Kongressmehrheit für Demokraten zeichnet sich ab
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"Blaue Welle" rollt
Die Demokraten gehen aus den gestrigen US-Zwischenwahlen als Sieger hervor. Sämtliche 435 Sitze im Repräsentantenhaus und 35 der 100 Senatssitze standen zur Wahl. Hinzu kamen Gouverneurswahlen in 36 Bundesstaaten sowie zahlreiche Wahlen auf bundesstaatlicher und kommunaler Ebene. Im Mittelpunkt steht die Frage, mit welchen Mehrheiten der republikanische Präsident Donald Trump in der zweiten Hälfte seiner Amtszeit regieren kann. Die Wahlergebnisse spiegeln die Unzufriedenheit über die Politik von Präsident Trump wider. Die Wähler hatten bei Umfragen im Vorfeld der Wahl insbesondere ihre Sorgen um die steigenden Lebenshaltungskosten sowie ihre Frustration über Trumps Umgang damit geäußert. Laut Meldungen von US-Medien haben die Demokraten die Mehrheit im Senat zurückerobert. Ausgehend von bislang 53 republikanischen Senatoren benötigen die Demokraten netto vier zusätzliche Sitze, um die Mehrheit im Senat zu erreichen. Auch im Repräsentantenhaus können die Demokraten auf die Mehrheit hoffen. Hier liegt die Schwelle zur absoluten Mehrheit bei 218 Sitzen. Nach Prognosen der Nachrichtenagentur AP gehen mehrere bisher republikanisch gehaltene Sitze an die Demokraten. US-Präsident Trump hat bereits angekündigt, die Wahlergebnisse anzuerkennen. Mit einer Kongressmehrheit der Demokraten dürften größere Gesetzesvorhaben der Regierung schwieriger durchzusetzen sein. Insbesondere bei Haushaltsverhandlungen drohen ernste Konflikte. Im kommenden Jahr könnte erneut eine Anhebung der US-Staatsschuldenobergrenze notwendig werden. Der dann demokratisch dominierte Kongress könnte diese Anhebung blockieren, um die eigenen Anliegen der Demokraten gegenüber Präsident Trump durchzusetzen. Wie bereits des Öfteren in der Vergangenheit dürfte ein Streit um die Schuldenobergrenze einen Belastungsfaktor für den US-Dollar darstellen. Die Aussicht auf den Erfolg der Demokraten setzte den US-Dollar heute früh bereits unter Druck. Der Eurokurs stieg auf über 1,12 US-Dollar.
Tech-Sektor unter Druck
Die Wahlergebnisse setzte auch die Aktienmärkte in Asien unter Druck. Anleger befürchten eine stärkere Regulierung von KI. Zudem könnte der Ausbau von KI-Rechenzentren ausgebremst werden. Bereits gestern haben in der laufenden Bilanzsaison die Aussichten für das Tech-Schwergewicht Apple enttäuscht und setzten den Technologiesektor spürbar unter Druck. Angesichts der Wahlergebnisse dürften sich die Investoren auch heute mit Sor-gen um den KI-Boom beschäftigen.
Heute Inflation Euroraum
Die Ergebnisse der Zwischenwahlen in den USA und ihre möglichen Konsequenzen dürften heute weiter im Mittelpunkt des Interesses stehen. Die Veröffentlichung des Einkaufsmanagerindex des Institute for Supply Management für den Dienstleistungssektor geben zudem Einblick in die Konjunkturentwicklung in den USA. Für den Euroraum stehen Daten zur Entwicklung der Konsumentenpreise an. Die Inflation dürfte im Oktober nach unserer Prognose erstmals seit mehr als drei Jahren auf 4,0 % gestiegen sein.
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