KIMBERLY-CLARK: China-Krise trifft Huggies – wie groß ist der Schaden?
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Kimberly-Clark navigiert durch ein Quartal voller Sondereffekte: Das bereinigte Ergebnis übertrifft die Erwartungen klar, doch hinter den soliden Zahlen verbirgt sich eine handfeste Störung im China-Geschäft, die das Unternehmen noch eine Weile beschäftigen wird.
Kimberly-Clark meldet für das zweite Quartal 2026 einen Konzernumsatz von 4,19 Mrd. USD, ein Plus von 0,6 % gegenüber dem Vorjahr und damit knapp unter der durchschnittlichen Analystenschätzung von 4,22 Mrd. USD. Organisch stagnierte das Wachstum nahezu, da günstige Währungseffekte von 1,1 Prozentpunkten den Wegfall des US-Eigenmarken-Windel-Geschäfts und die Belastungen aus China weitgehend kompensierten. Das bereinigte verwässerte EPS (Adjusted EPS attributable to Kimberly-Clark) stieg um 10,4 % auf 2,12 USD und übertraf den Konsens von 2,01 USD deutlich.
Das bereinigte Betriebsergebnis (Adjusted Operating Profit) legte um 6,2 % auf 757 Mio. USD zu, getragen von einmaligen Zollrückerstattungen, starken Produktivitätseinsparungen und positiven Währungseffekten. Die bereinigte Bruttomarge verbesserte sich um 190 Basispunkte auf 38,8 %. Auf GAAP-Basis trüben hingegen 109 Mio. USD an Kosten für die ausstehende Kenvue-Akquisition sowie 54 Mio. USD aus der 2024-Transformationsinitiative das Bild erheblich: Das GAAP-EPS aus dem laufenden Betrieb fiel von 1,33 USD im Vorjahr auf 1,22 USD. Die operative Qualität des Kerngeschäfts ist also besser als die GAAP-Zahlen suggerieren.
Kennzahlen des Quartals im Überblick: Ergebnis, Umsatz und Umsatzverteilung von Kimberly-Clark. (Quelle: Unternehmensangaben)
China bleibt der wunde Punkt
Die eigentliche Geschichte dieses Quartals spielt sich in China ab. Falsche Behauptungen über die Qualität bestimmter Windel-Marken verbreiteten sich in sozialen Netzwerken und kosteten das Unternehmen nach eigenen Angaben rund 50 Basispunkte organisches Wachstum auf Konzernebene. Im Segment International Personal Care (IPC) belief sich der Gegenwind allein durch die China-Störung auf 140 Basispunkte beim organischen Umsatz und 440 Basispunkte beim operativen Ergebnis. Unabhängige Tests eines staatlich zertifizierten Labors widerlegten die Vorwürfe zwar, doch der Reputationsschaden in den sozialen Medien lässt sich nicht per Pressemitteilung beheben. Dass das IPC-Segment trotzdem ein organisches Umsatzwachstum von 1,0 % und einen Gewinnanstieg von 2,2 % erzielte, zeigt die Stärke des Portfolios außerhalb Chinas.
Nordamerika: Produktivität rettet die Marge
In Nordamerika sanken die Umsätze um 1,2 % auf 2,70 Mrd. USD, belastet durch den Rückzug aus dem Eigenmarken-Windel-Geschäft, Lagerbestandsanpassungen im Handel sowie Folgen eines Brandes im Distributionszentrum in Los Angeles. Organisch schrumpfte das Segment um 0,7 %. Das operative Ergebnis legte dennoch um 10,7 % auf 725 Mio. USD zu, weil einmalige Zollrückerstattungen und Produktivitätseinsparungen die Belastungen mehr als ausglichen. Das ist ein Zeichen dafür, dass das Kostenmanagement funktioniert, auch wenn das Wachstum vorerst auf der Stelle tritt.
Der operative Cashflow aus dem ersten Halbjahr stieg auf 1,65 Mrd. USD, verglichen mit 1,10 Mrd. USD im Vorjahreszeitraum. Die Investitionsausgaben verdoppelten sich auf 776 Mio. USD, was den strategischen Aufbau neuer Kapazitäten widerspiegelt. Gleichzeitig flossen 843 Mio. USD als Dividenden an die Aktionäre.
Umsatz und Ergebnis je Aktie im Quartalsverlauf inkl. Analystenschätzungen. (Quelle: Unternehmensangaben)
Ausblick
Die Guidance-Anpassung ist die eigentliche Nachricht dieses Quartals. Kimberly-Clark erwartet nun, dass das organische Umsatzwachstum für das Gesamtjahr 2026 rund 100 Basispunkte unter dem gewichteten Kategorienwachstum von derzeit etwa 2 % liegen wird. Ursache ist primär die China-Störung, die auf Konzernebene mit rund 100 Basispunkten zu Buche schlägt. Das bereinigte Betriebsergebnis soll im mittleren einstelligen Bereich wachsen, das bereinigte EPS aus dem laufenden Betrieb im hohen einstelligen Bereich, jeweils auf währungsbereinigter Basis. Das bereinigte EPS attributable to Kimberly-Clark hingegen soll nun einen leichten Rückgang im niedrigen einstelligen Bereich verzeichnen. Die Wortwahl des Unternehmens ist pragmatisch, nicht alarmiert: Man navigiere die Situation aktiv, rechne aber damit, dass die Auswirkungen der Falschmeldungen den Umsatz und die Gewinne noch kurzfristig belasten werden. Für 2027 und darüber hinaus zeigt sich das Management zuversichtlicher, gestützt auf Innovation und Produktivitätsprogramme.
Kennzahlen im Überblick
| Kennzahl | 2025 | 2026e | 2027e |
|---|---|---|---|
| Umsatz | 17,22 Mrd. USD | 16,85 Mrd. USD | 17,59 Mrd. USD |
| EPS | 6,07 USD | 7,52 USD | 7,54 USD |
*e = erwartet (Analystenkonsens, bei US-Unternehmen auf Non-GAAP-Basis); Ist-Jahr 2025 wie berichtet (GAAP)
Fazit: Das bereinigte EPS übertrifft den Konsens um rund 5 %, die Margenentwicklung ist solide, doch der Umsatz verfehlt die Schätzungen leicht und die China-Krise zwingt zu einer Guidance-Senkung beim Gesamtjahres-EPS. Das Quartal liefert also zwei Wahrheiten gleichzeitig: ein operativ gut geführtes Kerngeschäft und eine externe Störung, deren Dauer und Tiefe noch nicht abzuschätzen ist. Die Anlagethese für Kimberly-Clark bleibt intakt, solange die China-Situation sich nicht weiter ausweitet, aber kurzfristig fehlt der Katalysator für eine Neubewertung. Bei einem KGV von 14,2 spiegelt die Bewertung die erhöhte Unsicherheit rund um die Kenvue-Akquisition und den China-Gegenwind bereits teilweise wider.
Dieser Beitrag ist unter Einsatz Künstlicher Intelligenz entstanden.
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