Kommentar
14:30 Uhr, 21.10.2026

Stablecoin-Steuer: Frankreichs Anlegern drohen hohe Abgaben

Frankreich will den Tausch von Kryptowährungen in regulierte Stablecoins wie USDC besteuern. Kritik kommt hierbei nicht nur aus der Regierung.

Frankreich könnte die Besteuerung von Kryptowährungen deutlich verschärfen. Die französische Nationalversammlung hat am 16. Oktober den Änderungsantrag I-3898 zum Haushaltsentwurf 2027 angenommen. Wer Kryptowährungen gegen sogenannte E-Money-Token, beispielsweise den Stablecoin USDC tauscht, müsste Gewinne daraus künftig versteuern. Bislang bleibt ein Tausch zwischen Kryptowerten in Frankreich steuerlich aufgeschoben. Diese Ausnahme soll ab 2027 entfallen. Dann könnte der französische Standardsatz von 31,4 Prozent auf Kapitalgewinne greifen.

Eingebracht haben den Antrag 17 Abgeordnete der linken Fraktion Gauche Démocrate et Républicaine um Nicolas Sansu. Sie sehen eine Gesetzeslücke, da Stablecoins wie gewöhnliche Anlagen genutzt würden. Zugleich ändert der Antrag die Gewinnberechnung: Statt einer Formel über das gesamte Portfolio zählt künftig der Anschaffungspreis der konkret verkauften Coins, bei mehreren Käufen derselben Kryptowährung der gewichtete Durchschnittspreis.

Rechtskräftig ist die Besteuerung des Tauschs noch nicht

Die Abstimmung über den gesamten Einnahmenteil des Haushalts, ursprünglich für den 20. Oktober angesetzt, hat die Regierung laut Le Monde verschoben. Die Beratungen werden am 27. Oktober fortgesetzt, anschließend geht der Text an den Senat.

Minister David Amiel bat im Plenum um Rücknahme des Antrags. Man müsse Stablecoins zunächst klar definieren und sicherstellen, Umschichtungen innerhalb eines Portfolios nachverfolgen zu können. Grundsätzlich abgelehnt hat er das Anliegen aber nicht.

Chainalysis-Regionaldirektor François Volpoet warnte zudem gegenüber CoinDesk, die Regel könne Anleger zu DeFi-Plattformen, Peer-to-Peer-Handel und Offshore-Börsen außerhalb internationaler Steuermeldesysteme treiben.

Nicht nur in Frankreich steht die steuerliche Behandlung von Kryptowährungen zur Debatte. Auch in Deutschland könnte mit der Abschaffung der einjährigen Haltefrist ein zentraler Anreiz für langfristige Krypto-Investments wegfallen. Wie stark das die Nachfrage verändern würde und welche Konsequenzen für den deutschen Kryptomarkt drohen, haben wir Experten und Privatanleger gefragt.

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