MÄRKTE EUROPA/Abverkauf in Aktien dauert an - DAX minus 4,4%
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DOW JONES--Nach dem deutlichen Minus am Vortag geht es auch zum Wochenschluss ungebremst nach unten. Das von den US-Zöllen ausgehende Risiko für die globale Wirtschaft ist an den Aktienmärkten noch nicht vollständig eingepreist, in der Folge trennen sich Anleger von Risiko-Assets. Zusätzlicher Verkaufsdruck kam am Mittag kurz auf, nachdem China Gegenmaßnahmen auf die US-Zölle angekündigt hatte. Die Volksrepublik will Zölle von 34 Prozent auf US-Waren erheben. Das ist mehr, als die meisten Marktbeobachter erwartet hatten.
Skeptisch äußern sich zum Beispiel die Strategen der Bank of America (BoA) zu den kurzfristigen Marktaussichten. Die US-Zollerhöhungen hätten die Abwärtsrisiken für das globale Wachstum erhöht. Dies mache die Märkte verwundbar gegenüber einer weiteren Ausweitung der Risikoprämien. Nach drei Jahren eines starken globalen Wachstums seien die Asset-Preise hoch, die Risikoprämien zusammengeschrumpft und die Gewinnerwartungen erhöht. Selbst vor dem Zollschock dieser Woche habe sich der Wachstumsausblick eingetrübt. Europäische Aktien hätten sich dem bis zuletzt mit der Aussicht auf das deutsche Fiskalpaket entziehen können. Dies werde nun nachgeholt, der Stoxx-600 habe noch ein Abwärtsrisiko von bis zu 10 Prozent.
Der DAX verliert 4,4 Prozent auf 20.751 Punkte. Der Euro-Stoxx-50 gibt 4,2 Prozent auf 4.897 Punkte nach. Nachdem am Vortag vor allem die Aktien der Sportartikelhersteller verkauft wurden, sind es heute die Werte aus der Finanzbranche, deren europäischer Sub-Index 8,4 Prozent verliert. Unter den Einzelwerten geht es für Deutsche Bank um knapp 10 Prozent nach unten, Societe Generale verlieren 11,2 und Unicredit 10 Prozent. Der Euro zeigt sich wenig verändert bei 1,1027 Dollar. Am Anleihemarkt geht es mit den Kursen nach oben, die Renditen fallen also. In der Schweiz fiel die Rendite der zweijährigen Staatsanleihe bereits kurz in den negativen Bereich. Der Ölpreis kollabiert um weitere 7 Prozent. Gold notiert etwas leichter bei 3.076 Dollar die Feinunze.
Offen ist unverändert die Reaktion der EU auf die US-Zölle. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hat die US-Zölle in einer ersten Reaktion bedauert und die negativen Folgen für die Weltwirtschaft herausgestellt. "Sie scheint die Tür für Verhandlungen aber offenhalten zu wollen", so die Commerzbank. In diesem Umfeld spielten die ansonsten wichtigen US-Arbeitsmarktdaten am Nachmittag eine untergeordnete Rolle. Der US-Arbeitsmarkt zeigte sich im März in einer gesunden Verfassung - dies war allerdings vor Verkündung des Zollkriegs.
Defensive Werte übergewichten - Finanzwerte untergewichtet
Sollten sich von den Anlegern geforderten Risikoprämien für Aktien weiter ausweiten, was die Marktstrategen von Jefferies erwarten, würde dies in ihrem Basisszenario ein zusätzliches Abwärtspotenzial von 6 Prozent implizieren, das sich auf 10 Prozent erhöhe, sobald zusätzliche Zolleffekte zu berücksichtigen seien. Jefferies sieht noch weitere Abwärtsrisiken für Banken, die seit Jahresbeginn stark outperformt haben - gestützt durch ein positives Bottom-up-Narrativ und die deutschen Fiskalhoffnungen - und bisher die makroökonomischen Risiken am wenigsten eingepreist hätten.
Unter den defensiven Werten hatte der inländische Versorgungssektor in den vergangenen Wochen am besten abgeschnitten, Jefferies bleibt dort übergewichtet. Die Nahrungsmittel- und Getränkebranche habe sich um mehr als 10 Prozent von ihrem jüngsten 13-Jahrestiefs erholt, sollte aber noch etwa 10 Prozent weiteres Aufwärtspotenzial relativ zum Markt aufweisen, falls sich das globale Wachstum wie erwartet abschwäche.
Ob und inwieweit sich die Abwärtsspirale an den Aktienmärkten in den nächsten Tagen fortsetzen wird, dürfte nach Aussage der DZ Bank vor allem von den beteiligten Regierungen abhängen. Sollte vor allem die US-Regierung klare Verhandlungsbereitschaft signalisieren, könnte das Bild vom "Dealmaker-Trump" wieder verstärkt in den Vordergrund rücken und für Beruhigung sorgen. Setze Trump seine in den vergangenen Monaten an den Tag gelegte harte Gangart fort, seien hingegen weitere Rückschläge keineswegs ausgeschlossen. Dem DAX könnte dann auch der Rutsch unter die Marke von 20.000 Punkten drohen. Der Euro-Stoxx-50 könnte bis in die Region um 4.700 Punkte fallen. Volatil dürfte es in jedem Fall auch darüber hinaus bleiben.
=== Aktienindex zuletzt +/- % absolut +/- % YTD Euro-Stoxx-50 4.897,19 -4,2% -216,09 +4,4% Stoxx-50 4.251,83 -4,2% -185,78 +3,0% DAX 20.751,30 -4,4% -966,09 +9,1% MDAX 25.369,25 -5,6% -1505,37 +5,0% TecDAX 3.331,52 -4,1% -143,45 +1,7% SDAX 14.241,34 -4,6% -686,08 +8,9% FTSE 8.474,74 0% 0,00 #NV CAC 7.289,51 -4,1% -309,47 +3,0% DEVISEN zuletzt +/- % 0:00 Do, 17:15 % YTD EUR/USD 1,0997 -0,5% 1,1052 1,1092 +6,8% EUR/JPY 160,3345 -0,6% 161,2565 161,6105 -1,0% EUR/CHF 0,9386 -1,1% 0,9491 0,9509 +1,5% EUR/GBP 0,8477 +0,5% 0,8434 0,8440 +2,0% USD/JPY 145,7930 -0,1% 145,9185 145,7015 -7,3% GBP/USD 1,2973 -1,0% 1,3103 1,3143 +4,6% USD/CNY 7,1868 +0,2% 7,1751 7,1817 -0,5% USD/CNH 7,2931 +0,2% 7,2803 7,2858 -0,7% AUS/USD 0,6082 -3,9% 0,6327 0,6366 +2,2% Bitcoin/USD 83.262,70 +0,6% 82.747,70 81.633,20 -11,3% ROHOEL zuletzt VT-Schluss +/- % +/- USD % YTD WTI/Nymex 61,45 66,62 -7,8% -5,17 +1,6% Brent/ICE 64,91 69,81 -7,0% -4,90 -6,3% METALLE zuletzt Vortag +/- % +/- USD % YTD Gold 3054,95 3113,90 -1,9% -58,95 +18,6% Silber 27,61 28,84 -4,3% -1,23 +3,3% Platin 844,51 865,45 -2,4% -20,94 -1,1% Kupfer 4,48 4,83 -7,2% -0,35 +10,4% YTD bezogen auf Schlussstand des Vortags ===
Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com
DJG/thl
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