Analyse

S&P - Steht ein Ausverkauf bevor?

Der S&P 500 fiel am Freitag auf ein neues Jahrestief zurück. Gerät der Index damit weiter unter Druck oder ist das eine Chance auf eine Erholung?

Erwähnte Instrumente

  • S&P 500 - WKN: A0AET0 - ISIN: US78378X1072 - Kurs: 3.585,62 Pkt (S&P)

Der S&P 500 befindet sich wie der Dow Jones seit 05. Januar 2022 in einer Abwärtsbewegung. Diese startete nach dem Allzeithoch bei 4.818 Punkten und führte den Index Mitte Juni auf ein Tief bei 3.636 Punkten, womit er den EMA 200 (Wochenbasis) testete. Die anschließende Erholung führte den Index an das log. 61,8 % Retracement der Abwärtsbewegung seit Januar. Dort prallte der S&P 500 nach unten ab und fiel zunächst innerhalb eines Abwärtstrendkanals.

Am 23. September brach der Index aus diesem Kanal nach unten aus. Am 28. September kam es zwar noch einmal zu einem Versuch, wieder in den Kanal zurückzukehren, aber dieser versuch wurde in den letzten beiden Tagen abverkauft. Am Freitag kam es dann auch zu einem Schlusskurs unter dem Tief aus dem Juni. Der Index drang dabei in die Unterstützungszone zwischen dem Hoch aus dem September 2020 bei 3.588 Punkten und dem log. 38,2 % Retracement der Aufwärtsbewegung ab März 2020 bei 3.566 Punkten ein.

Ist der S&P 500 überverkauft?

Der RSI (14) notiert auf Monatsbasis 42,82 Punkten. Damit notiert er noch im neutralen Bereich. Er zeigt aber eine klare Abwärtstendenz und ist im Oktober auf ein neues Tief in dieser Abwärtsbewegung abgefallen. Damit nähert er sich langsam dem unteren Extrembereich.

Auf Wochenbasis notiert dieser Indikator bei 35,61 Punkten. Im Mai und im Juni dieses Jahres notierte der Index auf der unteren Extremzone und drang danach in den neutralen Bereich ein. Seitdem fällt er wieder ab. Der Indikator hat noch ein Stück zur unteren Extremzone zurückzulegen. Und zu Extremwerten wie aus dem Oktober 2008 bei 16 Punkten ist es noch ein weiter Weg.

Auf Tagesbasis drang der RSI am 23. September in die untere Extremzone ein. Seitdem pendelt er um diese Marke.

Wie ist die Stimmung an den Aktienmärkten in den USA?

Der Fear & Greed Index von CNN notiert bei 15 Punkten. Damit notiert er im extremen Angstbereich. Allerdings ist noch etwa Luft nach unten. Im Mai notierte dieser Index bei 3 Punkten. Zwar erholte sich der S&P 500 im Mai kurzzeitig und deutlich, aber erst nach Ausbildung einer bullischen Divergenz im Fear & Greed kam es ab Mitte Juni zu einer größeren Erholungsrally. Einige Einzelkomponenten des Fear & Greed Index haben in der letzten Woche neue Extremwerte erreicht.

Fazit: Sell-Off oder Erholung?

Die Stimmung an den Aktienmärkten ist schlecht, der S&P 500 ist zumindest auf Tagesbasis überverkauft. Das sollte doch eigentlich die Grundlage einer Erholung sein. Aber das wäre zu einfach. Die Stimmung ist nämlich nicht so schlecht, dass es jetzt quasi zwangsläufig zu einer Erholung kommen muss und der Index ist auch noch lange nicht extrem überverkauft. Im mittel- und langfristigen Bereich ist von überverkauft nämlich noch gar nichts zu sehen. Eine charttechnische Bodenformation ist ebenfalls nicht im Ansatz zu sehen. Allerdings notiert der Index in einer wichtigen Unterstützungszone.

Erholungen bis ca. 3680 Punkten wären normales Grundrauschen innerhalb des Tagescharts. Ein prozyklisches Kaufsignal, das einige Tage tragen könnte, ergäbe sich erst mit einem Ausbruch über das Hoch vom Mittwoch bei 3.736 Punkten. In diesem Fall wäre mit einer Erholung gen 3.851 und evtl. sogar 4.026 Punkten zu rechnen. Dies wäre aber nur ein Pullback an den gebrochenen Aufwärtstrend ab Juni.

Sollte der Index allerdings die Unterstützungszone zwischen 3.588 und 3.566 Punkten durchbrechen, dann könnte sich das Tempo der Abwärtsbewegung noch einmal beschleunigen. Kurzfristig könnte der Index in Richtung 3.264-3.233 Punkten abfallen.

Diese Analyse ist Teil meines morgendlichen Marktüberblicks, den ich täglich in unserem redaktionellen Angebot PROmax veröffentliche. Der Marktüberblick enthält Kommentare zu vielen beliebten Basiswerten wie Nasdaq 100, Dow Jones, verschiedenen Rohstoffen oder Bitcoin.
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Über den Experten

Alexander Paulus
Alexander Paulus
Technischer Analyst und Trader

Alexander Paulus kam zunächst über Börsenspiele in der Schule mit der Börse in Kontakt. 1997 kaufte er sich seine erste Aktie. Nach einigen Glückstreffern schmolz aber in der Asienkrise 1998 der Depotbestand auf Null. Da ihm das nicht noch einmal passieren sollte, beschäftigte er sich mit der klassischen Charttechnik und veröffentlichte seine Analysen in verschiedenen Foren. Über eine Zwischenstation kam er im April 2004 zur BörseGo AG und veröffentlicht seitdem seine Analysen auf GodmodeTrader.de.

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