Kommentar
18:31 Uhr, 13.10.2026

Ledger-Skandal zieht Kreise: Jetzt reagieren auch Trezor und OneKey

Ein winziger Chip liest die Wiederherstellungswörter mit. Jetzt tauschen erste Hersteller Geräte kostenlos aus. Wie weit reicht der Fall?

Der Sicherheitsvorfall beim Hardware-Wallet-Hersteller Ledger zieht immer größere Kreise. Nachdem Berichte über manipulierte Geräte und mutmaßliche Krypto-Diebstähle in Millionenhöhe bekannt geworden waren, ziehen nun auch die Konkurrenten Trezor und OneKey Konsequenzen. Beide Unternehmen haben ihre Zusammenarbeit mit dem asiatischen Wiederverkäufer CryptoBilis beendet, über den die betroffenen Ledger-Geräte vertrieben wurden. Auch der deutsche Elektronikhändler MediaMarkt hat reagiert und Ledger-Produkte vorerst aus seinem Sortiment genommen.

Trezor und OneKey trennen sich von CryptoBilis

Wie Trezor mitteilt, wurde CryptoBilis vorsorglich aus der Liste autorisierter Wiederverkäufer entfernt und der Verkauf von Trezor-Geräten über den Händler eingestellt. Zudem betonte das Unternehmen, dass es bislang noch keine Hinweise darauf gibt, dass eigene Geräte von dem Sicherheitsvorfall betroffen sind.

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Auch OneKey hat die Zusammenarbeit mit CryptoBilis beendet und setzt vorübergehend die Zulassung neuer Vertriebspartner aus. Außerdem überprüft das Unternehmen sein bestehendes Händlernetzwerk. Kunden, die zwischen dem 1. März und dem 12. Oktober 2026 ein OneKey-Gerät bei CryptoBilis erworben haben, bietet das Unternehmen einen kostenlosen Austausch an. Entsprechende Anträge können bis zum 31. Dezember eingereicht werden.

Mutmaßliche Schäden übersteigen 100 Millionen Dollar

Hintergrund sind die seit Freitag bekannten Manipulationsvorwürfe gegen die Hardware-Wallets des französischen Unternehmens Ledger. Der Hersteller bestätigte inzwischen, dass sie in ihren Produkten nicht autorisierte elektronische Komponenten entdeckt haben. Nach bisherigem Erkenntnisstand können solche Implantate die bei der Einrichtung angezeigten Wiederherstellungswörter auslesen und über eine Mobilfunkverbindung an die Angreifer übertragen. Die daraus resultierende Schadenssumme beläuft sich derweil auf über 102 Millionen US-Dollar, verteilt auf 324 Wallets.

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