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13:39 Uhr, 14.10.2026

STATE STREET: Gewinn legt zu – doch der Zinsüberschuss verliert Zugkraft

Nettogewinn plus 27 %, doch im Quartalsvergleich tritt der Zinsüberschuss auf der Stelle: State Street muss künftig stärker auf Gebühren statt Zinsen setzen.

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State Street verdient im dritten Quartal deutlich mehr, weil die Kosten spürbar langsamer wachsen als die Erträge. Gegenüber dem Vorquartal kommt das Geschäft jedoch kaum vom Fleck; die Erträge bleiben zudem knapp unter den Erwartungen.

✦ Auf einen Blick

• Die Erträge steigen um 13 % auf 4,00 Mrd. USD und liegen knapp unter der durchschnittlichen Analystenschätzung von 4,03 Mrd. USD.

• Das verwässerte EPS steigt von 2,78 auf 3,69 USD und trifft damit die Schätzung von 3,68 USD.

• Das verwaltete Vermögen erreicht mit 6,3 Bio. USD einen Rekord, die Nettozuflüsse sinken jedoch auf 7 Mrd. USD nach 114 Mrd. USD im Vorquartal.

• Die Vorsteuermarge verbessert sich von 31,1 auf 34,6 %, da die Kosten nur um 8 % zulegen.

• Aus Neugeschäft stehen Servicegebühren von 332 Mio. USD zur Einbuchung in künftigen Quartalen an.

State Street, Verwahrstelle und Vermögensverwalter für institutionelle Investoren, steigert das verwaltete Vermögen (AUM) gegenüber dem Vorjahr um 16 % auf den Rekordwert von 6,3 Bio. USD. Die Nettomittelzuflüsse schrumpfen im Quartal allerdings auf 7 Mrd. USD, nach 114 Mrd. USD im Vorquartal. Langfristige Zuflüsse von 69 Mrd. USD werden von Abflüssen aus Geldmarktprodukten fast vollständig aufgezehrt.

Die Erträge steigen um 13 % auf 4,00 Mrd. USD und verfehlen damit knapp die durchschnittliche Analystenschätzung von 4,03 Mrd. USD. Gegenüber dem Vorquartal ergibt sich sogar ein Minus von 1 %. Getragen wird das Jahreswachstum von den Gebühren aus der Verwahrung (plus 10 %) und den Managementgebühren (plus 20 %). Hinzu kommt der Zinsüberschuss, der um 21 % auf 864 Mio. USD zulegt, weil die Zinsmarge im Jahresvergleich von 0,96 % auf 1,12 % steigt.

Unter dem Strich zahlt sich die Kostendisziplin aus: Die Aufwendungen wachsen nur um 8 %, während sich die Vorsteuermarge von 31,1 auf 34,6 % verbessert. Der Nettogewinn steigt um 27 % auf 1,09 Mrd. USD und wächst damit doppelt so schnell wie die Erträge. Das verwässerte EPS klettert von 2,78 auf 3,69 USD und trifft die durchschnittliche Analystenschätzung von 3,68 USD praktisch punktgenau. Sonderposten fallen im Quartal nicht an; eine etwas niedrigere Steuerquote hilft nur am Rand. In einer ersten vorbörslichen Indikation notiert die Aktie rund 1,6 % tiefer.

Die Gewinnqualität ist damit hoch. Der Zuwachs stammt aus dem laufenden Geschäft und einer Kostenbasis, die nach Unternehmensangaben bereits im elften Quartal in Folge langsamer wächst als die Erträge.

Im Vergleich zum Vorquartal fehlt der Schwung

Der Jahresvergleich lässt das Quartal allerdings stärker erscheinen, als es ist. Im Devisenhandel erreicht State Street zwar Rekordvolumina mit seinen Kunden und erzielt 17 % mehr Erträge als im Vorjahr. Gegenüber dem Vorquartal fallen die Erträge jedoch um 14 % auf 427 Mio. USD, weil weniger Geschäft mit Schwellenländern anfällt. Die sonstigen Gebührenerträge brechen wegen marktbezogener Anpassungen um 29 % ein. Zugleich tritt der Zinsüberschuss im Quartalsvergleich auf der Stelle, während die Zinsmarge von 1,13 auf 1,12 % sinkt.

Ausgerechnet der Zinsertrag, der im Jahresvergleich am stärksten wächst, verliert damit an Zugkraft. Künftig muss das Gebührengeschäft mehr vom Wachstum tragen.

Das Neugeschäft füllt die Pipeline

Auf diese Rolle bereitet sich State Street vor. Neue Verwahrmandate bringen jährliche Servicegebühren von 68 Mio. USD; insgesamt warten Gebühren von 332 Mio. USD auf die Einbuchung in künftigen Quartalen. Dazu kommen das erste Mandat im neuen Wealth-Services-Geschäft mit einem großen US-Vermögensberater sowie die geplante Übernahme des Gemeinschaftsunternehmens Santander CACEIS Latam für Wertpapierdienstleistungen. An die Aktionäre fließen 651 Mio. USD, davon 400 Mio. USD über Aktienrückkäufe.

Die volle Pipeline macht das Verwahrgeschäft etwas unabhängiger von den Börsenkursen, die nach Konzernangaben bei den Managementgebühren deutlich stärker durchschlagen.

STATE STREET CORP: Umsatz- und Gewinnentwicklung der letzten Quartale

Umsatz und Ergebnis je Aktie im Quartalsverlauf inkl. Analystenschätzungen. (Quelle: Unternehmensangaben)

Ausblick

Vorstandschef Ron O'Hanley zeigt sich zuversichtlich: State Street gehe mit Schwung ins Schlussquartal und traue sich zu, die im Sommer vorgestellten mittelfristigen Ziele zu erreichen. Das Ertragsplus von 12,9 % zum Vorjahr entspricht allerdings dem bisherigen Tempo. Eine Beschleunigung zeigt das Quartal nicht.

Analysten rechnen für 2026 im Schnitt mit Erträgen von 15,94 Mrd. USD und einem EPS von 13,76 USD, für 2027 mit 16,81 Mrd. USD und 15,46 USD. Diese Erwartungen setzen voraus, dass Gebühren und Neugeschäft den abflachenden Zinsertrag ausgleichen. Der Auftragsbestand spricht dafür, doch der stagnierende Zinsüberschuss mahnt zur Vorsicht.

Kennzahlen im Überblick

Kennzahl 2025 2026e 2027e
Erträge 13,89 Mrd. USD 15,94 Mrd. USD 16,81 Mrd. USD
EPS 10,32 USD 13,76 USD 15,46 USD

*e = erwartet (Analystenkonsens); Erträge = Konzern-Gesamterträge

Fazit: Kostendisziplin statt Ertragsdynamik trägt den Gewinnanstieg bei State Street: Das EPS wächst um 33 %, obwohl die Erträge die Schätzungen knapp verfehlen; Sonderposten helfen nicht nach. Dagegen stehen ein schwächerer Devisenhandel und ein stagnierender Zinsüberschuss im Vergleich zum Vorquartal. Auch die Nettozuflüsse leiden darunter, dass Abflüsse aus Geldmarktprodukten die langfristigen Zuflüsse fast vollständig aufzehren. Gemessen an den Analystenschätzungen kostet die State-Street-Aktie das 13-Fache des diesjährigen und das Elffache des für 2027 erwarteten Gewinns, der um 12 % zulegen soll. Die Tendenz bleibt freundlich, doch beim nächsten Wachstumsschub steht nun die Pipeline von 332 Mio. USD an noch einzubuchenden Gebühren in der Pflicht. Der Zinsertrag gibt diese Rolle ab.

Dieser Beitrag ist unter Einsatz Künstlicher Intelligenz entstanden.

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