SpaceX-Aktie im Blick: 40 Mrd. USD Schulden für KI-Chips
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Goldesel Kompakt
Das Wichtigste in Kürze
- 01Finanzierung für Nvidia-Chips: Musk erklärte am 25. Oktober, SpaceX habe 40 Mrd. USD Schuldenfinanzierung für GPUs abgeschlossen, deren Lieferung im ersten und zweiten Quartal 2027 vorgesehen ist.
- 02Warnung vor Finanzierungsschwierigkeiten: Musk prognostizierte, dass mehr als 200 Neocloud-Unternehmen durch Finanzierungsschwierigkeiten scheitern oder konsolidiert werden könnten.
- 03Weitere Infrastrukturgespräche: Laut Bloomberg verhandelt SpaceX über Zugang zu mindestens 80.000 US-Mobilfunkstandorten und führt dabei auch Gespräche mit Crown Castle.
40 Mrd. USD für Nvidia-Chips: SpaceX hat nach Elon Musks Erklärung vom Sonntag, 25. Oktober, die dafür vorgesehene Schuldenfinanzierung abgeschlossen. Die GPUs sollen im ersten und zweiten Quartal 2027 geliefert werden. Zum Wochenstart am 26. Oktober steht damit ein konkreter Ausbauplan für das KI-Geschäft im Mittelpunkt. Gleichzeitig warnt Musk vor Finanzierungsschwierigkeiten bei mehr als 200 spezialisierten KI-Cloud-Unternehmen. Seine Begründung für den eigenen Finanzierungserfolg führt allerdings zu zwei anderen SpaceX-Geschäften: Starlink und Raketenstarts.
Die Finanzierung steht, die Chips kommen 2027
Die neue Nachricht ist der Abschluss der Finanzierung, nicht die Lieferung der Hardware. Wie CNBC über Musks Erklärung berichtet, ist die Ankunft der Grafikprozessoren für das erste und zweite Quartal 2027 vorgesehen. Zwischen dem finanziellen Abschluss im Oktober und der geplanten Lieferung liegt damit ein mehrmonatiger Zeitraum. Für dich als Anleger sind das zwei getrennte Schritte: SpaceX hat Zugang zum Kapital erhalten; die damit finanzierten Chips sollen erst im kommenden Jahr eintreffen.
Reuters hatte bereits am 6. Oktober über Verhandlungen zur Finanzierung von Nvidia-Chips im Umfang von 40 Mrd. USD berichtet. Als mögliche Finanzierer wurden in der damaligen Berichterstattung unter anderem Apollo, PIMCO und Goldman Sachs genannt. Musks Mitteilung vom Wochenende führt diese Geschichte weiter: Aus den zuvor gemeldeten Finanzierungsgesprächen ist nach seiner Erklärung ein abgeschlossener Finanzierungsvertrag geworden. Die damalige Nennung möglicher Geldgeber ist dabei von der neuen Abschlussmeldung zu unterscheiden.
Das KI-Geschäft hat bei SpaceX bereits ein erhebliches Gewicht. Laut CNBC erzielte die Sparte „Super Intelligence“ im dritten Quartal einen Umsatz von 7,56 Mrd. USD, nach 813 Mio. USD im Vorjahreszeitraum. CNBC bezeichnet sie als inzwischen größte Geschäftseinheit des Unternehmens. Der geplante GPU-Kauf trifft also auf ein bereits stark gewachsenes Geschäft. Er ist keine isolierte Hardwarebestellung neben dem Raketen- und Satellitenbetrieb, sondern steht im Zusammenhang mit dem Ausbau dieser KI-Sparte.
Warum Starlink bei einem KI-Kredit eine Rolle spielt
Musk begründete den Zugang zur Finanzierung mit dem Investment-Grade-Status von SpaceX sowie den Einnahmen aus Starlink und Raketenstarts. Seine Argumentation richtet sich damit auf die Herkunft der Einnahmen. SpaceX verdient Geld außerhalb des KI-Rechenzentrumsgeschäfts und verweist auf diese zusätzlichen Geschäftsfelder, wenn es um die Finanzierung neuer Grafikprozessoren geht. Die Verbindung zwischen Satelliteninternet, Raumfahrt und KI entsteht hier über die Finanzierung des Unternehmens.
Für die zuvor geplante Finanzierung war laut einem von CNBC aufgegriffenen Bloomberg-Bericht ein Zweckvehikel vorgesehen. Es sollte die Verschuldung aus der SpaceX-Bilanz heraushalten und das Investment-Grade-Rating schützen. Diese Beschreibung betrifft die zuvor diskutierte Struktur. Musks Erklärung über den Abschluss nennt den erfolgreichen Zugang zu 40 Mrd. USD; die frühere Berichterstattung erklärt, welches Ziel die Strukturierung verfolgen sollte. Betrag und Ausgestaltung der Finanzierung sind deshalb unterschiedliche Aspekte derselben Transaktion.
Die Größenordnung lässt sich mit dem Börsenwert vergleichen: StockAnalysis gab die Marktkapitalisierung von SpaceX mit rund 2,00 Bio. USD an. Die 40 Mrd. USD entsprechen rechnerisch etwa 2 % dieses Werts. Dieser Vergleich beschreibt die Dimension des GPU-Finanzierungspakets, nicht die gesamte Verschuldung des Unternehmens. Ein Börsenwert ist zudem kein Geldbestand, aus dem SpaceX Rechnungen bezahlen kann. Für den Chipkauf wird ausdrücklich eine Schuldenfinanzierung eingesetzt.
Daneben berichtete TipRanks über bis zu 328,4 Mio. SpaceX-Aktien, die nach Ablauf einer Haltefrist am 24. Oktober handelbar werden sollten. Das betrifft die Handelbarkeit bestehender Aktien und damit eine andere Ebene als die Finanzierung des Unternehmens. Für die Einordnung zum Wochenstart lohnt diese Trennung: Der GPU-Vertrag betrifft Kapital für Hardware, die Haltefrist betrifft Aktien, deren bisherige Handelsbeschränkung endet.
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Finanzierung ist noch keine Rechenleistung
SpaceX hat nach Musks Erklärung die Schuldenfinanzierung über 40 Mrd. USD abgeschlossen. Die damit finanzierten GPUs sollen im ersten und zweiten Quartal 2027 geliefert werden. Der Abschluss der Finanzierung und die spätere Hardwarelieferung sind zwei getrennte Schritte.
Musks Warnung trifft das Geschäftsmodell der Neoclouds
Mit der Finanzierungsmeldung verband Musk eine Prognose für die Konkurrenz. Mehr als 200 sogenannte Neocloud-Unternehmen könnten durch Finanzierungsschwierigkeiten scheitern oder konsolidiert werden. Neoclouds sind spezialisierte Cloud-Anbieter, die Rechenleistung für künstliche Intelligenz bereitstellen. Business Insider nennt CoreWeave und Nebius als Beispiele für solche Unternehmen. Damit richtet sich Musks Warnung an Anbieter, deren Geschäft unmittelbar auf der Bereitstellung von KI-Rechenkapazität beruht.
Laut Business Insider schrieb Musk, die Kreditmärkte seien zurückhaltend gegenüber Unternehmen, deren Einnahmen fast vollständig von KI-Rechenzentren abhängen. Dem stellte er die Einnahmen von SpaceX aus Starlink und Raketenstarts gegenüber. Seine Warnung ist somit eine Prognose über Finanzierung und Unternehmensbestand, keine Aussage darüber, dass KI-Rechenleistung grundsätzlich nicht mehr gebraucht werde. Der von ihm beschriebene Unterschied liegt im Zugang zu Fremdkapital und in den Einnahmequellen.
„That means the 200+ neoclouds are going to see guppy-level death and consolidation.“
Elon Musk auf X, zitiert von Business Insider
Business Insider berichtet zugleich, dass Nvidia-Chef Jensen Huang die Nachfrage nach KI-Cloud-Infrastruktur als „off the charts“ bezeichnet hat. Das stellt dem Finanzierungsthema eine zweite Perspektive gegenüber: Nachfrage nach Rechenleistung und Finanzierung der dafür nötigen Infrastruktur sind unterschiedliche Fragen. Nvidia ist laut dem Bericht außerdem ein wichtiger Unterstützer von Neocloud-Unternehmen, darunter CoreWeave, Nebius und IREN. Der Chiphersteller hat damit Verbindungen zu mehreren Anbietern, nicht allein zu SpaceX.
Eine Übernahmestrategie kündigte Musk mit seiner Warnung nicht an. Auf die Frage, ob SpaceX Neoclouds günstig aufkaufen wolle, erklärte er laut Business Insider ausdrücklich, SpaceX werde keine Neoclouds kaufen. Für CoreWeave und die anderen genannten Anbieter ist die Nachricht deshalb vor allem ein Finanzierungsthema und ein Vergleich mit SpaceXs Einnahmebasis. Aus Musks Konsolidierungsprognose folgt kein von ihm angekündigter Kauf dieser Unternehmen.
80.000 Mobilfunkstandorte führen zu Crown Castle
Parallel zum GPU-Kauf verfolgt SpaceX ein weiteres Infrastrukturvorhaben. Bloomberg berichtete am 22. Oktober über Gespräche, die Zugang zu mindestens 80.000 US-Mobilfunkstandorten ermöglichen sollen. Während die Nvidia-Chips das KI-Geschäft betreffen, geht es hier um die Mobilfunkinfrastruktur. Die beiden Vorhaben haben unterschiedliche Lieferanten und Aufgaben. Gemeinsam zeigen sie, dass sich SpaceXs Expansion auf mehr als einen Bereich erstreckt.
Nach dem Bloomberg-Bericht zu den Mobilfunkstandorten gehört Crown Castle zu den Betreibern, mit denen SpaceX Gespräche führt. Daraus ergibt sich ein konkreter Unternehmensbezug: Crown Castle ist wegen der möglichen Bereitstellung von Infrastruktur relevant. Es wird nicht lediglich als allgemeiner Telekommunikationstitel mit der Nachricht verbunden. Die Zahl von mindestens 80.000 Standorten beschreibt das Gesamtvorhaben, nicht automatisch einen Auftrag dieses Umfangs an Crown Castle.
Laut Bloomberg könnten die Vereinbarungen den Weg zu einem vierten landesweiten US-Mobilfunknetz ebnen. Für Verbraucher wäre das eine andere Entwicklung als der Ausbau von KI-Rechenkapazität: Es ginge um einen zusätzlichen landesweiten Mobilfunkanbieter. Für die beteiligten Infrastrukturunternehmen steht dagegen die Bereitstellung von Standorten im Vordergrund. Nvidia und Crown Castle sind deshalb aus verschiedenen Gründen mit SpaceX verbunden: über Chips beziehungsweise über Mobilfunkstandorte.
Offenlegung wegen möglicher Interessenkonflikte
Keiner der Autoren ist zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieser Analyse in den erwähnten Wertpapieren investiert.
