Nachricht
22:39 Uhr, 19.10.2026

STEEL DYNAMICS: Wann zieht das neue Aluminiumwerk nach?

Umsatz und operativer Gewinn legen kräftig zu, doch beim Ergebnis je Aktie verfehlt Steel Dynamics den Konsens von 5,47 USD knapp.

Erwähnte Instrumente

  • ISIN: US8581191009Kopiert
    Aktueller Kursstand:   (Nasdaq)
    VerkaufenKaufen

    Schnell. Sicher. Direkt.Trading über stock3 war noch nie so einfach. 

    Mehr erfahren Nein, danke

Höhere Stahlpreise und Rekordlieferungen treiben den operativen Gewinn von Steel Dynamics über 1 Mrd. USD. Dennoch verfehlt der Gewinn je Aktie die Erwartungen, während der Hochlauf des neuen Aluminiumwerks stockt.

✦ Auf einen Blick

• Der Umsatz steigt um 34,8 % gegenüber dem Vorjahr auf 6,51 Mrd. USD und liegt über der durchschnittlichen Analystenschätzung von 6,43 Mrd. USD.

• Das verwässerte Ergebnis je Aktie nach GAAP klettert von 2,74 auf 5,26 USD und bleibt unter dem Konsens von 5,47 USD.

• Die Stahlsparte steigert den operativen Gewinn bei Rekordlieferungen von 3,8 Mio. Tonnen um 43 % zum Vorquartal auf 1,03 Mrd. USD.

• Im Aluminiumgeschäft sinkt der operative Verlust um 21 % auf 26 Mio. USD, der Spartenumsatz geht zum Vorquartal von 498 Mio. auf 476 Mio. USD zurück.

• Der Auftragsbestand im Stahlbau liegt um 50 % über dem Vorjahr und reicht bis ins zweite Quartal 2027.

Steel Dynamics, ein US-Stahlhersteller mit eigenem Schrottrecycling und einer Stahlbau-Sparte, steigert den Umsatz im dritten Quartal um 34,8 % gegenüber dem Vorjahr auf 6,51 Mrd. USD. Damit übertrifft der Konzern die durchschnittliche Analystenschätzung von 6,43 Mrd. USD leicht. Der operative Gewinn wächst noch schneller: Er verdoppelt sich nahezu von 508 Mio. auf 1,01 Mrd. USD, während die operative Marge von 10,5 % auf 15,5 % klettert.

Unter dem Strich verdient der Konzern 756 Mio. USD nach 404 Mio. USD im Vorjahresquartal. Das verwässerte Ergebnis je Aktie nach GAAP steigt von 2,74 auf 5,26 USD und übertrifft auch die 3,69 USD aus dem zweiten Quartal klar. Den üblicherweise auf bereinigter Basis erfassten Konsens von 5,47 USD verfehlt es dennoch. Sondereffekte erklären die Lücke kaum: Das bereinigte EBITDA von 1,19 Mrd. USD weicht nur geringfügig vom unbereinigten Wert ab. Die Ertragswende ist also echt; die Analysten hatten allerdings noch etwas mehr eingeplant.

Steel Dynamics: Earnings-Scorecard zum aktuellen Quartalsbericht

Kennzahlen des Quartals im Überblick: Ergebnis, Umsatz und Umsatzverteilung von Steel Dynamics. (Quelle: Unternehmensangaben)

Der Stahl trägt das Quartal fast allein

Die Stahlsparte steigert ihren operativen Gewinn gegenüber dem Vorquartal um 43 % auf 1,03 Mrd. USD. Zu Rekordlieferungen von 3,8 Mio. Tonnen kommt ein durchschnittlicher Verkaufspreis von 1.400 USD je Tonne, 102 USD mehr als im zweiten Quartal. Zugleich wird Schrott als wichtigster Rohstoff leicht billiger. CEO Mark Millett beschreibt einen Markt mit niedrigen Lagerbeständen bei den Kunden, längeren Lieferzeiten und historisch niedrigen Importen; bei beschichtetem Flachstahl hätten jüngste handelspolitische Maßnahmen die Einfuhren zurückgedrängt. Die Kehrseite: Die Spanne zwischen Stahlpreis und Schrottkosten hängt spürbar am Importschutz und damit an einem Faktor, den das Unternehmen nicht selbst steuert.

Der Stahlbau verdient mit 91 Mio. USD etwas mehr als im Vorquartal, bleibt aber unter den 107 Mio. USD des Vorjahresquartals; teureres Vormaterial belastet die Sparte seit Jahresbeginn. Mehr Gewicht hat der Auftragsbestand, der um 50 % über dem Vorjahr liegt und bis ins zweite Quartal 2027 reicht. Das Recycling fällt mit 33 Mio. USD hinter das Vorquartal zurück.

Im Aluminiumwerk hakt der Hochlauf

Der operative Verlust im Aluminium schrumpft gegenüber dem Vorquartal um 21 % auf 26 Mio. USD; auf EBITDA-Basis erreicht die Sparte den Break-even. Die Mengen bleiben jedoch hinter dem Plan: Über mehrere Wochen stieg bei höheren Walzgeschwindigkeiten der Ausschuss, ausgelöst durch die Zusammensetzung des Kühlmittels im Warmwalzwerk. Der Spartenumsatz sinkt von 498 Mio. auf 476 Mio. USD. Für das zweite Halbjahr hatte das Management im Juli einen deutlichen Anstieg von Volumen und Profitabilität angekündigt. Bei den Mengen bleibt das dritte Quartal dahinter zurück.

Millett klingt dennoch gelassen: Das Problem sei behoben, der Oktober sei ausgezeichnet gelaufen. Die erste von zwei Glüh- und Wärmebehandlungslinien läuft und soll noch vor Jahresende fertige Produkte für die Autoindustrie ausliefern. Damit bleibt der angekündigte Einstieg ins Autogeschäft auf Kurs; die zweite Linie folgt Anfang 2027. Die Diversifizierung kommt voran, allerdings langsamer als versprochen. Jede weitere Verzögerung bindet die Gewinnbasis länger an den Stahlzyklus.

Steel Dynamics: Umsatz- und Gewinnentwicklung der letzten Quartale

Umsatz und Ergebnis je Aktie im Quartalsverlauf inkl. Analystenschätzungen. (Quelle: Unternehmensangaben)

Ausblick

Im Ausblick setzt Steel Dynamics auf eine Fortsetzung des Aufschwungs, nennt aber auch einen bemerkenswerten Vorbehalt. Für 2027 gibt sich Millett optimistisch und verweist auf Investitionen in Infrastruktur, Industrie, Energie und Rechenzentren sowie auf ein handelspolitisch günstiges Umfeld. Zugleich räumt er ein, dass in den kommenden Jahren zusätzliche heimische Kapazitäten bei Stahl und Aluminium auf den Markt kommen könnten. Im Aluminium sollen Mengen und Profitabilität im vierten Quartal und über das gesamte Jahr 2027 steigen, sobald Anlaufkosten wegfallen und Auslastung sowie Ausbeute zunehmen.

Die jüngste Dynamik stützt diese Zuversicht: Das Umsatzwachstum beschleunigt sich von 33,4 % auf 34,8 % im dritten Quartal; der Auftragsbestand im Stahlbau sichert zudem Auslastung bis ins Frühjahr 2027. Solange Nachfrage und Importschutz halten, trägt der Stahl. Das Aluminium muss im vierten Quartal erst noch zeigen, dass die Panne tatsächlich abgehakt ist.

Kennzahlen im Überblick

Kennzahl 2025 2026e 2027e
Umsatz 18,18 Mrd. USD 24,03 Mrd. USD 25,00 Mrd. USD
EPS 8,01 USD 17,83 USD 21,87 USD

*e = erwartet (Analystenkonsens, bei US-Unternehmen auf Non-GAAP-Basis); Ist-Jahr 2025 bereinigt (Summe der Quartale)

Fazit: Die operative Marge steigt dank Rekordlieferungen und eines um 102 USD höheren Tonnenpreises auf 15,5 %, doch das GAAP-EPS bleibt unter der Gewinnschätzung der Analysten. Der Umsatz über dem Konsens, die beschleunigte Wachstumsrate und der um 50 % höhere Auftragsbestand im Stahlbau sprechen für Steel Dynamics. Dem stehen der Gewinn je Aktie unter dem Konsens und der zum Vorquartal sinkende Aluminiumumsatz entgegen, obwohl hier eine Belebung angekündigt war. Auf Basis der Analystenschätzungen sinkt das KGV von 13,7 für 2026 auf 11,2 für 2027; das unterstellte Gewinnplus von 23 % setzt allerdings ein rund laufendes Aluminiumwerk voraus. Wie belastbar die freundliche Tendenz ist, hängt deshalb davon ab, ob der Oktober hält, was Millett verspricht.

Dieser Beitrag ist unter Einsatz Künstlicher Intelligenz entstanden.

Passende Produkte

WKN Long/Short KO Hebel Laufzeit Bid Ask
Keine Ergebnisse gefunden
Zur Produktsuche