Analyse

K: Arbeitsmarkt - Lichtblicke?

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Externe Quelle: Postbank

Arbeitsmarkt - Lichtblicke?

Die Zahl der Arbeitslosen ist im September um knapp 79.000 Personen gegenüber dem Vormonat gefallen. Ein deutlicher Rückgang ist aber im September jahreszeitlich bedingt üblich. In saisonbereinigter Rechnung stieg die Arbeitslosigkeit denn auch um 39.000 auf 4,835 Mio. Personen. Die Arbeitslosenquote erhöhte sich saisonbereinigt von 11,6% auf 11,7%.

Hierauf kann aber nicht auf eine Verschlechterung am deutschen Arbeitsmarkt geschlossen werden. Im September wurden nämlich erstmals Langzeitarbeitslose, die von den so genannten Optionskommunen betreut werden, vollständig in der Arbeitslosenstatistik berücksichtigt. Bislang konnte deren Zahl aufgrund technischer Probleme nur geschätzt werden. Ohne diesen rein statistischen Effekt wäre die Zahl der Arbeitslosen saisonbereinigt um 22.000 Personen gefallen.

Heißt dies nun, dass sich die Lage am deutschen Arbeitsmarkt im September gebessert hat. Auch bei dieser Interpretation ist Vorsicht angebracht. Denn neben einer geringeren Zahl an Arbeitslosmeldungen aus Erwerbstätigkeit oder nach Schule oder Studium war hierfür auch der zunehmende Einsatz von Arbeitsgelegenheiten verantwortlich. Inwieweit die reguläre Beschäftigung (nach Bereinigung um Saison- und Sondereffekte) zum Rückgang der Arbeitslosigkeit beigetragen hat, lässt sich aus den verfügbaren Daten nicht zuverlässig ableiten.

Gewisse Lichtblicke gibt es allerdings seitens der Entwicklung der offenen Stellen. Deren Zahl stieg im September saisonbereinigt um 25.000, wovon 17.000 auf nicht geförderte Stellen entfielen. Hier hat sich der seit Jahresbeginn zu beobachtende Anstieg somit fortgesetzt.

Von einer durchgreifenden Erholung am deutschen Arbeitsmarkt kann unseres Erachtens noch keine Rede sein. Die Anzeichen, dass in den kommenden Monaten eine verhaltene Besserung eintreten könnte, verstärken sich aber. Allerdings muss man auch konstatieren, dass die heutigen Daten für jede Interpretation etwas bereit halten.

Es bleibt den seriösen Kommentatoren nur zu hoffen, dass die Bundesagentur für Arbeit mit ihrer Feststellung recht behält, dass die Arbeitslosenstatistik jetzt wieder vollständig ist. Es ist nämlich etwas nervig, bei fast jedem Arbeitsmarktbericht diverse und in ihrer Höhe unklare Sondereffekte rein- oder rauszurechnen. Zudem wird daduch der Beliebigkeit der Bewertung Tür und Tor geöffnet.

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Über den Experten

Alexander Paulus
Alexander Paulus
Technischer Analyst und Trader

Alexander Paulus kam zunächst über Börsenspiele in der Schule mit der Börse in Kontakt. 1997 kaufte er sich seine erste Aktie. Nach einigen Glückstreffern schmolz aber in der Asienkrise 1998 der Depotbestand auf Null. Da ihm das nicht noch einmal passieren sollte, beschäftigte er sich mit der klassischen Charttechnik und veröffentlichte seine Analysen in verschiedenen Foren. Über eine Zwischenstation kam er im April 2004 zur stock3 AG (damals BörseGo AG) und veröffentlicht seitdem seine Analysen auf stock3.com (ehemals GodmodeTrader.de)

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