Nachricht
15:10 Uhr, 20.02.2026

MÄRKTE USA/Daten und Geopolitik dürften Wall Street belasten

Erwähnte Instrumente

DOW JONES--Nach den Vortagesverlusten deuten sich an der Wall Street am Freitag erneut Einbußen ab - wenn auch moderate. Der Aktienterminmarkt dreht mit schwachen BIP-Daten ins Minus und deutet einen knapp behaupteten Handelsbeginn am Kassamarkt an. Die US-Wirtschaft hat im vierten Quartal 2025 stärker an Fahrt verloren als erwartet - wohl wegen des Regierungsstillstandes. Der BIP-Deflator sank auf 3,6 Prozent nach 3,8 im Vorquartal. Allerdings hatten Volkswirte nur eine Rate von 2,7 Prozent erwartet. Der BIP-Deflator misst die Preisentwicklung anhand aller produzierten Waren und Dienstleistungen.

Zugleich stieg eine wichtige Inflationsrate der USA im Dezember. Das von der Notenbank favorisierte Preismaß, der Kernpreisindex der persönlichen Konsumausgaben (PCE), lag bei 3,0 (Vormonat: 2,8) Prozent und fiel damit höher aus als vor einem Jahr. Auch wenn dieser Wert so erwartet worden war, sprechen Händler von schwachen BIP-Daten bei steigender Inflation - eine ungünstige Kombination für die Börse.

Darüber hinaus blicken Anleger weiter mit Sorge in Richtung Naher Osten. Denn dort werden mögliche Eskalationsstufen konkreter. US-Präsident Donald Trump erwägt offenbar einen, wenn auch anfänglich begrenzten Militärschlag gegen den Iran, um das Land zur Erfüllung seiner Forderungen nach einem Atomabkommen zu zwingen. Sollte sich der Iran aber weiterhin weigern, Trumps Vorstellungen zur Beendigung seiner Urananreicherung nachzukommen, würden die USA mit einer breit angelegten Kampagne gegen Einrichtungen des Regimes reagieren - möglicherweise mit dem Ziel, das Regime in Teheran zu stürzen, sagen mit der Angelegenheit vertraute Personen.

"Das anhaltende Säbelrasseln in Bezug auf den Iran hat (...) dazu geführt, dass der Energiesektor der Bereich mit der besten Wertentwicklung im S&P-500 ist, hat aber auch die Stimmung am Markt etwas gedämpft", erläutert Chefstratege Steve Sosnick von Interactive Brokers. Gerade vor dem Wochenende dürfte das Schlagzeilenrisiko hoch ausfallen.

Am Rentenmarkt fallen die Renditen mit den schwachen BIP-Daten - im Zehnjahresbereich um 2 Basispunkte auf 4,06 Prozent. Der Dollar zeigt sich volatil im Nachklapp auf den Datenkranz - auf Tagessicht stagniert der Dollar-Index aber. Gold zieht mit den schwachen BIP-Daten an. Nach der jüngsten Rally im Zuge des Nahostkonflikts kommen die Ölpreise leicht zurück - gleichwohl steuern die Preise einen Wochenaufschlag von 5 Prozent an.

Unter den Einzelaktien verbilligen sich Nvidia vorbörslich um 0,3 Prozent. Mehreren Berichten zufolge beabsichtigt die Halbleiterikone, in der jüngsten Finanzierungsrunde 30 Milliarden Dollar in den ChatGPT-Entwickler OpenAI zu investieren. Laut Financial Times werde dies einen zuvor angekündigten Plan ersetzen, wonach Nvidia bis zu 100 Milliarden Dollar in OpenAI investieren wollte.

Aktien von Opendoor Technologies haussieren um 18,7 Prozent, nachdem die Immobilienplattform für das vierte Quartal einen Umsatz vorgelegt hat, der deutlich über Erwartungen liegt. Grail brechen um knapp 50 Prozent ein, ein Krebstest des Gesundheitskonzerns verfehlte in einer Studie die avisierten Ergebnisse. Akamai Technologies sinken um 7,6 Prozent, obwohl der Cloud-Dienstleister Geschäftszahlen über Markterwartung vorgelegt hat. Im Handel wird allerdings der Anstieg der Investitionen für 2026 moniert.

AppLovin ziehen um 4,6 Prozent an, der Werbespezialist plant seine eigene Social-Networking-Plattform. Copart stürzen dagegen um 9,9 Prozent ab, der Fahrzeugauktionator enttäuscht mit schwachen Geschäftszahlen. Das kanadische Bergbauunternehmen Hudbay Minerals verdiente auf bereinigter Basis weniger als erhofft, und der Kurs gibt 4,8 Prozent nach.

=== 
DEVISEN                   zuletzt        +/- %       0:00  Di, 18:44 Uhr   % YTD 
EUR/USD                    1,1770        -0,0%     1,1773         1,1835   +0,2% 
EUR/JPY                    182,92        +0,3%     182,43         181,67   -1,0% 
EUR/CHF                    0,9135        +0,1%     0,9126         0,9129   -2,0% 
EUR/GBP                    0,8727        -0,1%     0,8740         0,8740   +0,2% 
USD/JPY                    155,40        +0,3%     154,98         153,50   -1,2% 
GBP/USD                    1,3488        +0,1%     1,3470         1,3542   -0,0% 
USD/CNY                    6,9372        +0,1%     6,9329         6,9244   -1,3% 
USD/CNH                    6,9039        +0,0%     6,9007         6,8877   -1,1% 
AUS/USD                    0,7053        -0,1%     0,7059         0,7057   +5,8% 
Bitcoin/USD             66.761,75        -0,3%  66.933,50      66.950,25  -24,5% 
 
ROHÖL                     zuletzt  VT-Settlem.      +/- %        +/- USD   % YTD 
WTI/Nymex                   66,13        66,40      -0,4%          -0,27  +16,2% 
Brent/ICE                   71,38        71,66      -0,4%          -0,28  +17,9% 
 
METALLE                   zuletzt       Vortag      +/- %        +/- USD   % YTD 
Gold                     5.043,97     4.995,81      +1,0%          48,16  +15,6% 
Silber                      80,80        78,50      +2,9%           2,30  +10,1% 
Platin                   1.805,50     1.767,66      +2,1%          37,84   +0,8% 
Kupfer                       5,74         5,74      +0,1%           0,01   +1,9% 
YTD bezogen auf Schlussstand des Vortags 
(Angaben ohne Gewähr) 
=== 

Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

DJG/DJN/flf/rio

Copyright (c) 2026 Dow Jones & Company, Inc.

Passende Produkte

WKN Long/Short KO Hebel Laufzeit Bid Ask
Keine Ergebnisse gefunden
Zur Produktsuche

Das könnte Dich auch interessieren