Stablecoins statt Subscription: Coinbase-CEO rechnet mit Abos ab
- Lesezeichen für Artikel anlegen
- Artikel Url in die Zwischenablage kopieren
- Artikel per Mail weiterleiten
- Artikel auf X teilen
- Artikel auf WhatsApp teilen
- Ausdrucken oder als PDF speichern
Pro Artikel bezahlen statt abonnieren – ist das die Zukunft des Medienkonsums? Coinbase-CEO Brian Armstrong schreibt auf X, dass niemand ein Monatsabo abschließen müssen sollte, nur um einen einzelnen Artikel zu lesen. Stattdessen könne der eigene KI-Agent den Text abrufen und den Verlag für genau diesen einen Beitrag bezahlen.
Mit Stablecoins und dem Zahlungsprotokoll x402 könnten Unternehmen nutzungsbasierte Micro-Payments annehmen und den Bezahlvorgang deutlich vereinfachen, schreibt Armstrong weiter.
Unter dem Post stimmen ihm viele Nutzer zu. Einige erklären deutlich, dass sie eher für einen einzelnen Artikel zahlen würden, als jemals ein Abo abzuschließen. Denkbar wäre das Prinzip neben Nachrichten oder Blogartikel beispielsweise auch für Musik, Videos oder einzelne Folgen einer Serie.
Was ist x402?
Coinbase hat x402 entwickelt und bereits im Mai 2025 vorgestellt. Der offene Standard nutzt den namensgebenden HTTP-Statuscode 402, um Stablecoin-Zahlungen direkt in Webanwendungen einzubauen. Mittlerweile hat Coinbase x402 an die Linux Foundation übergeben, wo es als Open-Source-Standard weiterentwickelt wird.
Seit dem Start des Protokolls wurden laut x402scan knapp 236 Millionen Transaktionen mit einem Volumen von rund 56,5 Millionen US-Dollar über x402 abgewickelt. Der Großteil davon lief über Base, das hauseigene Ethereum-Layer-2-Netzwerk von Coinbase. Aber auch auf Solana wird das Protokoll genutzt. Neben Blockchains setzen mittlerweile selbst Tech-Riesen wie Amazon mit AWS oder Visa auf den Standard. Zuletzt hat die Aktivität allerdings deutlich abgenommen. In den vergangenen 30 Tagen kamen nur rund drei Millionen Transaktionen zusammen.
Die Organisation hinter x402 beschreibt das Protokoll als einen "offenen Standard für Internet-native Zahlungen", der diese direkt zwischen Client und Server ermöglicht. Ein KI-Agent ruft beispielsweise einen Artikel ab, worauf der Server des Herausgebers mit dem Code 402 antwortet und einen Preis nennt, zum Beispiel 25 Cent. Der Agent zahlt diesen dann per Stablecoin, zum Beispiel USDC, sofern er die Erlaubnis und das nötige Guthaben hat, und erhält den Inhalt. Ein Konto, ein Formular oder ein Abo ist damit dann nicht mehr nötig.
Wer profitiert von der Nutzung?
Dass Brian Armstrong als Coinbase-CEO die Nutzung von x402 und Stablecoins sowie die Entwicklung des Agentic Commerce vorantreibt, kommt nicht von ungefähr. Coinbase verdient an den Reserveerträgen von USDC mit, und das nicht in unbedeutendem Ausmaß.
Laut dem aktuellen 10-Q erzielte Coinbase im dritten Quartal 2026 einen Stablecoin-Umsatz von rund 307 Millionen US-Dollar, gut ein Viertel des gesamten Nettoumsatzes. In den ersten neun Monaten des Jahres kam Coinbase mit Stablecoins auf einen Umsatz von gut 900 Millionen US-Dollar.
Der Grund, warum Coinbase überhaupt an Stablecoins verdient, ist ein Vertrag mit Circle, dem Herausgeber von USDC. Er sichert Coinbase 100 Prozent der Reserveerträge auf USDC zu, die auf der Coinbase-Plattform liegen. In allen anderen Fällen erhält Coinbase 50 Prozent.
Das Ende des Abo-Modells?
Bedeutet das nun das Ende von Abos auf Nachrichtenseiten oder sogar bei Streaminganbietern? Zumindest vorerst nicht. Das Protokoll wird bislang nur in überschaubarem Umfang genutzt, und zwar vor allem für den Abruf von Daten und Schnittstellen, kaum für einzelne Artikel. Zudem müssten Nutzer KI-Agenten einsetzen, die für sie bezahlen. Die Hürden sind also noch hoch.
Denkbar ist aber, dass neue Plattformen entstehen, auf denen Agents für Nutzer Inhalte direkt beim Urheber kaufen, etwa einen einzelnen Song beim Musiker oder ein Video beim Creator, ohne Abo und ohne Umweg über Netflix oder Spotify. Ob sich das durchsetzt, wird sich in den kommenden Monaten und Jahren zeigen.
Du willst auch die Artikel mit dem + lesen? Dann hol Dir BTC-ECHO Plus+
Mit Deinem Abo bekommst Du:
- Unbegrenzten Zugang zu allen Inhalten
- Exklusive Artikel, Interviews & Analysen
- Detaillierte Reports & Hintergrundberichte
- Technische Chartanalyse & Kursziele
Es sollen noch mehr Vorteile sein? Via Web und App hast Du geräteübergreifend Zugriff auf alle Beiträge. Damit verschaffen wir Dir ein optimales Lesevergnügen und du bleibst jederzeit flexibel.
