Analyse
09:50 Uhr, 21.05.2026

SPACEX - Das Filing ist da! Alles, was Du zum IPO wissen musst

Der geplante Börsengang von SpaceX hätte historische Dimensionen. Die Bewertung ist gigantisch, Starlink liefert operativ stark ab, zugleich belasten xAI-Verluste, hohe Investitionen und eine extreme Machtkonzentration bei Elon Musk das Bild.

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SpaceX hat am 20. Mai 2026 nach US-Börsenschluss ein S-1 bei der SEC eingereicht. Das Unternehmen firmiert offiziell als Space Exploration Technologies Corp., der Ticker soll SPCX lauten. Geplant ist ein Listing an der Nasdaq sowie an der Nasdaq Texas. Als möglicher IPO-Termin wird der 12. Juni 2026 genannt, die Roadshow soll am 4. Juni beginnen.

Die Dimension ist enorm: Im Raum steht eine Bewertung von rund 1,75 Bio. USD bei einem Emissionsvolumen von 75 bis 80 Mrd. USD. Damit würde SpaceX den bisherigen IPO-Rekord von Saudi Aramco aus dem Jahr 2019 mit 29 Mrd. USD klar übertreffen.

Starlink finanziert den Konzern

Operativ ist die Story im Kern deutlich weniger homogen, als die Schlagzeilen vermuten lassen. Das Segment Connectivity, also vor allem Starlink, ist der klare Ertragsanker des Konzerns. 2025 erzielte der Bereich 11,4 Mrd. USD Umsatz, das entsprach einem Wachstum von 49,8 %. Das Segment-EBITDA lag bei 7,17 Mrd. USD, die Marge bei 63 %. Im ersten Quartal 2026 lag der Umsatz bei 3,257 Mrd. USD. Gleichzeitig kam Starlink auf 10,3 Mio. Abonnenten in 164 Ländern und mehr als 9.600 Satelliten im Orbit.

Starlink erwirtschaftet also den Großteil des Umsatzes und offenbar den Löwenanteil des operativen Ergebnisses. Wenn Anleger SpaceX zeichnen, kaufen sie zu einem wesentlichen Teil ein globales Satelliten-Internetgeschäft mit hoher Skalierung.

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xAI drückt die Zahlen massiv

Die konsolidierten Zahlen für 2025 wirken auf den ersten Blick deutlich schwächer, als man es von SpaceX allein erwarten würde. Der Grund ist die im Februar 2026 abgeschlossene xAI-Übernahme. Die Vorjahreszahlen wurden rückwirkend angepasst. Dadurch ist die historische Profitabilität verzerrt.

Für 2025 meldet der Konzern 18,674 Mrd. USD Umsatz, aber einen operativen Verlust von 2,589 Mrd. USD und einen Nettoverlust von 4,937 Mrd. USD. 2024 hatte es auf operativer Ebene noch einen Gewinn von 466 Mio. USD gegeben. Im ersten Quartal 2026 verschärfte sich das Bild weiter: 4,694 Mrd. USD Umsatz standen ein operativer Verlust von 1,943 Mrd. USD und ein Nettoverlust von 4,276 Mrd. USD gegenüber.

Das AI-Segment (xAI inkl. X/Twitter) erlöste 2025 insgesamt 3,2 Mrd. USD – wovon der Großteil aus der X-Plattform stammt (Werbung und Premium-Abos). xAI als reines KI-Geschäft kam zum Jahresende lediglich auf eine annualisierte Run-Rate von rund 500 Mio. USD. Dem stehen ein EBITDA-Verlust von 1,24 Mrd. USD und ein operativer Verlust von 6,36 Mrd. USD gegenüber. Besonders auffällig ist der Investitionsbedarf: Allein xAI verursachte im ersten Quartal 2026 Capex von 7,723 Mrd. USD, das gesamte Capex 2025 lag bei 12,73 Mrd. USD.

Auch Space bleibt kapitalintensiv

Auch das klassische Raumfahrtgeschäft ist bisher kein Gewinnbringer. Das Segment Space, also Falcon 9 und Starship, erzielte 2025 4,09 Mrd. USD Umsatz, verbuchte aber einen operativen Verlust von 657 Mio. USD. In Starship sollen bislang bereits mehr als 15 Mrd. USD investiert worden sein.

Strategisch ist Starship zentral, weil das System ab der zweiten Jahreshälfte 2026 Nutzlasten in den Orbit bringen soll. Ab H2 2026 sind Starlink-Satelliten als Fracht vorgesehen, ab 2027 dann die V2-Mobilsatelliten. Gelingt das, könnte SpaceX seine Startkosten senken und die vertikale Integration weiter ausspielen. Scheitert oder verzögert sich das Projekt, leidet die Equity Story sofort.

Der Cash-Abfluss ist hoch

Ein weiterer Punkt, den Anleger im Blick haben dürften, ist die Liquiditätsentwicklung. Der Kassenbestand sank laut den vorliegenden Angaben von 24,75 Mrd. USD Ende 2025 auf 15,85 Mrd. USD zum Ende des ersten Quartals 2026. Gleichzeitig bestehen vertragliche Verpflichtungen von 25,45 Mrd. USD, davon werden 95 % bereits 2026 und 2027 fällig.

Das heißt: SpaceX bringt zwar enorme Größenordnung mit, der Konzern verbrennt aber aktuell auch massiv Kapital. Genau deshalb ist der IPO für die Gesellschaft strategisch so wichtig.

Musk dominiert fast alles

Ein neuralgischer Punkt ist die Governance. Elon Musk ist CEO, CTO und Chairman of the Board in Personalunion. Hinzu kommt eine Dual-Class-Struktur: Class A mit einer Stimme je Aktie geht an die Öffentlichkeit, Class B mit zehn Stimmen je Aktie sichert die Kontrolle. Musk hält den Angaben zufolge 85,1 % der kombinierten Stimmrechte. Auch nach dem IPO soll seine Stimmkraft voraussichtlich über 50 % bleiben.

SpaceX wird damit als "Controlled Company" gelten und ist unter Nasdaq-Regeln von bestimmten Governance-Anforderungen befreit. Für institutionelle Investoren ist das relevant, weil die Mitsprache der freien Aktionäre begrenzt bleibt. Für Trader kann genau das aber auch Teil der Story sein, weil Musk-Prämie und Musk-Risiko im Kurs wohl dauerhaft mitgehandelt werden.

Viel Fantasie ist eingepreist

Strategisch bleibt SpaceX maximal ambitioniert. Das Unternehmen beziffert seinen adressierbaren Markt laut Berichten auf 28,5 Bio. USD. Hinzu kommen Projekte wie orbitale AI-Rechenzentren ab 2028 und die langfristige Mars-Mission. Im Filing steht sogar, man halte orbitales AI-Computing für eine technische Herausforderung, die in naher Zukunft nur SpaceX im großen Maßstab lösen könne. Gut, aber das kennen wir von Elon Musk, das war schon immer "sein Stil".

Fazit

Der Rekord-IPO von SpaceX steht in den Startlöchern. Am 12. Juni 2026 wird es so weit sein. Schaut man sich die aktuelle Burnrate an, ist es wenig verwunderlich, dass Vorhaben forciert wird. "Dank" xAI sind die Kosten in die Höhe geschossen, allein im Q1 wurden fast 9 Mrd. USD verbrannt. Dennoch wird der Börsengang die Privatanleger elektrisieren. stock3 bleibt für euch am Ball.

Die Börsenbetreiber haben im Zuge der anstehenden Mega-IPOs ihre Aufnahmekriteriengeändert bzw. planen Änderungen. Mehr dazu in diesem Webinar.

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1 Kommentar

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  • masi123
    masi123

    Genialer Schachzug von Musk. Den Börsengang in Höhe von ~80 Milliarden USD könnte er nötigenfalls alleine aus der Portokasse bezahlen und damit die hohe Bewertung absichern. Wenn interessiert da, dass SpaceX bei nur ~19 Milliarden Umsatz 2,5 Milliarden Verlust eingefahren hat. Klar, dass damit eine Bewertung von 1,75 Billionen USD sicher gerechtfertigt ist. Nach dem Listing an der Nasdaq, wozu eigens die Fristen verkürzt wurden, müssen die entsprechenden Fonds- und ETF´s die Aktie kaufen. Ich schätze, dass nach Etablierung der Aktie, weitere Börsengänge folgen und Privatanleger über die genannten Anteile zwangsläufig weiter Geld in die Kasse von Musk spülen. Und durch seine 10fachen Stimmrechte behält er weiterhin die volle Kontrolle.

    11:13 Uhr, 21.05.