KI bringt null Ertrag: Apollo rechnet der US-Wirtschaft eine 4,9-Billionen-Lücke
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Das Wichtigste in Kürze
- 01Null-Ertrag außerhalb von Big Tech: Apollors Chefökonom Torsten Slok beziffert den finanziellen KI-Ertrag für Unternehmen außerhalb des Technologiesektors auf null.
- 02Umsatz je Mitarbeiter: Bei den Magnificent Seven stieg der inflationsbereinigte Umsatz je Beschäftigten von rund 550.000 Dollar (2022) auf knapp 800.000 Dollar (2026); bei den übrigen 493 S&P-500-Firmen stagniert er seit 2019 bei etwa 550.000 Dollar.
- 034,9 Billionen Dollar Lücke: Rechenzentrumsbetreiber bräuchten bis 2030 Umsätze von 8,5 Billionen Dollar für 12 Prozent Rendite; mehr als 3,5 Billionen Dollar an KI-Infrastruktur drohen wertgemindert zu werden.
Was die Apollo-Analyse zeigt
Apollors Chefökonom Torsten Slok hat am 24. Oktober 2026 eine Analyse veröffentlicht, die den S&P 500 in zwei Lager teilt: die Magnificent Seven, also Alphabet, Amazon, Apple, Meta Platforms, Microsoft, Nvidia und Tesla, und die übrigen 493 Unternehmen des Index. Die zentrale Aussage ist ungewöhnlich deutlich. Laut Yahoo Finance bezeichnete Slok den finanziellen Ertrag von künstlicher Intelligenz für Unternehmen außerhalb des Technologiesektors als null.
Die Zahlen dahinter stammen aus Apollos eigenen Auswertungen der Unternehmensdaten. Sie vergleichen Umsatz je Beschäftigtem und Gewinnmargen beider Gruppen über mehrere Jahre. Das Ergebnis lautet Apollo: Bisher gibt es keine Anzeichen dafür, dass KI Umsatzwachstum oder Margen außerhalb des Technologiesektors verbessert hat.
800.000 Dollar je Mitarbeiter gegen Stagnation
Der auffälligste Wert der Analyse betrifft den inflationsbereinigten Umsatz je Beschäftigtem. Bei den Magnificent Seven stieg er von rund 550.000 US-Dollar im Jahr 2022 auf knapp 800.000 US-Dollar im Jahr 2026. Bei den übrigen 493 S&P-500-Unternehmen liegt er seit 2019 praktisch unverändert bei etwa 550.000 US-Dollar.
Das Bild ist bei den Gewinnmargen ähnlich. Seit dem dritten Quartal 2023 haben die sieben Tech-Konzerne ihre Margen laut Apollo deutlich ausgebaut. Bei den anderen 493 Unternehmen blieben sie im selben Zeitraum weitgehend unverändert. Wenn KI breit Produktivitätsgewinne brächte, müssten sich diese Kennzahlen eigentlich zuerst bewegen – sie tun es nach Apollos Daten nicht.
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Was sind die Magnificent Seven?
Die Magnificent Seven sind die sieben größten US-Technologiekonzerne im S&P 500: Alphabet, Amazon, Apple, Meta Platforms, Microsoft, Nvidia und Tesla. Zusammen machen sie einen erheblichen Teil der gesamten Index-Marktkapitalisierung aus. Weil sie so schwer wiegen, können sie Index-Kennzahlen verzerren, weshalb Analysten den S&P 500 gern in diese Gruppe und die restlichen 493 Unternehmen aufteilen.
Der finanzielle Ertrag von KI für Unternehmen außerhalb des Technologiesektors liegt bei null.
Torsten Slok, Chefökonom von Apollo Global Management
Die 4,9-Billionen-Lücke bei Rechenzentren
Noch größer als der Produktivitäts-Befund fällt Sloks Rechnung zu den Rechenzentren aus. Laut Briefs benötigten Betreiber bis 2030 Umsätze von 8,5 Billionen US-Dollar, um die Investitionskosten zu decken und eine Rendite von 12 Prozent auf das investierte Kapital zu erzielen. Aus der Differenz zwischen benötigten und realistisch erwarteten Umsätzen ergibt sich eine Lücke von 4,9 Billionen US-Dollar.
Daraus folgt eine zweite Zahl, die Anleger betrifft: Mehr als 3,5 Billionen US-Dollar an KI-Infrastruktur könnten bis 2030 wertgemindert werden, falls die Umsätze die Investitionen nicht rechtfertigen. Eine Wertminderung bedeutet, dass Betreiber Teile ihrer Investitionen in den Büchern abschreiben müssten, weil sich die Anlagen nicht genug erwirtschaften. Nach einer Schätzung von Gartner könnte ein Teil der KI-Rechenzentrumsinvestitionen bis 2030 tatsächlich abgeschrieben werden, wenn die erwarteten Umsätze ausbleiben.
Warum das auch die Verlierer-Quartale trifft
Die Analyse erklärt zugleich, warum die Gewinner berichten und der Rest schweigt. Die Magnificent Seven sind nicht nur Nutzer von KI, sondern auch ihre Verkäufer: Sie liefern Cloud-Kapazität, Chips und Modelle. Die Milliarden, die andere Unternehmen für KI ausgeben, landen weitgehend als Umsatz bei genau diesen sieben Konzernen. Steigen deren Umsatz je Mitarbeiter und Margen, während sie beim Rest des Index stagnieren, beschreibt das keine Verzögerung, sondern eine Umverteilung.
Für Anleger heißt das: Die KI-Erfolgsgeschichte im S&P 500 ist bislang eine Geschichte von sieben Titeln. Apollo selbst räumt ein, dass breitere Produktivitäts- und Gewinnerhöhungen außerhalb der großen Technologiekonzerne künftig noch entstehen könnten – sichtbar sind sie laut der Analyse bislang nicht. Die weitere Entwicklung der KI-Renditen werde sich, so Apollo, vor allem an den übrigen 493 S&P-500-Unternehmen entscheiden.
Der volle Datenapparat von Slok steht in den Apollo Insights, weitere Einordnungen liefert SiliconAngle.
