NVIDIA soll Deutschland für das KI-Zeitalter fit machen
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- NVIDIA Corp. - WKN: 918422 - ISIN: US67066G1040 - Kurs: 216,720 $ (Nasdaq)
Die Bundesregierung will gemeinsam mit Nvidia den Einsatz Künstlicher Intelligenz in der deutschen Industrie vorantreiben. Wie das Handelsblatt unter Berufung auf mit dem Vorhaben vertraute Personen berichtet, soll die Initiative die Grundlagen für sogenannte physische KI schaffen, etwa für Roboter und autonome Fahrzeuge. Außerdem sollen im Rahmen der Kooperation international konkurrenzfähige KI-Modelle für industrielle Anwendungen entstehen.
Die Bekanntgabe ist dem Bericht zufolge für die kommende Woche beim Investitionsgipfel "Invest in Germany" geplant. Nvidia-Chef Jensen Huang wird am Montag in Berlin erwartet und soll dort mit Bundeskanzler Friedrich Merz zusammentreffen. Eine Nvidia-Sprecherin wollte die geplanten Ankündigungen gegenüber dem Handelsblatt nicht kommentieren.
Staatliche Millionen für Rechenkapazität
Die Bundesregierung ist laut Bericht bereit, einen dreistelligen Millionenbetrag für das Vorhaben einzusetzen. Das Geld soll vor allem den Einkauf von Rechenkapazität und das Training neuer KI-Modelle ermöglichen. Finanziert werden könnte das Vorhaben aus Mittel der Hightech-Agenda des Bundes.
Nvidia soll ebenfalls einen Beitrag leisten, unter anderem durch die Bereitstellung von Ingenieuren. Insgesamt wollen sich den Informationen zufolge etwa ein Dutzend deutsche Unternehmen beteiligen, darunter Siemens, Audi und der KI-Entwickler Black Forest Labs.
Soofi-Projekt soll ausgebaut werden
Die Kooperation soll auf dem Konsortium Soofi aufbauen, das Forschungseinrichtungen, Universitäten und KI-Unternehmen im September 2025 gegründet haben. Das Bundeswirtschaftsministerium förderte das Projekt bislang mit 20 Mio. EUR. Damit wurde das Training eines ersten Modells auf der Industrial AI Cloud der Deutschen Telekom finanziert.
Die neue Initiative soll die Entwicklung weiterer Modelle und deren Einsatz in Industrie und Mittelstand ermöglichen. Dafür sollen neben Nvidias Sprachmodellfamilie Nemotron auch die Cosmos-Modelle genutzt werden. Diese können unter anderem virtuelle Situationen als Trainingsmaterial für Roboter und autonome Fahrzeuge erzeugen. Die beteiligten Unternehmen sollen die Modelle an ihre Anforderungen anpassen können und die Kontrolle über ihre Daten behalten.
Ausbau bestehender Partnerschaften
Nvidia arbeitet bereits mit der Deutschen Telekom und Siemens zusammen. Für die Industrial AI Cloud stellt der Chipkonzern 10.000 Blackwell-Chips bereit. Telekom-Chef Timotheus Höttges hat eine Verdoppelung dieser Zahl angekündigt. Mit Siemens entwickelt Nvidia unter anderem Technologien, mit denen sich Fertigungsprozesse virtuell simulieren lassen.
Digitalminister Karsten Wildberger begrüßte die geplante Partnerschaft, verwies zugleich aber auf Europas Abhängigkeit bei der Chipversorgung. "Wir brauchen Rechenchips, die haben wir in Europa nicht", sagte er dem Handelsblatt. Perspektivisch wünsche er sich eine eigene Chipproduktion.
Fazit: Dass die künftige wirtschaftliche Entwicklung ganz entscheidend von Zukunftstechnologien wie der künstlichen Intelligenz (KI) abhängt, ist auch in der deutschen Politik angekommen. Noch wichtiger als staatliche Investitionsprogramme sind aber Rahmenbedingungen, die für eine bessere Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Unternehmen sorgen und private Investitionen ermöglichen und fördern, und zwar keineswegs nur im KI-Bereich. Die Zusammenarbeit mit Nvidia bietet immerhin die Chance, leistungsfähige Technologie schneller in deutschen Unternehmen zu bringen. Entscheidend wird sein, ob Lösungen auch im Mittelstand ankommen und die Wettbewerbsfähigkeit der heimischen Unternehmen erhöhen. Immerhin hat sich die Bundesregierung mit Nvidia den bestmöglichen Partner ausgesucht.

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