SpaceX-Aktie im Fokus: 40 Milliarden US-Dollar für Nvidia-Chips
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Goldesel Kompakt
Das Wichtigste in Kürze
- 01Geplanter Chip-Kauf: SpaceX verhandelt über rund 40 Milliarden US-Dollar Finanzierung für den Kauf von Nvidia-KI-Chips.
- 02Zwei Finanzierungswege: Vorgesehen sind etwa 10 Milliarden US-Dollar Bankkredite und 30 Milliarden US-Dollar Investment-Grade-Schulden.
- 03Hohes US-Zinsniveau: Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen erreichte am 7. Oktober zeitweise etwa 5,35 Prozent und damit den höchsten Stand seit 2002.
SpaceX und Nvidia verbindet derzeit eine geplante Chip-Finanzierung von rund 40 Milliarden US-Dollar. SpaceX verhandelt über das Geld für den Kauf von Nvidia-KI-Chips. Die am 6. Oktober bekannt gewordenen Gespräche treffen auf ein teures Finanzierungsumfeld: Am 7. Oktober erreichte die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen zeitweise etwa 5,35 Prozent, den höchsten Stand seit 2002. Damit bekommt der geplante KI-Ausbau eine zweite Dimension: Neben der Hardware geht es um die Kosten des dafür benötigten Kapitals.
Für dich als Anleger berührt die Geschichte drei unterschiedliche Geschäftsmodelle. SpaceX will Rechenkapazität aufbauen, Nvidia ist der vorgesehene Chip-Lieferant und Apollo soll die Finanzierung organisieren. Derselbe Vorgang bedeutet für diese Unternehmen deshalb jeweils etwas anderes: Investitionen und Schulden auf der einen Seite, mögliche Hardware-Verkäufe und ein Finanzierungsmandat auf den anderen.
40 Milliarden für Hardware, aufgeteilt auf zwei Geldquellen
Die geplante Finanzierung besteht aus etwa 10 Milliarden US-Dollar Bankkrediten und 30 Milliarden US-Dollar Investment-Grade-Schulden. Die Reuters-Meldung zu den Finanzierungsgesprächen beschreibt damit zwei Geldquellen für denselben Zweck: den Kauf von Nvidia-KI-Chips. Rechnerisch entfallen rund 25 Prozent des Gesamtvolumens auf Bankkredite und 75 Prozent auf die geplante Schuldenplatzierung. Der größere Teil des Geldes soll also über diesen zweiten Weg zusammenkommen.
Apollo soll die Finanzierung voraussichtlich anführen und die Platzierung der Schulden bei Investoren unterstützen. PIMCO befindet sich laut Bloomberg ebenfalls in Gesprächen über eine Beteiligung. Apollo übernimmt damit eine andere Rolle als Nvidia: Der Vermögensverwalter soll Kapital und Investoren zusammenbringen, während Nvidia die Hardware liefern soll. PIMCO gehört zu den angesprochenen Finanzierern, ist aber kein zusätzlicher Chip-Anbieter.
Laut Bloomberg befinden sich die Gespräche in einem frühen Stadium und können ohne abgeschlossene Transaktion enden. Die Financial Times nennt 2027 als erwarteten Abschlusszeitpunkt. Für die zeitliche Einordnung ist das relevant: Die Nachricht vom 6. Oktober beschreibt Verhandlungen über eine große Finanzierung, keinen bereits vollzogenen Chip-Kauf. Auch die erwartete Durchführung im kommenden Jahr gehört zur Planung der Transaktion.
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Wie sich die Finanzierung zusammensetzt
Von den geplanten rund 40 Milliarden US-Dollar sollen etwa 10 Milliarden aus Bankkrediten und 30 Milliarden aus Investment-Grade-Schulden stammen. Das entspricht rechnerisch einer Aufteilung von rund 25 zu 75 Prozent. Apollo soll die Finanzierung anführen und die Platzierung bei Investoren unterstützen.
Warum der Chip-Kauf zur KI-Strategie von SpaceX gehört
Der geplante Kauf steht im Zusammenhang mit dem Ausbau der KI-Rechenzentren. Laut Bloomberg nutzt SpaceX für seine Rechenzentren ausschließlich Nvidia-Hardware. Damit richtet sich die Finanzierung auf einen Lieferanten, dessen Technik dort bereits eingesetzt wird. Für Nvidia verbindet sich die mögliche Bestellung mit einer bestehenden Hardware-Beziehung; für SpaceX geht es um den Ausbau dieser Ausstattung.
Reuters berichtet außerdem, dass Colossus 2 die Anzahl der Nvidia-Chips bis Dezember mehr als verdoppeln soll. Eine Verdopplung bedeutet einen Zuwachs um 100 Prozent gegenüber dem Ausgangsbestand; die berichtete Planung geht darüber hinaus. Eine konkrete Stückzahl nennt die Meldung nicht. Der Umfang lässt sich deshalb über die Wachstumsrate beschreiben, ohne daraus eine erfundene Anzahl von Chips oder einen Preis pro Chip abzuleiten.
Zum Unternehmenshintergrund gehört laut Venture Atlas die Übernahme von xAI durch SpaceX im Februar 2026. Dieselbe Quelle berichtet von einem Börsengang im Juni 2026 mit einer Bewertung von rund 86 Milliarden US-Dollar. Diese Bewertung ist vom Umfang der jetzt geplanten Finanzierung zu unterscheiden: Die 86 Milliarden US-Dollar beschreiben einen Unternehmenswert, die 40 Milliarden US-Dollar das gesuchte Fremdkapital für Hardware. Die Bewertung ist damit kein Betrag, der als Erlös aus dem Börsengang angesetzt werden kann.
Auch die beiden Zeitpläne beschreiben verschiedene Vorgänge. Reuters nennt Dezember für den Ausbau der Chip-Anzahl bei Colossus 2, die Financial Times 2027 für den erwarteten Abschluss der Finanzierung. Aus diesen Angaben folgt kein gemeinsamer Liefer- oder Zahlungsplan. Für die Geschichte ist die Verbindung dennoch konkret: Ein berichteter Ausbau der Rechenkapazität trifft auf Verhandlungen über das dafür vorgesehene Kapital.
5,35 Prozent zeigen, in welchem Umfeld SpaceX Geld sucht
Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen erreichte am 7. Oktober zeitweise etwa 5,35 Prozent. Das war der höchste Stand seit 2002. Zugleich versteigerte die US-Regierung zehnjährige Staatsanleihen im Volumen von 39 Milliarden US-Dollar. Als Größenvergleich ist diese Auktion aufschlussreich: Das gesamte geplante SpaceX-Finanzierungsvolumen liegt mit rund 40 Milliarden US-Dollar um etwa 1 Milliarde US-Dollar darüber. Der Vergleich betrifft ausschließlich die Summe, nicht die Kreditqualität oder die Konditionen.
Die Zinsdebatte reicht zudem über diesen einzelnen Handelstag hinaus. Im Protokoll der September-Sitzung der US-Notenbank hielten die meisten Teilnehmer eine weitere Erhöhung des Leitzins-Zielbands bis Jahresende für wahrscheinlich angemessen. CNBC dokumentiert den Renditeanstieg und die Aussagen des Fed-Protokolls. Darin heißt es:
„With regard to the outlook for monetary policy beyond the current meeting, most participants assessed that another increase in the target range for the federal funds rate would likely be appropriate by year end.“
Protokoll der September-Sitzung der US-Notenbank
Die Staatsanleiherendite ist dabei kein Zinssatz für die SpaceX-Finanzierung. Sie beschreibt das Marktumfeld, in dem das Unternehmen und seine Finanzierer verhandeln. Wie stark Zinsunterschiede bei dieser Größenordnung wirken, zeigt eine reine Rechenillustration: Ein Prozentpunkt auf 40 Milliarden US-Dollar entspricht 400 Millionen US-Dollar pro Jahr. Das ist keine Prognose der Finanzierungskosten, sondern macht die Größenordnung eines solchen Unterschieds sichtbar.
Wer Kapital aufnimmt und wer am Ausbau verdient
Für SpaceX steht der Zugang zu Hardware einer zusätzlichen Verschuldung gegenüber. Die geplante Struktur sieht Bankkredite und Investment-Grade-Schulden vor, nicht die Ausgabe neuer Aktien. Die wirtschaftliche Verbindung ist damit direkt: Der Konzern sucht Fremdkapital, um den Chip-Kauf zu finanzieren. Für deine Einordnung gehören Investitionsvolumen und Finanzierung deshalb zusammen; die Zahl von 40 Milliarden US-Dollar beschreibt nicht allein eine Technologieentscheidung.
Nvidia steht auf der Lieferantenseite. Der vorgesehene Kauf betrifft ausdrücklich Nvidia-KI-Chips, und Bloomberg berichtet bereits von der ausschließlichen Nutzung seiner Hardware in den SpaceX-Rechenzentren. Ein wirtschaftlicher Vorteil wäre hier an die Umsetzung der Bestellung gebunden. Die Finanzierungssumme ist allerdings nicht als bereits verbuchter Nvidia-Umsatz zu lesen: Sie bezeichnet zunächst das Kapital, über das SpaceX verhandelt.
Apollo hat einen anderen Bezug zur Transaktion. Das Unternehmen soll die Finanzierung anführen und bei der Platzierung der Schulden helfen. Sein möglicher Nutzen liegt damit im Finanzierungsgeschäft, nicht im Verkauf von Rechenzentrumstechnik. Für die Auswahl relevanter Aktien ist diese Trennung hilfreich: Nvidia und Apollo sind aus konkreten, aber unterschiedlichen Gründen mit dem geplanten Ausbau verbunden.
Offenlegung wegen möglicher Interessenkonflikte
Die Autoren sind zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieser Analyse in den erwähnten Wertpapieren nicht investiert.
