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16:01 Uhr, 30.01.2026

MÄRKTE USA/Etwas leichter - Geopolitik dämpft Kauflaune an Wall Street

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DOW JONES--Geld- und Geopolitik haben die Wall Street am Freitag im Griff. Kurz nach Handelsbeginn sinkt der Dow-Jones-Index um 0,2 Prozent auf 48.949 Punkte. Der S&P-500 fällt um 0,2 Prozent, der Nasdaq-Composite gibt um 0,3 Prozent nach. Vorbörslich hatte es nach deutlich stärkeren Kursverlusten ausgesehen, doch nun reagieren die Kurse verhalten positiv auf die Personalie an der Fed-Spitze, wie es heißt. Denn US-Präsident Donald Trump hat Kevin Warsh als Nachfolger von US-Notenbankgouverneur Jerome Powell nominiert. Auf Warsh hatten die Märkte als aussichtsreichsten Kandidaten gesetzt. Trump hatte ihn bereits in seiner ersten Amtszeit für den Vorsitz in Betracht gezogen. "In jüngerer Zeit hat Warsh für die Notwendigkeit niedrigerer Zinssätze plädiert, aber früher in seiner Karriere hat er sich als Inflationsfalke einen Namen gemacht", sagt SEB-Volkswirt Johan Javeus.

Für Kaufzurückhaltung am Aktienmarkt sorgen die steigenden Spannungen zwischen den USA und dem Iran. Es gebe Erwartungen eines US-Angriffs auf den Iran am Wochenende, mutmaßt IG-Analyst Chris Beauchamp. "Die Anzeichen deuteten darauf hin, dass die USA eine größere und längere Kampagne starten könnten, was unweigerlich die Befürchtung aufkommen lasse, dass Teheran Vergeltung üben werde", fügt der Chefmarktanalyst hinzu. Händler sprechen daher von einem hohen Schlagzeilenrisiko am Wochenende. Deshalb mieden Anleger risikoreiche Vermögenswerte wie Aktien.

Dass ein neuerlicher Regierungsstillstand offenbar in letzter Sekunde vermieden wird, stützt die Börsen nicht. Konjunkturseitig sind die Erzeugerpreise im Dezember sowohl in der Gesamt- als auch in der Kernrate stärker gestiegen als von Volkswirten im Konsens erwartet, was Zinssenkungshoffnungen einen Dämpfer verpasst. Im frühen Handel steht noch der Einkaufsmanagerindex aus Chicago für Januar auf der Agenda.

In dieser Gemengelage gerät der Geschäftsausweis von Apple ein wenig in den Hintergrund. Der Technologiegigant legte bessere Geschäftszahlen als erwartet vor, schafft es aber nicht, die aktuell etwas gedrückte Stimmung für den Technologiesektor aufzuhellen nach dem Einbruch von Microsoft am Vortag. Apple hat im ersten Geschäftsquartal dank boomender iPhone-Verkäufe einen Rekordgewinn verbucht. Investoren interessieren sich aber besonders für die Kostenprognosen des Unternehmens. Die neue Nachfrage nach KI-Servern und -Geräten hat jüngst zu einem starken Preisanstieg bei Vorprodukten geführt, die in Apple-Geräten verbaut werden. Besonders stark waren die Preisanstiege bei Speicherkomponenten und -medien. Es wird erwartet, dass sich die höheren Kosten später im Jahr auf Apple auswirken werden, wenn Zulieferer die Preiserhöhungen durchsetzen. Die Aktie verliert 1,2 Prozent.

Die Renditen von US-Staatsanleihen zeigen sich zweigeteilt. Während sie am kurzen Ende des Marktes leicht nachgeben, steigen sie am langen Ende. Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen gewinnt 2 Basispunkte auf 4,24 Prozent. Die Nominierung Warshs könnte kurzfristig den Weg zu Zinssenkungen ebnen, heißt es im Handel.

Der US-Dollar steigt mit der Fed-Personalie - der Dollar-Index legt um 0,3 Prozent zu. ING-Analyst Francesco Pesole erinnert an die falkenhaften Ansichten Warshs in der Vergangenheit - "insbesondere was den Bilanzabbau betrifft". Die Wahl von Warsh dürfte dazu beitragen, den Dollar etwas zu stabilisieren und das asymmetrische Risiko einer tiefen, andauernden Dollarschwäche zu verringern (...)", ergänzt Analystin Krishna Guha von Evercore ISI und verweist ebenfalls auf den falkenhaften Ruf Warshs. Zudem stehe er für die Unabhängigkeit der Fed.

Gold und Silber stürzen nach ihrer jüngsten Rally ab. Damit kommt es nach der jüngsten Rekordjagd, die Gold bis knapp an die Marke von 5.600 Dollar je Feinunze geführt hat, zu kräftigen Gewinnmitnahmen. Bei Öl tut sich derweil wenig - Erdöl war aber bereits in den vergangenen Tagen wegen der Iran-Spannungen kräftig gestiegen.

Am Aktienmarkt steigen Verizon Communications um 6,4 Prozent. Der Telekommunikationskonzern hat im vierten Quartal ein kräftiges Kundenwachstum verzeichnet. Nach positivem Geschäftsausweis steigen Chevron um 0,6 Prozent, Exxon Mobil geben dagegen um 0,9 Prozent ab. Die Zahlen seien solide, aber manche Anleger hätten auf mehr gehofft, heißt es. American Express (-2,8%) verfehlte die Gewinnschätzungen des Marktes, auch Visa (-1,5%) verlieren nach Geschäftsausweis. Sandisk schnellen um 20 Prozent empor, der Anbieter von Speichermedien pulverisierte die Gewinnerwartungen des Marktes.

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INDEX                     zuletzt        +/- %    absolut      +/- % YTD 
DJIA                    48.949,39        -0,2%    -122,17          +2,1% 
S&P-500                  6.955,82        -0,2%     -13,19          +1,8% 
NASDAQ Comp             23.625,64        -0,3%     -59,48          +1,9% 
NASDAQ 100              25.798,54        -0,3%     -85,75          +2,5% 
 
DEVISEN                   zuletzt        +/- %       0:00  Mi, 17:15 Uhr   % YTD 
EUR/USD                    1,1912        -0,5%     1,1969         1,1938   +1,9% 
EUR/JPY                    183,92        +0,4%     183,13         183,42   -0,6% 
EUR/CHF                    0,9155        +0,0%     0,9153         0,9190   -1,7% 
EUR/GBP                    0,8664        -0,0%     0,8667         0,8664   -0,6% 
USD/JPY                    154,39        +0,9%     153,00         153,65   -2,4% 
GBP/USD                    1,3750        -0,4%     1,3810         1,3780   +2,5% 
USD/CNY                    6,9725        -0,1%     6,9829         6,9753   -0,6% 
USD/CNH                    6,9483        +0,0%     6,9449         6,9465   -0,4% 
AUS/USD                    0,7015        -0,5%     0,7049         0,6994   +5,6% 
Bitcoin/USD             83.214,35        -1,4%  84.399,80      89.190,60   -4,6% 
 
ROHOEL                    zuletzt  VT-Settlem.      +/- %        +/- USD   % YTD 
WTI/Nymex                   65,76        65,42      +0,5%           0,34  +13,8% 
Brent/ICE                   70,84        70,71      +0,2%           0,13  +14,3% 
 
METALLE                   zuletzt       Vortag      +/- %        +/- USD   % YTD 
Gold                     5.088,65     5.380,15      -5,4%        -291,50  +24,5% 
Silber                     100,39       115,64     -13,2%         -15,26  +62,2% 
Platin                   1.931,00     2.205,78     -12,5%        -274,78  +25,8% 
Kupfer                       6,04         6,20      -2,7%          -0,16   +7,5% 
YTD bezogen auf Schlussstand des Vortags 
(Angaben ohne Gewähr) 
=== 

Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

DJG/DJN/cln/kla

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