OXY: Cashflow so hoch wie seit vier Jahren nicht
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Occidental Petroleum zeigt im zweiten Quartal 2026, was hohe Ölpreise und operative Disziplin gemeinsam bewirken: ein bereinigtes EPS, das die Analystenerwartungen deutlich übertrifft, und einen Cashflow, der zuletzt vor vier Jahren auf diesem Niveau lag. Wie viel davon strukturell ist und wie viel dem Ölpreis zu verdanken ist, bleibt die entscheidende Frage.
Das bereinigte EPS aus dem fortgeführten Geschäft erreichte im zweiten Quartal 2026 exakt 2,40 USD und übertraf die durchschnittliche Analystenschätzung von 1,83 USD deutlich. Das GAAP-EPS fiel mit 2,75 USD noch höher aus, für die Bewertung maßgeblich bleibt jedoch die bereinigte Kennzahl.
Hinter diesen Zahlen steckt vor allem ein Preiseffekt: Der durchschnittliche realisierte Rohölpreis stieg gegenüber dem Vorquartal um 38 % auf 96,78 USD je Barrel, während WTI im Quartalsdurchschnitt bei 92,79 USD und Brent bei 97,06 USD notierten. Das ist kein Verdienst des Managements allein, sondern Rückenwind des Marktes. Ohne diesen Effekt wäre das Ergebnis deutlich weniger stark ausgefallen.
Produktion und Cashflow auf Kurs
Die globale Produktion erreichte 1.433 Mboed und übertraf damit die obere Grenze der eigenen Prognose, angeführt von den Geschäftsbereichen Permian und Gulf of America. Das ist operativ solide und zeigt, dass Occidental seine Ressourcen effizient entwickelt.
Besonders ins Auge sticht der Free Cashflow vor Veränderungen des Working Capital aus dem fortgeführten Geschäft: 3,0 Mrd. USD, der höchste Wert seit dem dritten Quartal 2022. Der operative Cashflow aus dem fortgeführten Geschäft belief sich auf 5,1 Mrd. USD, bei Investitionen von 1,6 Mrd. USD. Diese Kombination belegt, dass der Konzern bei hohen Ölpreisen erhebliche Mittel generiert und die Kapitalallokation dabei diszipliniert hält.
Schuldenabbau und Dividende als Signale
Occidental reduzierte die Nominalverschuldung im Quartal um 1,9 Mrd. USD auf 11,8 Mrd. USD und nähert sich damit dem selbst gesetzten Meilenstein von 10,0 Mrd. USD. Das ist mehr als ein buchhalterischer Fortschritt, es zeigt, dass das Management die Bilanz konsequent saniert. Zusätzlich wurde die Quartalsdividende um weitere 8 % auf 0,28 USD je Aktie angehoben, zahlbar im Oktober 2026. Beides zusammen signalisiert wachsendes Vertrauen in die Cashflow-Stabilität.
Das Midstream- und Marketingsegment drehte von einem Vorsteuerverlust von 87 Mio. USD im Vorquartal auf ein Vorsteuerergebnis von 1,3 Mrd. USD. Ausschlaggebend waren höhere Rohölmargen durch den Zeitpunkt von Rohölverkäufen sowie verbesserte Gasmargen aus der Optimierung von Transportkapazitäten. Dieser Schwenk ist zum Teil timing-bedingt und dürfte sich kaum in dieser Stärke wiederholen.
Ausblick
CEO Richard Jackson klingt selbstbewusst. Das Management stellt bis 2030 ein signifikantes Wachstum des Free Cashflow in Aussicht, getragen von fortschrittlichen Förderverfahren und Kosteneffizienz. Die Wortwahl ist ambitioniert, bleibt aber vage in Bezug auf konkrete Zielkorridore für das laufende Geschäftsjahr. Für das zweite Quartal hatte das Unternehmen sowohl bei der Produktion als auch im Midstream-Segment die eigene Guidance übertroffen, was die Verlässlichkeit der Prognosen stärkt. Allerdings hängt die Guidance-Qualität stark am Ölpreis: Dreht der Markt, dreht sich auch das Bild. Der Analystenkonsens erwartet für das Gesamtjahr 2026 einen Umsatz von rund 24,83 Mrd. USD, was auf eine Fortsetzung des starken Umfelds setzt.
Tagesschlusskurse der Occidental Petroleum-Aktie über ein Jahr. (Quelle: stock3)
Kennzahlen im Überblick
| Kennzahl | 2025 | 2026e | 2027e |
|---|---|---|---|
| Umsatz | 21,59 Mrd. USD | 24,83 Mrd. USD | 23,77 Mrd. USD |
| EPS | 1,61 USD | 5,55 USD | 3,72 USD |
*e = erwartet (Analystenkonsens, bei US-Unternehmen auf Non-GAAP-Basis); Ist-Jahr 2025 wie berichtet (GAAP)
Fazit: Ein bereinigtes EPS von 2,40 USD, das den Konsens um mehr als 30 % übertrifft, kombiniert mit dem stärksten Free Cashflow seit vier Jahren: Das ist ein starkes Quartal, das allerdings in erheblichem Maß dem Ölpreisanstieg zu verdanken ist. Auf der Habenseite stehen beschleunigter Schuldenabbau, eine erneute Dividendenerhöhung und eine Produktion, die die eigene Prognose übertraf. Das Risiko bleibt dasselbe wie immer bei Ölproduzenten: Ein fallender Ölpreis würde dieses Bild schnell eintrüben. Auf dem aktuellen Bewertungsniveau mit einem KGV von rund 22 ist bereits ein freundliches Ölpreisumfeld eingepreist.
Dieser Beitrag ist unter Einsatz Künstlicher Intelligenz entstanden.
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