Analyse
16:45 Uhr, 17.09.2026

MAN GROUP – Ein Ausbruch wie im Bilderbuch!

Neues 52-Wochen-Hoch und frischer Rückenwind durch eine Kaufempfehlung der UBS: Die Aktie des britischen Vermögensverwalters Man Group legt am Donnerstag kräftig zu.

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  • Man Group Ltd. - WKN: A2PG8B - ISIN: JE00BJ1DLW90 - Kurs: 3,900 € (L&S)

Die Aktie des britischen Vermögensverwalters Man Group legt heute um mehr als 5 % zu. Damit überwindet sie das bisherige 52-Wochen-Hoch bei 327 Pence und erreicht den höchsten Stand seit vielen Jahren. Seit Jahresbeginn summieren sich die Kursgewinne auf gut 45 %.

Im Score-Depot ist die Man Group seit dem 10. Juli 2026 vertreten. Nachdem die Position lange vor sich hindümpelte, liegt sie nach dem heutigen Kurssprung rund 10 % im Plus.

Der heutige Ausbruch liefert ein weiteres technisches Stärkesignal. Die überwundenen Zwischenhochs bei 3,72 EUR und 3,82 EUR werden zur ersten wichtigen Orientierung: Behauptet sich die Aktie darüber, würde das den Ausbruch bestätigen. Ein nachhaltiger Rückfall darunter würde das kurzfristige Chartbild dagegen wieder schwächen.

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Im Score-Depot wird in fundamental aussichtsreiche Aktien investiert, die zudem über starkes Kursmomentum verfügen. Die Aktienselektion erfolgt auf Basis des stock3 Scores, der 30 fundamentale und quantitative Kriterien vollautomatisch auswertet, um gute Aktien zu finden. Bevorzugt werden Aktien mit hohem Gesamtscore und einem hohen Teilscore Momentum & Volatilität.

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Quant-Strategien wieder sehr erfolgreich

Rückenwind liefert heute eine Kaufempfehlung durch die UBS: Die Analysten der Schweizer Großbank stufen die Man-Group-Aktie jetzt mit „Buy“ statt mit „Neutral“ ein und haben ihr Kursziel von 335 auf 365 Pence erhöht.

Im Mittelpunkt der UBS-Analyse steht die bessere Wertentwicklung von Anlagestrategien der Quant-Tochter AHL. Die vier Hauptstrategien haben demnach innerhalb von sechs Wochen, gewichtet nach dem verwalteten Vermögen, durchschnittlich rund 7 % zugelegt. AHL Evolution kommt seit Anfang August sogar auf ein Plus von rund 14 %.

Für Man Group zählt dabei besonders, dass alle vier Strategien laut UBS wieder über ihrer sogenannten High-Water-Mark liegen. Bei Evolution beträgt der Abstand rund 5 %. Diese Marke bezeichnet den maßgeblichen bisherigen Höchststand, der für die Berechnung erfolgsabhängiger Gebühren entscheidend ist. Werden frühere Verluste aufgeholt und neue Gewinne darüber hinaus erzielt, können wieder entsprechende Performance Fees anfallen.

KI als Performancetreiber

Erst im Juni führte die Man Group ihre quantitativen Investmentbereiche AHL und Numeric unter dem Dach von Man Systematic zusammen. Die Einheit verwaltet rund 156 Mrd. USD. Gemeinsame Forschungsressourcen und eine engere Zusammenarbeit der Teams in London und Boston sollen die Entwicklung von Anlagestrategien stärken.

Dabei gewinnt der Einsatz künstlicher Intelligenz stark an Bedeutung. KI-Werkzeuge unterstützen die Programmierung und Forschung und erleichtern auch Mitarbeitern ohne klassischen Informatikhintergrund den Zugang zu quantitativen Fragestellungen. Für Aktionäre ergibt sich eine zusätzliche langfristige Chance, sollte sich KI weiter als Performancetreiber bei der Entwicklung und dem Einsatz quantitativer Strategien an den Finanzmärkten erweisen.

Höhere Gewinne und Spielraum für Rückkäufe

UBS hebt die Schätzungen für den aus Performance Fees stammenden Gewinn je Aktie um 13 % für 2026, 32 % für 2027 und 12 % für 2028 an. Die Analysten erwarten, dass 85 % dieser Gewinne in Aktienrückkäufe fließen. In den Jahren 2027 und 2028 könnten dadurch jährlich rund 5 % der Aktien zurückgekauft werden.

Trotz der bisherigen Rally sieht UBS noch Bewertungsspielraum: Bezogen auf den erwarteten Gewinn aus Managementgebühren für 2027 liegt das Bewertungsmultiple bei 12,8. Das ist laut der Analyse mehr als eine Standardabweichung unter dem Durchschnitt der vergangenen sieben Jahre. Dabei handelt es sich ausdrücklich um eine Bewertung des Managementgebührengeschäfts, nicht um ein gewöhnliches Konzern-KGV.

Die operative Basis hatte Man Group bereits mit den Halbjahreszahlen gelegt. Das verwaltete Vermögen erreichte zum 30. Juni einen Rekordwert von 253,6 Mrd. USD, die Nettozuflüsse betrugen 7,1 Mrd. USD. Der Core-Vorsteuergewinn stieg von 146 Mio. USD auf 297 Mio. USD und hat sich damit mehr als verdoppelt. Die jüngste AHL-Erholung könnte nun zusätzlichen Rückenwind liefern.

Fazit: Bei der Man Group treffen erfolgreiche Anlagestrategien im Quant-Geschäft, technische Stärke der Aktie und verbesserte Ertragsaussichten durch den zunehmenden KI-Einsatz aufeinander. Die Erholung der AHL-Strategien schafft Potenzial für höhere Erfolgsgebühren und weitere Aktienrückkäufe. Der Sprung über das bisherige Jahreshoch passt dazu. Ein Ausbruch wie im Bilderbuch, dessen Nachhaltigkeit sich jetzt zeigen muss.

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