Schwellenländer-Exposure mit steuerbarer China-Allokation
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Über Jahrzehnte hinweg galten die großen Industrienationen als unangefochtene Zugpferde der Weltwirtschaft und als möglicher sicherer Hafen für die Vermögensanlagen. In einem Marktumfeld, das zunehmend von Volatilität und einer allgemein angespannten Weltlage geprägt ist, gewinnen Schwellenländer jedoch deutlich an Attraktivität. Während die Wachstumsraten in den traditionellen Wirtschaftsmächten stagnieren, weisen viele aufstrebende Volkswirtschaften eine hohe Dynamik auf und erweisen sich auch in unruhigen Marktphasen als strukturell robust.
Schwellenländer bieten Anlegern eine attraktive Möglichkeit, ihr Portfolio zur Generierung von Wachstumspotenzialen zu diversifizieren - insbesondere, da sie über liquide und transparente ETFs effizient investierbar sind. Die starke Gewichtung chinesischer Aktien in klassischen MSCI Emerging Markets-Indizes erschwert jedoch die individuelle Steuerung der China-Allokation. Der BNP Paribas Easy MSCI Emerging ex China UCITS ETF eröffnet hier neue Gestaltungsspielräume: Kombiniert mit einem separaten China-ETF können Anleger ihre China-Gewichtung gezielt steuern und zugleich ihr Schwellenländer-Exposure beibehalten. Eine Flexibilität, die klassische EM-Strategien mit integriertem China-Anteil nicht bieten.
Der ex-China-Ansatz: Baustein für eine modulare Schwellenländer-Strategie
Der BNP Paribas Easy MSCI Emerging ex China UCITS ETF bildet die Wertentwicklung von 23 Schwellenländern exklusive China ab. Anleger erhalten diversifizierten Zugang zu dynamischen Märkten wie Indien, Taiwan, Südkorea oder Brasilien. Ein besonderer Fokus liegt hierbei auf strategischen Rohstoffen wie Kupfer (u. a. aus Chile und Peru) und Nickel (aus Indonesien und den Philippinen), die für die globale Energiewende und die Elektromobilität von essenzieller Bedeutung sind.
Die synthetische Replikation gewährleistet eine präzise Indexabbildung, während die thesaurierende Ertragsverwendung den langfristigen Vermögensaufbau durch den Zinseszinseffekt optimiert. Damit bietet der ETF eine mögliche Infrastruktur, um gezielt von den fundamentalen Stärken der Schwellenländer außerhalb Chinas profitieren zu können – und in Kombination mit einem China-ETF eine vollständige, aber individuell gewichtete Schwellenländer-Allokation aufzubauen.
Chancen und Herausforderungen der Schwellenländer
Die fundamentalen Daten der Zielregionen untermauern diesen Investmentansatz, denn Schwellen- und Entwicklungsländer zählen weiterhin zu den wesentlichen Wachstumsmotoren der Weltwirtschaft: Nach Prognosen des Internationalen Währungsfonds (IWF) werden sie im Jahr 2027 voraussichtlich rund 61,5% des globalen Bruttoinlandsprodukts (BIP), gemessen in Kaufkraftparitäten, erwirtschaften.[1] Diese Regionen zeichnen sich durch eine fortschreitende Industrialisierung, eine vorteilhafte Demografie (Durchschnittsalter in Indien bspw. unter 30 Jahren) und eine expandierende Mittelschicht aus. Bis 2030 werden voraussichtlich rund 75 % der Konsumenten in den Schwellenländern der Altersklasse zwischen 15 und 34 Jahren angehören - eine Zielgruppe, die durch eine ausgeprägte Konsumaktivität und eine positive Verbraucherstimmung charakterisiert ist.[2]
Für die Schwellen- und Entwicklungsländer prognostiziert der Internationale Währungsfonds (IWF) zudem ein Wirtschaftswachstum von 3,7 % im Jahr 2026 bzw. 4,4 % im Jahr 2027. Damit liegen die Wachstumsaussichten über denen der Weltwirtschaft insgesamt, für die der IWF ein Wachstum von 3,1% beziehungsweise 3,4% erwartet. Unternehmen aus Ländern wie Indien, Indonesien, Mexiko oder Saudi-Arabien partizipieren überproportional an der wirtschaftlichen Erholung der Industrieländer, was die Binnenwirtschaften stärkt und ausländische Direktinvestitionen in Aktien sowie Unternehmensanleihen begünstigt.[3]
Ein klassischer ETF auf den MSCI Emerging Markets-Index bietet grundsätzlich Zugang zu diesem breiten Chancenspektrum. Die China-Gewichtung ist dabei jedoch an die jeweilige Indexzusammensetzung gebunden. Nachdem der Indexanbieter MSCI im Jahr 2019 den Einbeziehungsfaktor chinesischer A-Aktien von 5 % auf 20 % erhöht hatte, entwickelte sich die Gewichtung Chinas im Index im Laufe der folgenden Jahre weiter. Zum 30. September 2026 lag der China-Anteil im MSCI Emerging Markets-Index bei rund 19,8 %. Gleichzeitig entfielen rund 28,9 % auf Taiwan, 21,4 % auf Südkorea und 10,7 % auf Indien. Anleger, die ihre China-Allokation unabhängig vom restlichen Schwellenländer-Exposure steuern möchten, stoßen bei einem klassischen Emerging-Markets-ETF daher an Grenzen.[4]
China gezielt gewichten: Mehr Kontrolle durch modularen Portfolioaufbau
China bleibt ein wichtiger Bestandteil vieler Schwellenländer-Strategien und bietet weiterhin langfristiges Wachstumspotenzial. Die Marktentwicklung im Jahr 2026 verdeutlicht jedoch, warum eine flexible Steuerung der China-Gewichtung für viele Anleger attraktiv sein kann. Während technologische Innovationen, insbesondere im Bereich der künstlichen Intelligenz, neue Wachstumsimpulse setzen, bleiben die chinesischen Aktienmärkte von wirtschaftlichen und geopolitischen Unsicherheiten geprägt. Herausforderungen wie eine verhaltene Binnennachfrage, Entwicklungen im Immobiliensektor und internationale Handelskonflikte können die Marktstimmung beeinflussen.
Gleichzeitig zeigen die unterschiedlichen Entwicklungen innerhalb der Schwellenländer, dass sich die Wachstumsperspektiven einzelner Regionen zunehmend unterscheiden. Taiwan und Südkorea profitieren beispielsweise von ihrer bedeutenden Rolle in der globalen Halbleiterindustrie und der steigenden Nachfrage nach KI-Technologien. China wiederum verfügt über starke Unternehmen in den Bereichen Technologie, Elektromobilität und erneuerbare Energien, ist jedoch zugleich mit strukturellen wirtschaftlichen Herausforderungen konfrontiert. Diese Unterschiede unterstreichen den potenziellen Nutzen einer gezielten regionalen Gewichtung innerhalb eines Schwellenländerportfolios.[5]Bei einer klassischen EM-Strategie mit integriertem China-Anteil ist die China-Quote an die Indexgewichtung gekoppelt. Eine Anpassung ist nur möglich, indem das gesamte Schwellenländer-Exposure verändert wird. Der modulare Ansatz aus BNP Paribas Easy MSCI Emerging ex China UCITS ETF und einem separaten China-ETF löst diese Einschränkung auf: Anleger können ihre China-Gewichtung je nach Markteinschätzung erhöhen, reduzieren oder konstant halten unabhängig von der restlichen Schwellenländer-Allokation. So bleibt die Gesamtstruktur des Portfolios erhalten, während die China-Komponente flexibel gesteuert wird.
[1] World Economic Outlook, October 2026: Resilience Under Strain, Urgent Choices ; IWF DataMapper – Emerging Market and Developing Economies
[2] Nine key consumer trends, Mc Kinsey 2024
[3] World Economic Outlook, October 2026: Resilience Under Strain, Urgent Choices; IWF DataMapper - Emerging Market and Developing Economies
[4] MSCI (2026) MSCI Emerging Markets Index, Indexzusammensetzung zum 30. September 2026
[5] International Monetary Fund (2026) World Economic Outlook, October 2026, Ausführungen zu künstlicher Intelligenz, wirtschaftlicher Entwicklung und geopolitischen Risiken

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