Krypto-Massenentlassungen: Darum fallen jetzt hunderte Jobs weg
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Eine Bärenmarkt-typische Entlassungswelle trifft aktuell die Krypto-Branche. Führende Unternehmen aus den Bereichen Börsen, Datenanalyse und Blockchain-Infrastruktur bauen massiv Personal ab. Dazu zählen neuerdings auch die Algorand Foundation, die 25 Prozent ihrer Mitarbeiter entlässt und Crypto.com, wo 12 Prozent der Mitarbeiter gehen müssen. Dies folgt auf eine Kürzung der Stellen beim L2-Projekt Optimism und einem IPO-Abbruch von Kraken.
Als Hauptgründe für diese Entwicklung kristallisieren sich drei zentrale Faktoren heraus: Ein drastischer Schwenk hin zur Künstlichen Intelligenz (KI), ein unsicheres Marktumfeld sowie strategische Umstrukturierungen zur Steigerung der Effizienz.
Der KI-Faktor: Transformation um jeden Preis
Crypto.com-CEO Kris Marszalek begründete seine Maßnahmen mit der Implementierung von unternehmensweiter KI und formulierte eine drastische Warnung. Unternehmen, die diesen Wandel nicht sofort vollziehen, würden unweigerlich scheitern. Konkret zielen die Kürzungen auf Positionen ab, die sich nicht an die neue KI-Ausrichtung anpassen lassen.
We are joining the list of companies integrating enterprise-wide AI. Companies that do not make this pivot immediately will fail. Companies that move slowly will be left behind. Companies that move immediately and pair the best AI tools with top-performers will achieve a level of…
— Kris | ai.com (@kris) March 19, 2026
Ähnliche Wege gehen andere Branchengrößen. Zahlungsdienstleister Block entließ im vergangenen Monat rund 40 Prozent seiner Belegschaft im Rahmen eines von CEO Jack Dorsey vorangetriebenen “kleineren“, “flacheren“ und KI-fokussierten Betriebsmodells. Gerüchten zufolge seien einige dieser Mitarbeiter jedoch wieder eingestellt worden.
Außerdem trennte sich die Krypto-Datenplattform Messari kürzlich im Zuge einer Umstrukturierung zu einem “AI-first“-Unternehmen ebenfalls von Mitarbeitern und vollzog gleichzeitig einen Wechsel an der Unternehmensspitze.
Makroökonomischer Druck und Profitabilität
Neben dem technologischen Wandel zwingen auch die allgemeinen Marktbedingungen viele Akteure zum Sparen. Die Algorand Foundation nannte explizit das unsichere globale Makroumfeld und den breiteren Abschwung an den Krypto-Märkten als Gründe für diese Entscheidung
Auch die Krypto-Börse Gemini plant die Streichung von bis zu 200 Stellen, was etwa einem Viertel ihrer gesamten Belegschaft entspricht. Laut den Gründern Tyler und Cameron Winklevoss soll diese Maßnahme die Ausgaben senken und den Weg des Unternehmens zur Profitabilität deutlich beschleunigen.
Die US-Krypto-Börse Kraken legte derweil Pläne für einen Börsengang auf Eis. Einem Bericht von Reuters zufolge sei die Pause auf die aktuell ungünstigen Marktbedingungen im Krypto-Sektor zurückzuführen.
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Strategische Neuausrichtung statt finanzieller Not
Dass ein Stellenabbau nicht immer aus finanzieller Not heraus geschieht, zeigt das Beispiel von OP Labs, dem Infrastrukturunternehmen hinter der Layer-2-Lösung Optimism. Das Unternehmen entließ 20 Mitarbeiter, was etwa 19,6 Prozent des Teams entspricht.
CEO Jing Wang betonte ausdrücklich, dass OP Labs hervorragend kapitalisiert sei und die Entscheidung keine finanziellen Hintergründe habe. Vielmehr ziele die Restrukturierung darauf ab, den Koordinationsaufwand zu reduzieren, Entscheidungen schneller zu treffen und sich auf weniger Dinge zu konzentrieren.
Diese Verschlankung fällt in eine kritische Übergangsphase für Optimism, nachdem das Coinbase-inkubierte Netzwerk Base kürzlich den Wechsel zu einem eigenen, unabhängigen Tech-Stack bekannt gab.
2022 reloded?
Die Abgänge decken sich mit fallenden Kursen am Markt und einem Einbruch der Entwickleraktivität in der Krypto-Branche.
Historisch gesehen ist die aktuelle Konsolidierungsphase daher vergleichbar mit vergangenen Bärenmärkten. So hatte beispielsweise Crypto.com bereits in den Jahren 2022 und 2023, unter anderem nach dem FTX-Kollaps, insgesamt 25 Prozent seiner Belegschaft entlassen müssen.
Die aktuelle Welle verdeutlicht jedoch auch einen neuen, branchenweiten Paradigmenwechsel. Hierbei durchlaufen Krypto-Unternehmen einen radikalen Umbau hin zu KI-getriebenen, schlankeren und auf Effizienz getrimmten Organisationen.
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