Kommentar
09:32 Uhr, 03.10.2026

Krypto-Überraschungsrallye: Warum das Clarity-Act-Aus den Bitcoin-Kurs beflügelt

Der Clarity Act scheiterte im US-Senat, doch die Krypto-Kurse steigen. Bitwise-CIO Matt Hougan erklärt, warum Bitcoin und die Branche ohne Gesetz womöglich besser dastehen.

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Am Krypto-Markt folgte auf den gescheiterten Clarity Act im US-Senat eine unerwartet positive Kursentwicklung. Neben Bitcoin und Ethereum verzeichneten auch dezentrale Protokolle wie NEAR oder Uniswap zweistellige Zuwächse. Matt Hougan, Chief Investment Officer von Bitwise, ordnet diese Dynamik in seinem jüngsten Report ein. Ihm zufolge agierten die verantwortlichen Behörden, SEC und CFTC, nach dem politischen Stillstand überraschend Krypto-freundlich. "Krypto hat langfristige Gewissheit geopfert, um schneller bessere Regeln zu erhalten. Das ist kein schlechter Kompromiss", erklärt Hougan im Hinblick auf die Kursanstiege. Im Moment des Schreibens notiert der Bitcoin-Kurs bei 84.800 US-Dollar, ein Plus von 1,2 Prozent gegenüber der Vorwoche.

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Große Vorteile macht der Bitwise-Experte beim Thema Stablecoins aus. Banken wollten Plattformen im Clarity Act untersagen, Zinseinnahmen an Kunden weiterzureichen. Durch das negative Votum gilt jetzt aber weiterhin der Genius Act von 2025. Dieser verbietet zwar Emittenten die Zinszahlung, lässt Handelsplätzen bei Belohnungen dafür aber freien Spielraum. Krypto-Handelsplattformen wie Coinbase nutzen diesen effektiv zur Kundengewinnung. Etablierte Akteure behalten zudem ihren Burggraben, da eine nationale Einzellizenz für Börsen ausblieb und das lukrative Doppelmodell aus Broker und Handelsplatz bestehen bleibt.

So hilft die SEC der US-Krypto-Industrie

Schnellere Fortschritte zeigen sich darüber hinaus bei der Tokenisierung von Wertpapieren. Statt jahrelanger SEC-Studien erlaubte die Behörde bereits kurz nach der Abstimmung den Handel US-notierter Aktien über automatisierte Liquiditätspools. Ebenso gewinnen Token mit Einnahme-Modellen an Rechtssicherheit. Bevorstehende Buyback-Programme werten Aufsichtsbehörden bei funktionalen Netzwerken nicht mehr automatisch als Wertpapier-Emission.

Mögliche Risiken künftiger Regierungswechsel stuft Hougan als überschaubar ein: "In zwei Jahren werden die größten Finanzunternehmen der Welt seit Jahren auf Blockchains aufbauen. Ich halte es für unwahrscheinlich, dass eine neue SEC oder CFTC das wieder rückgängig macht." Was der Abschied der Crypto Mom von der US-Börsenaufsichtsbehörde bedeutet, lest ihr in diesem Artikel: "Hester Peirce verlässt die SEC".

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