Kommentar
14:16 Uhr, 12.10.2026

Mit einem Trick zu 1,28 Millionen US-Dollar: Trader überlistet neue Krypto-Börse

Der Trick kostete den Trader nur 52.000 US-Dollar Gebühren und brachte Millionen. Wie sicher ist das Papertrader-Modell wirklich?

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Gerade einmal acht Stunden war die neue Krypto-Börse Papertrade am Samstag in Betrieb, als ein bislang unbekannter Trader eine Schwachstelle ihres Handelsmodells ausnutzte und innerhalb kürzester Zeit 1,28 Millionen US-Dollar verdiente. Dabei machte er sich die Preisberechnung der Plattform zunutze und bewegte gezielt den Ethereum-Kurs auf einer anderen Börse. Was war passiert?

Wie der Trader die Kurse zu seinem Vorteil bewegte

Papertrade wurde am 10. Oktober auf HyperEVM, der Smart-Contract-Plattform von Hyperliquid, gestartet. Anders als herkömmliche Börsen besitzt Papertrade kein eigenes Orderbuch und übernimmt die Referenzpreise direkt von Hyperliquid. Diese Konstruktion machte sich der Trader zunutze, indem er auf Papertrade große Positionen eröffnete, die von steigenden Ethereum-Kursen profitieren. Anschließend kaufte er auf Hyperliquid innerhalb einer Minute 6.060 ETH und trieb den Kurs dadurch um etwa drei US-Dollar beziehungsweise 0,12 Prozent nach oben.

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Da man auf der neuen Börse mit einem 1.000-fachen Hebel handeln kann, hatte diese minimale Kursbewegung bereits für große Gewinne ausgereicht. Anschließend wiederholte er das Vorgehen mit fallenden Kursen und bewegte innerhalb weniger Stunden Ethereum im Wert von 231 Millionen US-Dollar auf Hyperliquid und zahlte dafür etwa 52.000 US-Dollar an Handelsgebühren. Auf Papertrade standen dagegen Einzahlungen von 1,2 Millionen US-Dollar Auszahlungen in Höhe von 2,48 Millionen US-Dollar gegenüber, was einer Verdopplung des Einsatzes entspricht.

Krypto-Börse verschärft ihre Regeln

Das Unternehmen bestätigte die Manipulationsversuche bei Bitcoin und Ethereum inzwischen, wies den Vorwurf eines grundlegenden Konstruktionsfehlers aber zurück. Vielmehr seien die Obergrenzen für offene Handelspositionen zum Start bewusst großzügig festgelegt worden, um den erwarteten Ansturm bewältigen zu können. Inzwischen hat die Plattform damit begonnen, diese Grenze zu verschärfen. Außerdem erklärte das Unternehmen, dass der betreffende Trader bei weiteren Geschäften über neue Accounts nahezu sämtliche Gewinne wieder verloren hat.

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