieser Analyse in den erwähnten Wertpapieren investiert.
