MORNING BRIEFING - Deutschland/Europa
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DJ MORNING BRIEFING - Deutschland/Europa
Der Markt-Überblick am Morgen, zusammengestellt von Dow Jones Newswires:
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+++++ TAGESTHEMA +++++
Die japanische Premierministerin Sanae Takaichi hat ihre Partei zu einem triumphalen Sieg bei den Parlamentswahlen geführt. Damit verfügt sie über ein starkes Mandat, um die Beziehungen zu den USA zu vertiefen und die japanische Wirtschaft anzukurbeln. Der Erdrutschsieg ist eine Bestätigung für die 64-jährige Konservative, die die riskante vorgezogene Neuwahl nur drei Monate nach ihrem Amtsantritt ausgerufen hatte. Takaichi setzte darauf, dass ihre direkte Art gegenüber den Wählern ihre Machtposition festigen würde. Das Land steht vor Herausforderungen wie einem schwachen Wirtschaftswachstum und schlechteren Beziehungen zu Peking. Takaichis Liberaldemokratische Partei (LDP) und ihr Koalitionspartner, die Japan Innovation Party, gewannen 354 der 465 Sitze im Unterhaus des japanischen Parlaments. Damit verfügt Takaichis Regierung über eine Zweidrittelmehrheit im Unterhaus, was ihr eine überragende Kontrolle über diese Kammer und die Möglichkeit gibt, das kleinere Oberhaus zu überstimmen, um ihre Agenda durchzusetzen. Der klare Wahlsieg der Regierungspartei LDP sorgt für eine Hausse an Börse in Tokio - der Nikkei-225 springt auf Allzeithoch.
+++++ AUSBLICK UNTERNEHMEN +++++
07:00 IT/Unicredit SpA, Ergebnis 4Q
18:00 DE/Aumovio SE, Pre-Close-Call Jahresergebnis
Im Laufe des Tages
- DE/Deutsche Bahn AG, Fortsetzung der Tarifverhandlungen mit der GdL bis 13.2.2026
DIVIDENDENABSCHLAG
(bei deutschen Aktien und Aktien aus dem Stoxx- bzw. Euro-Stoxx-50-Index)
Unternehmen Dividende ASML 1,60 EUR
+++++ AUSBLICK KONJUNKTUR +++++
Keine relevanten Termine angekündigt.
+++++ ÜBERSICHT FUTURES / INDIZES +++++
Aktuell: Index zuletzt +/- % DAX Futures 24.896,00 +0,2% E-Mini-Future S&P-500 6.955,00 +0,03% E-Mini-Future Nasdaq-100 25.166,00 +0,01% Nikkei-225 (Tokio) 56.630,50 +4,4% Hang-Seng (Hongk.) 26.988,82 +1,6% Shanghai-Comp. 4.118,94 +1,3% Vortag: INDEX zuletzt +/- % DAX 24.721,46 +0,9% DAX-Future 24.845,00 +1,3% XDAX 24.764,64 +0,2% MDAX 31.662,83 +0,7% TecDAX 3.619,60 -0,2% SDAX 17.893,72 +0,1% Euro-Stoxx-50 5.998,40 +1,2% Stoxx-50 5.130,92 +1,2% Dow-Jones 50.115,67 +2,5% S&P-500 6.932,30 +2,0% Nasdaq Composite 23.031,21 +2,2%
+++++ FINANZMÄRKTE +++++
EUROPA
Ausblick: Mit deutlichen Kursgewinnen werden die Börsen erwartet. Die extrem starke Erholung der Wall Street vom Freitag ist auf Asien übergesprungen und dürfte auch hierzulande zunächst für gute Laune sorgen. Gerade der DAX und klassische Branchen könnten outperformen, da auch in den USA der Dow-Jones-Index stärker als der technologielastige Nasdaq angesprungen war. Dies wird als klares Indiz für weitere Sektorrotation in klassische Branchen und raus aus dem investitionslastigen Technologiethema gesehen. Die scharfe Erholung vom Freitag sehen einige Händler sogar als reine Bärenmarkt-Rally. An der Spitze steht in Asien der Nikkei-Index mit Rekordhoch - bedingt durch den Erdrutschsieg von Premierministerin Takaichi. In Europa dürfte davon vor allem das Sentiment profitieren, nachdem in der Vorwoche KI-Sorgen für einen Kursrutsch in der Software-Industrie gesorgt hatten.
Rückblick: Fest - Die Rotation aus Technologie- wie auch Softwaretiteln dauerte an. Geld floss verstärkt in zyklische Sektoren wie Industrie, Rohstoffe und Bankenwesen. Stützend wirkten günstige Daten zur US-Verbraucherstimmung, die Sorgen um die US-Wirtschaft milderten. Stellantis brachen um rund 25 Prozent ein. Der Jeep-Hersteller gab im Rahmen einer Abkehr von Elektrofahrzeugen Belastungen von rund 22,2 Milliarden Euro bekannt. Für Autowerte ging es europaweit im Schnitt um 2,7 Prozent nach unten. Novo Nordisk legten um 5,3 Prozent zu, nachdem das Unternehmen rechtliche und regulatorische Schritte gegen Hims & Hers angekündigt hatte. Die Telemedizinplattform hatte zuvor bekannt gegeben, sie werde eine kostengünstigere Rezeptur der Wegovy-Pille anbieten. Die Geschäftszahlen der Societe Generale dürften nicht ausreichen, um eine weitere Outperformance der Aktie zu rechtfertigen, urteilte KBW. Die Aktie fiel um 2,2 Prozent. Orsted kamen auf ein Plus von 3,5 Prozent. Die Dänen hatten ihre Jahresprognosen bestätigt und zeigten sich weiter zuversichtlich. Siemens Energy gewannen 4,2 Prozent und waren Tagesgewinner im DAX.
DAX/MDAX/SDAX/TECDAX
Freundlich - Positiv wertete JP Morgan für Bayer (+1,9%), dass der Gerinnungshemmer Asundexian das Risiko eines ischämischen Schlaganfalls substanziell reduziert. Die Analysten hielten höhere Spitzenumsätze für denkbar. Für Bechtle ging es um 9,5 Prozent nach unten. Die Geschäftszahlen rechtfertigten ein so hohes Minus nicht. Eventuell bremse der vorsichtige Ausblick, hieß es im Handel. Nach einem positiven Analystenkommentar ging es für Renk um 5,4 Prozent nach oben. Rheinmetall erholten sich von den Abgaben des Vortages und legten um 2,1 Prozent zu. Siemens Healthineers (-2,8%) wurden "ex Dividende" von 1 Euro gehandelt. Keinen guten Tag hatten Autoaktien mit Stellantis. BMW verloren 0,6 Prozent, VW 1,2 Prozent und Daimler Truck 1,1 Prozent.
XETRA-NACHBÖRSE
Ein Händler von Lang & Schwarz hat von einem "ruhigen Geschäft" mit deutschen Aktien nach Xetra-Schluss gesprochen. Auffällige Titel seien nicht zu beobachten gewesen - auch weil keine handelbaren Nachrichten aufgeschlagen seien. Mit der Rally an der Wall Street liefen die Kurse auch hierzulande nach oben.
USA - AKTIEN
Sehr fest - Ausgabefreudige US-Verbraucher hievten den Dow-Jones-Index über die Marke von 50.000 Punkten. Die Verbraucherstimmung war überraschend gestiegen, Volkswirte hatten mit einer Eintrübung gerechnet. Das Konsumklima bewegte sich damit auf dem höchsten Niveau seit August 2025 und milderte Wachstumssorgen. Die Verunsicherung wegen neuer KI-Anwendungen war aber keineswegs verflogen, wie das jüngste Beispiel Amazon zeigte. Denn die ehrgeizigen Investitionspläne großer Technologieunternehmen werden von Anlegern in zunehmendem Maße kritisch gesehen. Wie schon Alphabet hat nun auch Amazon angekündigt, die KI-Investitionen kräftig hochzufahren. Der Kurs stürzte daher um über 5,6 Prozent ab. Philip Morris drehten 0,4 Prozent ins Plus. Der Tabakkonzern hatte einen höheren Gewinn verzeichnet und prognostizierte für die kommenden Jahre weiteres Wachstum. Die Titel des US-Telemedizinanbieters Hims & Hers Health fielen um 2 Prozent. Novo Nordisk und die US-Gesundheitsbehörde FDA wollen gegen das Unternehmen vorgehen, weil dieses Nachahmerprodukte im Bereich Abnehmmedikamente vermarktet - ohne offenbar dafür eine Zulassung zu besitzen. Eli Lilly zogen um 3,6 Prozent an - der Pharmakonzern ist im Bereich Gewichtsreduktion aktiv und dürfte profitieren, sollte Hims & Hers Health ausgebremst werden.
USA - ANLEIHEN
Die Renditen drehten mit den starken Konsumdaten mehrheitlich ins Plus - die Rendite zehnjähriger US-Anleihen sank gleichwohl um knapp 1 Basispunkt auf 4,20 Prozent, denn die zuletzt schwachen Arbeitsmarktdaten blieben in Erinnerung. Laut Mary Daly, Präsidentin der Fed-Filiale in San Francisco, muss die Zentralbank angesichts einer Kombination aus erhöhter Inflation und einem frustrierenden Arbeitsmarkt beide Seiten ihres doppelten Mandats sorgfältig beobachten.
+++++ DEVISENMARKT +++++
Devisen zuletzt +/- % 0:00 Vortag Fr, 17:58 Uhr % YTD EUR/USD 1,1837 +0,2% 1,1815 1,1812 +0,5% EUR/JPY 185,29 -0,4% 186,00 185,57 +0,9% EUR/CHF 0,9170 -0,0% 0,9173 0,9165 -1,5% EUR/GBP 0,8692 +0,1% 0,8685 0,8683 -0,5% USD/JPY 156,52 -0,6% 157,42 157,10 +0,3% GBP/USD 1,3618 +0,1% 1,3604 1,3604 +1,0% USD/CNY 6,9498 -0,1% 6,9498 6,9504 -1,1% USD/CNH 6,9269 -0,0% 6,9296 6,9309 -0,7% AUS/USD 0,7031 +0,2% 0,7017 0,7013 +5,1% Bitcoin/USD 70.868,55 -0,2% 71.039,80 69.781,65 -21,6%
Der Dollar neigte zur Schwäche, der Dollar-Index gab 0,2 Prozent nach. Mit entscheidend für den nachgebenden Greenback dürften die Inflationserwartungen der Konsumenten gewesen sein, die sich auf Sicht von zwölf Monaten im Vergleich zum Vormonat verringert hatten. Bitcoin erholte sich leicht vom jüngsten Einbruch. Devisenhändler erklärten den jüngsten Wertverlust der Kryptowährung mit der verringerten Risikoneigung der Anleger. Innerhalb eines Monats hatte Bitcoin etwa ein Drittel an Wert eingebüßt.
(MORE TO FOLLOW) Dow Jones Newswires
February 09, 2026 01:32 ET (06:32 GMT)
Der Yen legt angesichts von Berichten über Devisenwarnungen der japanischen Behörden gegenüber den meisten G10- und asiatischen Währungen zu. Laut Medienberichten sagte Atsushi Mimura, Japans stellvertretender Finanzminister, die Behörden beobachteten die Devisenentwicklungen mit hoher Dringlichkeit. Mimuras Äußerungen folgen auf Berichte vom Sonntag, wonach Finanzministerin Satsuki Katayama gesagt hatte, sie werde bei Bedarf am nächsten Tag mit den Finanzmärkten kommunizieren, um die Stabilität der Bewegungen des Dollar zum Yen zu gewährleisten. Zuvor hatte der Wahlsieg von Takaichi den Yen unter Druck gesetzt, weil sie für eine lockere Geldpolitik und höhere Staatsausgaben steht.
+++++ ROHSTOFFE +++++
METALLE
METALLE zuletzt Vortag +/- % +/- USD % YTD Gold 5.039,15 4.965,05 +1,5% 74,11 +14,9% Silber 82,21 77,90 +5,5% 4,30 +9,3% Platin 1.773,57 1.769,81 +0,2% 3,76 +1,1% Kupfer 5,89 5,88 +0,1% 0,01 +3,2% YTD bezogen auf Schlussstand des Vortags (Angaben ohne Gewähr)
Bei Gold stiegen Anleger auf dem tieferen Niveau wieder ein - der Preis stieg um 3,7 Prozent.
ÖL
ROHÖL zuletzt VT-Settlem. +/- % +/- USD % YTD WTI/Nymex 62,86 63,55 -1,1% -0,69 +10,5% Brent/ICE 67,28 68,05 -1,1% -0,77 +11,8%
Die Ölpreise zeigten sich volatil und am Abend knapp im Plus (bis zu 0,5%). Der Markt fokussierte sich ganz auf die Gespräche zwischen den USA und dem Iran, die aber bislang keine Ergebnisse geliefert haben. Nach einer ersten Verhandlungsrunde im Oman hielten sich beide Seiten weitere Gespräche offen. Im Handel sprachen von Hoffen und Bangen.
+++++ MELDUNGEN SEIT VORTAG 17.30 UHR +++++
US-GELDPOLITIK
Fed-Gouverneur Philip Jefferson sieht die Zinspolitik der US-Notenbank "gut positioniert" für solide wirtschaftliche Rahmenbedingungen. Er signalisiert damit, dass er wenig Dringlichkeit für die Fed sieht, die im Januar pausierten Zinssenkungen wieder aufzunehmen.
ATOMPROGRAMM IRAN
Teheran hat bei den Gesprächen zwischen den USA und dem Iran am Freitag im Oman auf seiner Weigerung beharrt, die Anreicherung von Uran einzustellen. Dennoch signalisierten beide Seiten die Bereitschaft, weiter an einer diplomatischen Lösung zu arbeiten, um einen US-Militärschlag abzuwenden.
BAYER
kann ihr Herbizid Stryax in den USA nach behördlicher Genehmigung anbieten. Die US-Umweltschutzbehörde EPA hat Dicamba-Herbizide mit geringer Flüchtigkeit in 34 Bundesstaaten registriert. Dies öffne Bayer die Tür für die Markteinführung von Stryax, einem Pestizid mit eingeschränkter Anwendung ("restricted use pesticide"), teilte das Unternehmen am Freitag mit. Der Konzern plane nun, die Zulassungen auf Ebene der einzelnen Bundesstaaten zu beantragen, sagte Ty Witten von der Sparte Crop Science bei Bayer.
TUI
Der Reisekonzern Tui nimmt das Geschäft mit Budgetreisen, also günstigeren Urlaubspaketen, ins Visier. "Wir schauen uns derzeit das Marktsegment mit Budgetreisen an", sagte Sebastian Ebel, Vorstandschef von Tui, dem Handelsblatt. Bei hochwertigen Reisen sei Tui Marktführer, sagte der Manager: "Wir wollen aber auch im Preissegment darunter ein attraktiver Anbieter sein und Kunden gewinnen. Hier haben wir erst einen Marktanteil von 10 bis 15 Prozent." Europas größter Reisekonzern stößt mit seinen hochwertigen Urlaubsangeboten in gesättigten Märkten wie Deutschland an Wachstumsgrenzen. Es sei normal, dass das Management schaue, wo künftig Wachstum möglich sei, sagte Ebel der Zeitung: "Und das ist natürlich vor allem dort, wo das Unternehmen noch niedrige Marktanteile hat." (Handelsblatt)
BYD/MG
Chinesische Autohersteller planen eine Offensive auf dem deutschen Markt. Die beiden Deutschlandtöchter der chinesischen Marken BYD und MG wollen dazu ihre Verkaufsstandorte in Deutschland kräftig ausweiten. Bis zum Ende des Jahres will BYD die Zahl seiner Vertriebspartner nahezu verdoppeln und auf 350 erhöhen. MG teilt mit, auf etwa 70 Standorte expandieren zu wollen, mittelfristig seien etwa 250 Standorte vorgesehen. Damit würden die Konzerne eine für den deutschen Automarkt relevante Marktdurchdringung erreichen. (Handelsblatt)
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Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com
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